Die Initiative Römisches Mainz e. V. (IRM) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Mainz, der sich der Erforschung, Erhaltung und Vermittlung des römischen Erbes der Stadt widmet. Er wurde am 15. Juni 2000Vgl. den Eintrag der Initiative in der Vereinsdatenbank Mainz, online auf mainz.de [Zugriff am 28. Juli 2026]. gegründet und ging aus einer Bürgerinitiative hervor, die bereits 1999 im Zusammenhang mit der Entdeckung des Heiligtums für Isis Panthea und Mater Magna aus der Römerzeit entstanden war. Ziel des Vereins ist es, das antike Mogontiacum sichtbar und erlebbar zu machen, das Interesse an der Geschichte von Mainz und der Region zu fördern sowie archäologische Denkmäler dauerhaft zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3150-9, S. 15.
Zu diesem Zweck fördert der Verein archäologische Forschung, unterstützt Restaurierungs- und Dokumentationsprojekte und richtet Ausstellungen, Vorträge, Führungen und weitere Bildungsangebote aus. Darüber hinaus gibt er wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen heraus und setzt sich für den Erhalt archäologischer Denkmäler ein.Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund, Mainz 2003, S. 15; vgl. auch den Webauftritt der Initiative, online auf roemisches-mainz.de [Zugriff am 28. Juli 2026]. Im Vereinsregister ist die Initiative mit der Nummer 90 VR 3561 gelistet.Vgl. den Eintrag der Initiative in der Vereinsdatenbank Mainz, online auf mainz.de [Zugriff am 28. Juli 2026].
Entstehung Als 1999 in Mainz erneut ein Heiligtum entdeckt wurde, löste dies große öffentliche Aufmerksamkeit aus. Bereits in den 1970er Jahren war in der Stadt Überreste eines Heiligtums eines östlichen Kultes gefunden, jedoch ohne hinreichende wissenschaftliche Untersuchung zerstört worden.Ingeborg Huld-Zetsche: Der Mithraskult in Mainz und das Mithräum am Ballplatz, Mainz 2008. Im Bewusstsein dieses kulturellen Verlusts, der nun erneut drohte, formierte sich eine Bürgerinitiative.Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund, Mainz 2003, S. 7. Sie begleitete die Freilegung des Tempelbezirks mit Informationsveranstaltungen und Unterschriftenaktionen, erreichte eine Verlängerung der Grabungszeit und führte intensive Verhandlungen mit dem zunächst wenig erfreuten Bauträger sowie mit Stadt und Land über den Erhalt der außergewöhnlichen Funde, deren Abtragung ursprünglich vorgesehen war. Nachdem sich ein Verbleib der Tempelreste am originalen Fundort als baulich unmöglich erwiesen hatte, wirkte die Initiative auf deren Translozierung in unmittelbare Nähe des Fundortes und die Integration in die Einkaufspassage hin – ein Anliegen, das rund 20.000 Bürgerinnen und Bürger per Unterschrift unterstützten. Auf Vorschlag der Initiative erhielt zudem die neu errichtete Einkaufspassage den Namen „Römerpassage“ anstelle des ursprünglich vorgesehenen Namens „Lothar’s Passage“, wobei sich der Name gegen reichlichen Widerstand durchsetzen musste. Mitte der 2000er Jahre zählte der Verein rund 500 Mitglieder.Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3150-9, S. 15; Peter Krawietz: Das Heiligtum für Isis und Mater Magna in der Mainzer Römerpassage. Wie alles begann, Mainz 2013; vgl. auch den Webauftritt der Initiative, online auf roemisches-mainz.de [Zugriff am 28. Juli 2026].
Tätigkeit Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in der Taberna Archaeologica am Eingang des Heiligtums in der Römerpassage. Dort betreibt die Initiative ein Informations- und Besucherzentrum und wirkt an der Betreuung der Präsentation des Isis- und Mater-Magna-Heiligtums mit. Wie bereits erwähnt, unterstützt sie durch finanzielle und personelle Förderung archäologische Ausgrabungen, Dokumentationen, Restaurierungen, Ausstellungen und Führungen. Sie initiiert Kultur- und Besichtigungsprogramme zum römischen Mainz, veranstaltet Vorträge und Aktionstage, entwickelt museumspädagogische Angebote, fördert die Erstellung und den Druck wissenschaftlicher sowie allgemeinverständlicher Publikationen und setzt sich dafür ein, das römische Erbe auch im Schulunterricht und in der historischen Bildungsarbeit zu verankern. Insgesamt versteht sich die Initiative Römisches Mainz als Bindeglied zwischen archäologischer Forschung, Denkmalpflege und historischer Bildungsarbeit.Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3150-9, S. 15; vgl. auch den Webauftritt der Initiative, online auf roemisches-mainz.de [Zugriff am 28. Juli 2026].
Literatur Bernd Funke: Ein eigener Verein für das römische Mainz. In: Wolfgang Dobras (Hrsg.): Eine Zeitreise in 175 Geschichten. Der Mainzer Altertumsverein 1844–2019. Nünnerich-Asmus Verlag & Media, Oppenheim 2019 (= Mainzer Zeitschrift 114, 2019). ISBN 978-3-961760-70-1. S. 334–335. Bernd Funke: Das römische Mainz. Nünnerich-Asmus Verlag & Media, Oppenheim 2023. ISBN 978-3-96176-107-4. S. 155 Marion Witteyer: Göttlicher Baugrund. Die Kultstätte für Isis und Mater Magna unter der Römerpassage in Mainz. Eine Schrift der "Initiative Römisches Mainz" und der Archäologischen Denkmalpflege zur Eröffnung der Römerpassage im Februar 2003. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3150-9.
Weblinks
Webauftritt der Initiative Römisches Mainz e. V. Stadt koordiniert römisches Erbe in Mainz auf sensor-magazin.de am 14. Februar 2025, abgerufen am 29. Juli 2026 Gisela Kirschstein: „Wir stehen hier auf dem Isistempel“. Initiative Römisches Mainz feierte 20 Jahre Präsentation und ehrt Kurt Beck auf der Seite der Internatzeitung „Main&“ am 12. September 2023, abgerufen am 29. Juli 2026 Markus Schug: Rettungseinsatz für das römische Erbe in Mainz auf FAZ online am 17. September 2024, abgerufen am 29. Juli 2026 [Paywall] Alexander Weiß, Leonard Rosch: Erbe Mogontiacum. Der schwere Umgang mit dem römischen Erbe von Mainz auf sensor-magazin.de am 13. August 2024, abgerufen am 29. Juli 2026 Alexandra Schenk: Innenminister Lewentz eröffnet Kunstprojekt „Inszenierte Antike“ der Initiative Römisches Mainz e.V. (IRM) in der Römerpassage auf journal-lokal.de am 11. Oktober 2021, abgerufen am 29. Juli 2026 Taberna archaeologica auf der Webpräsenz des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. Juli 2026 David Gutsche: Die Stadt Mainz will ihr römisches Erbe sichtbarer machen. Ein neues Konzept sieht Römer-Routen, digitale Angebote und eine stärkere Einbindung in den Tourismus vor auf merkurist.de am 10. Dezember 2025, abgerufen am 29. Juli 2026
Anmerkungen
Kategorie:Verein (Mainz) Kategorie:Vereinsgründung 2000 Kategorie:Antike Kategorie:Altertumswissenschaftliche Vereinigung