mini|Schamschi Kaldajakow Schamschi Kaldajakow (kasachisch , Şämşı Qaldajaqov; Geburtsname Dschamschid Anapijauy Donbajew; * 15. August 1930 in Schäuildir, Rajon Otyrar, Kasachische SSR; † 29. Februar 1992 in Almaty, Kasachstan) war ein kasachischer Komponist. Er zählt zu den bekanntesten Vertretern der kasachischen Unterhaltungsmusik des 20. Jahrhunderts und wird wegen seiner zahlreichen im Walzertakt gehaltenen Lieder häufig als „König des kasachischen Walzers“ bezeichnet. Seine 1956 entstandene Vertonung des Liedes Menıñ Qazaqstanym bildet seit 2006 die Melodie der Nationalhymne Kasachstans.Alex Marshall: Republic or Death! Travels in Search of National Anthems. Random House Books, London 2015, ISBN 978-1-84794-741-3, S. 140–144.
Leben Kaldajakow wurde als Dschamschid Anapijauy Donbajew geboren. Sein Vater war Schmied, spielte die Dombra und verfasste selbst Lieder und Verse; seine Mutter galt als begabte Sängerin. Schon als Jugendlicher beschäftigte sich Kaldajakow mit traditioneller kasachischer Musik und spielte Mandoline.
Der zu Hause gebräuchliche Rufname Schamschi verdrängte den Geburtsnamen Dschamschid. Den Familiennamen Kaldajakow nahm er später an.
Nach dem Militärdienst besuchte er eine Musikschule in Taschkent, die er nicht abschloss, und wurde anschließend am Konservatorium in Alma-Ata aufgenommen. Eine vollständige akademische Ausbildung schloss er nicht ab. Seit den 1950er Jahren wurde er zu einem der erfolgreichsten Liedkomponisten Kasachstans.
Zu Lebzeiten wurde Kaldajakow nicht in den Komponistenverband aufgenommen und offizielle Anerkennung blieb ihm während der Sowjetzeit lange verwehrt. Erst kurz vor seinem Tod wurde ihm der Ehrentitel Volkskünstler verliehen.
Werk Das kompositorische Schaffen Kaldajakows verbindet traditionelle kasachische Melodik mit Elementen des europäischen Walzers sowie der sowjetischen Unterhaltungsmusik. Zu seinen bekannten Liedern zählen Menıñ Qazaqstanym, Ana turaly jyr, Qaidaýsyń?, Aq banşik, Qara köz, Arys jağasynda und Syr suluy.
1956 vertonte er das Gedicht Menıñ Qazaqstanym (deutsch „Mein Kasachstan“) des Dichters Schumeken Näschimedenow. Das Lied entwickelte sich während der Sowjetzeit zu einem Symbol des kasachischen Nationalbewusstseins.
Am 6. Januar 2006 löste eine überarbeitete Fassung dieses Liedes die bisherige Nationalhymne ab. Der ursprüngliche Text Näschimedenows wurde dabei teilweise von Präsident Nursultan Nasarbajew angepasst, während Kaldajakows Melodie unverändert übernommen wurde.
Auszeichnungen
1991: Volkskünstler
Literatur
Alex Marshall: Republic or Death! Travels in Search of National Anthems. Random House Books, London 2015, ISBN 978-1-84794-741-3, S. 140–144. A. A. Kaldayakova, L. T. Kaliakbarova: The Personality and Formation of the Creative Style of Composer Shamshi Kaldayakov. In: Journal of Educational Sciences. Band 47, Nr. 1, 2017.
Weblinks
Einzelnachweise
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