Das Amtsgericht Schleiz war ein von 1879 bis 1952 bestehendes Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in der thüringischen Stadt Schleiz.
Geschichte In Schleiz bestand die Justizämter Schleiz I und II als erstinstanzliche Gerichte und Verwaltungseinheiten. Seit der Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung in Reuß jüngerer Linie waren die Justizämter ausschließlich Gerichte. Seit 1863 waren das Kreisgericht Schleiz und darüber das Appellationsgericht Eisenach übergeordnete Gerichte. Vorher hatte das Appellationsgericht Gera diese Funktion wahrgenommen.Gesetz über die Organisation der Justiz, vom 28. April 1863 (Gesetzsammlung für die Fürstlich Reußischen Lande jüngerer Linie, S. 363)
Anlässlich der Einführung des deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurde im Fürstentum Reuß jüngerer Linie ein Amtsgericht zu Schleiz errichtet, dessen Sprengel aus dem Bezirk des vorherigen Justizamtes Schleiz I sowie den Gemeinden Tanna, Saalburg, Gräfenwarth, Kulm, Mielesdorf, Raila, Schilbach, Wernsdorf, Zollgrün, Unter- und Oberkoskau, Frankendorf und Willersdorf und einigen gemeindefreien Gebieten aus dem Oberförsterrevier Saalburg gebildet wurde.Gesetz, die nach dem deutschen Gerichtsverfassungsgesetze zu errichtenden ordentlichen Landesgerichte betr., vom 22. Februar 1879 (Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß jüngerer Linie, S. 1)
Nächsthöhere Instanz war bis 1949 das Landgericht Gera.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Reuß ä.L. und Reuß j.L. zum Volksstaat Reuß zusammengefasst. Das Amtsgericht Burgk wurde zum 15. Juli 1919 aufgehoben und sein Sprengel teilweise dem Amtsgericht Schleiz zugewiesen.Gemeinschaftsnotgesetz vom 21. Dezember 1918; abgedruckt in: Michael Kotulla: Thüringische Verfassungsurkunden: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute, 2014, ISBN 9783662436028, S. 1019, Digitalisat. 1923 bestand der Sprengel damit aus den Orten Bucha bei Knau, Burgk-Möschlitz, Burkersdorf, Chursdorf mit Sorna, Crispendorf, Dittersdorf, Dragensdorf, Dreba, Förthen, Frankendorf, Görkwitz, Göschitz, Gräfenwarth, Kirschkau, Knau, Kulm, Läwitz, Löhma, Lössau, Mielesdorf, Mönchgrün, Moßbach bei Auma mit Reinsdorf, Neundorf, Oberkoskau, Oettersdorf, Pahnstangen, Plothen, Pörmitz, Posen, Raila, Rödersdorf, Saalburg, Schilbach, Schleiz, Schöndorf bei Ziegenrück, Tanna, Tausa, Tegau, Unterkoskau, Volkmannsdorf, Wernsdorf, Willersdorf und Zollgrün. Chursdorf mit Sorna und Moßbach bei Auma wurden zum 1. April 1926 an die Abteilung Auma des Amtsgerichtes Neustadt an der Orla zugeordnet.
Zum 1. Oktober 1949 wurde das Amtsgericht Hirschberg aufgehoben und der größte Teil des Sprengels dem Amtsgericht Schleiz zugeordnet. Gleichzeitig wurde das Amtsgericht Schleiz dem Landgericht Rudolstadt zugeordnet.Ausführungsverordnung über die Sitze und Bezirke der Amtsgerichte im Lande Thüringen vom 16. September 1949 (Ges.-S. S. 55)
In der DDR wurden 1952 die Amtsgerichte aufgehoben und einheitlich Kreisgerichte gebildet. Für den Kreis Schleiz entstand so das Kreisgericht Schleiz im Bezirk des Bezirksgerichts Gera. Nach der Wende wurde mit dem Thüringer Gerichtsstandortgesetz 1993 kein Amtsgericht in Schleiz mehr gebildet.
Weblinks Behördengeschichte beim Landesarchiv.
Siehe auch Gerichte in Reuß jüngerer Linie
Einzelnachweise
Kategorie:Schleiz Kategorie:Ehemaliges Amtsgericht (Thüringen) Kategorie:Gericht (Reuß jüngerer Linie) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952