mini|Ruinen der Zəyzid-Kirche Die Zəyzid-Kirche ist ein Sakralbau aus dem 10.–11. Jahrhundert und befindet sich im Dorf Orta Zəyzid der Provinz Şəki von Aserbaidschan. Das Gebäude ist vom Kulturministerium Aserbaidschans als historisches und architektonisches Denkmal von lokaler Bedeutung registriert.

Geschichte und Architektur Die Verbreitung des Christentums im Kaukasischen Albanien (Vorgängerstaat des heutigen Aserbaidschans) seit Beginn unserer Zeitrechnung und seine Anerkennung als Staatsreligion im 4. Jahrhundert bildeten die Grundlage für die Entstehung zahlreicher Kirchen- und Klosteranlagen im Nord-Westen Aserbaidschans. Bis heute sind in den felsigen und hügeligen Landschaften sowie in den Wäldern der Region bis zu 70 christliche Kirchen und ihre Überreste erhalten geblieben. mini|Innenbereich Unter den christlichen Denkmälern nimmt die Zəyzid-Kirche aufgrund ihres kreuzförmigen Grundrisses eine besondere Stellung ein. Archäologische Untersuchungen sowie die Analyse der baulichen Merkmale ergaben, dass das Bauwerk aus dem 5.–8. Jahrhundert stammt. Archäologische Studien haben zudem gezeigt, dass alle Kirchenteile in derselben Bauphase errichtet wurden. Bei den archäologischen Ausgrabungen auf dem Kirchengelände wurden verschiedene Keramikfragmente entdeckt, die dem 2.–6. sowie dem 8.–13. Jahrhundert zugeordnet werden.

Die Kreuzarme der Zəyzid-Kirche sind überwiegend rechteckig gestaltet, mit Ausnahme des östlichen Arms. Dieser Ostflügel zeichnet sich durch eine halbrunde Apsis aus. Die Übergänge zwischen den Kreuzarmen werden durch Pilaster mit rechteckigen Kapitellen betont. Vorspringende halbrunde Bögen tragen ein kreisförmiges Gesims. Ursprünglich ruhte auf diesem Gesims eine Tambourkonstruktion mit einer Kuppel, die jedoch heute nicht mehr erhalten ist. An der Nordfassade der Kirche sind bis heute zwei übereinanderliegende Verkleidungsschichten über die gesamte Wandfläche hinweg erhalten geblieben. Auf der Deckschicht lassen sich Spuren früher Freskenmalereien erkennen. Die erhaltenen Gesimszonen der Kirche weisen einheitliche, komplexe Steinmetzornamente auf. Überreste dekorativer Basreliefs und plastischer Verzierungen sind hingegen nur an den Fensterlaibungen des südlichen Flügels vorhanden.

In der südwestlichen Ecke der Kirche befinden sich die Ruinen eines kleinen Gebäudes, bei dem es sich vermutlich um die ehemalige Priesterwohnung handelt. Auf der Nordseite befindet sich ein weiteres Bauwerk mit einem Thron. Der Eingang und das Fenster dieses Gebäudes, das vermutlich als Kapelle diente, liegen an der Ostwand. Nordwestlich der Kirche befindet sich ein weiteres, stark beschädigtes Gebäude, das bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Unweit liegt ein frühmittelalterlicher christlicher Friedhof mit erhaltenen Grabsteinen.

Literatur

Kategorie:Ruine in Aserbaidschan Kategorie:Kirchenruine in Aserbaidschan Kategorie:Kirchengebäude in Asien Kategorie:Erbaut im 10. oder 11. Jahrhundert Kategorie:Şəki