Giovanni Pandiani (* 6. Januar 1809 in Mailand; † 26. Januar 1879 ebendaGazzetta Ticinese. 28. Januar 1879, S. 3 (online).) war ein italienischer Bildhauer. Er war der Vater der Bildhauerin Adelaide Maraini-Pandiani.
Leben
Pandiani studierte an der Accademia di Brera bei Pompeo Marchesi, von dem er die Prinzipien des Klassizismus übernahm. Später bezog er Elemente der Romantik in sein Schaffen mit ein. mini|Egle ed Iri, 1855 1846 schuf er sein Hauptwerk, die von Lorenzo Bartolini inspirierte Skulptur Egle an der Quelle (Egle al fonte). 1855 erweiterte er sie zur Gruppe Egle und Iri (Egle ed Iri), deren Verbleib aber unklar ist. Das Motiv entnahm er Salomon Gessners Neuen Idyllen.Pier Ambrogio Curti: Iri ed Egle. Gruppo in gesso di Giovanni Pandiani. In: Album esposizione di belle arti in Milano e Venezia. Mailand 1855, S. 8–17. Im Idyll Daphne und Chloe vertrauen sich zwei Hirtenmädchen ihre Liebesgeheimnisse an, werden dabei überrascht und fliehen:
Der Schweizer Geistliche und Pädagoge Francesco Soave betitelte das Stück in seiner einflussreichen italienischen Übersetzung von 1800, auf die sich auch Pandiani bezog, Le confidenze («Vertraulichkeiten») und nannte die Protagonistinnen zu Egle und Iri um. Der entsprechende Passus lautet bei ihm:
Pandianis hohe Wertschätzung für Francesco Soave ist auch durch ein Standbild belegt, das er 1844 für den Palazzo Civico in Lugano schuf.
Im Januar 1865 wurde Pandiani vom Spiegelhersteller Ernest Zuccani nach London berufen, um ein Standbild des britischen Premierministers Lord Palmerston zu schaffen. Palmerston saß ihm Modell und war vom Werk sehr angetan, das er in seinem Empfangsraum aufstellen wollte. Er starb kurz nach der Vollendung. Ende 1865 wurde die Statue in Mailand ausgestellt.La statua di lord Palmerston. In: Rivista Triestina. Band 1, Nr. 2, 15. November 1865, S. 19 (Digitalisat auf Google Books).
In den frühen 1870er Jahren schuf Pandiani für die Grabkapelle der Familie Cugia auf dem Cimitero monumentale di Bonaria in Cagliari Büsten von Litterio und Efisio Cugia sowie eine Gruppe mit Speranza und Caterina Cugia.
Er starb am 26. Januar 1879 im Alter von 70 Jahren in Mailand.
Er war verheiratet mit Marianna geb. de Gasperis. Sowohl sein Sohn Enrico Pandiani als auch seine Tochter Adelaide Maraini-Pandiani wurden ebenfalls Bildhauer.
Werke (Auswahl)
1850: Gedenktafel für den Arzt Ferdinando Zannerini, Marmorrelief, Ospedale Maggiore, Mailand 1864: Gedenktafel für Giandomenico Romagnosi, Universität Pavia 1865: Standbild von Lord Palmerston
Literatur Pier Ambrogio Curti: Iri ed Egle. Gruppo in gesso di Giovanni Pandiani. In: Album esposizione di belle arti in Milano e Venezia. Mailand 1855, S. 8–17. Francesco Sapori: Scultura italiana moderna. Libreria dello Stato, Rom 1949. Vincenzo Vicario: Gli scultori italiani. Dal neoclassico al liberty, seconda edizione. Band 2. Il Pomerio, Lodi 1994, S. 781–784. Alfonso Panzetta: Nuovo Dizionario degli Scultori Italiani dell’ottocento e del primo novecento. Band 2: M–Z. Adarte, 2003, S. 679.
Weblinks
Pandiani Giovanni im Dizionario d’arte Sartori
Einzelnachweise
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