mini|200px|Salomon Tandeng Muna (1970) Salomon Tandeng Muna (* 1912 in Ngyen Mbo (heute in der Provinz Nordwest-Kamerun), Kolonie Kamerun; † 22. Januar 2002 in Douala) war ein kamerunischer Politiker, der unter anderem als einer der maßgeblichen Architekten der Wiedervereinigung des britischen und französischen Kamerun gilt und zwischen 1968 und 1972 Premierminister von Westkamerun sowie zudem von 1970 bis 1972 Vizepräsident von Kamerun war. Er fungierte zudem zwischen 1973 und 1988 als Präsident der Nationalversammlung.
Leben Salomon Tandeng Muna, der dem Stamm der Widikum angehörte, besuchte von 1924 bis 1931 die Regionalschule von Bali sowie die staatliche Schule von Bamenda und unterrichtete daraufhin zwischen 1932 und 1936 als Lehrer an der Schule der protestantischen Basler Mission in Bali. Er absolvierte zudem von 1934 bis 1936 eine weitere Ausbildung am Lehrerseminar in Kumba. Nach Beendigung seines Studiums kehrte er wieder zur Basler Mission zurück und wurde 1947 Erzieher an dem neuen Lehrerausbildungszentrum der Basler Mission in Batibo, wobei er in dieser Zeit zwischen 1949 und 1951 an einem Lehrgang am pädagogischen Institut der Universität London teilnahm. Nach seiner Rückkehr begann er seine aktive politische Laufbahn und gehörte mit Emmanuel Endeley, John Ngu Foncha und Sampson George zu den Gründern des Cameroun National Congress (CNC). 1951 wurde er als einziger Vertreter von Südkamerun in das Abgeordnetenhaus der Ostregion gewählt. 1952 wurde er in der durch den National Council of Nigeria and the Cameroons (NCNC) gebildeten Regierung Minister für Öffentliche Arbeiten in der Ostregion, wurde allerdings während der Regierungskrise 1953 zum Rücktritt gezwungen. Als das Gebiet von Südkamerun im Dezember 1953 eine eigene Verwaltung erhielt, wurde er wiedergewählt und übernahm als Mitglied des Exekutivrates das Ressort der Bodenschätze, ehe er 1957 Minister für Öffentliche Arbeiten im Kabinett von Emmanuel Endeley wurde.
1958 schrieb Muna einen Artikel zugunsten eines Zusammenschlusses des Gebietes von Britisch- und Französisch-Kamerun, woraufhin er seinen Ministerposten verlor und aus dem CNC ausgeschlossen wurde. Daraufhin schloss er sich der 1955 gegründeten Cameroun National Democratic Party (CNDP) unter dem Vorsitzenden John Ngu Foncha, bekämpfte Endeleys Regierung und half, dessen CNC aus dem Gebiet von Bamenda zu verdrängen. Als die CNDP im Januar 1959 bei den allgemeinen Wahlen an die Macht kam, übernahm er in der Regierung von Ministerpräsident Foncha wieder das Amt des Ministers für Öffentliche Arbeiten. Im November 1959 wurde er Minister für Handel und Industrie und fungierte zwischen 1959 und 1961 als Finanzminister. Im Februar 1961 ergab der Volksentscheid zugunsten des Anschlusses an die Republik Kamerun einen überlegenen Sieg der KNDP. Er unternahm zusammen mit Ministerpräsident Foncha zwei Reisen zu den Vereinten Nationen, um die Sache der Vereinigung der beiden Kamerun voranzutreiben. Am 1. Oktober 1961 wurde die Bundesrepublik Kamerun ausgerufen, in der das ehemalige britisch verwaltete Gebiet Süd-Kamerun als Cameroun Occidental (Westkamerun) mit der Republik Kamerun, die den Namen Cameroun Oriental (Ostkamerun) erhielt, zusammengeschlossen wurde. Nach dem Zusammenschluss unternahm er als Leiter der Delegation der Bundesrepublik Kamerun eine dritte Reise zu den Vereinten Nationen.
Am 20. Oktober 1961 wurde Salomon Muna als erster Westkameruner zum Minister für Transport, Bergwerke, Post und Fernmeldewesen in das Bundeskabinett von Staatspräsident Ahmadou Ahidjo berufen. 1965 gründete er eine neue Partei, den Cameroun United Congress (CUC), der 1966 mit den vier politischen Parteien Kameruns zur Einheitspartei Nationale Kamerunische Union UNC (Union Nationale Camerounaise) verschmolzen wurde, und fungierte bis 1969 als deren Vorsitzender. Nach den Wahlen vom 31. Dezember 1967 wurde er am 11. Januar 1968 als Nachfolger von Augustine Ngom Jua Premierminister von Westkamerun und bekleidete dieses Amt bis zu dessen Auflösung am 2. Juni 1972. In dieser Funktion förderte er neue Verbindungswege zwischen Ost- und West-Kamerun wie die Eisenbahnstrecke von M’Banga nach Kumba sowie die Straße von Duala nach Tiko und trat zudem für Menschenwürde, Gleichheit vor dem Gesetz und soziale Gerechtigkeit ein. Am 26. Februar 1970 wurde er an Stelle Fonchas außerdem auf Vorschlag der Einheitspartei zum Vizepräsidenten von Kamerun gewählt. Am 20. Mai 1972 wurde in einem Referendum die Bildung eines Einheitsstaates gebilligt. Auf Grund der neuen Verfassung der Vereinigten Republik Kamerun entfiel der Posten des Vizepräsidenten ebenso wie die Teilregierungen und -parlamente in Ost- und West-Kamerun.Der Große Ploetz, S. 1959 Dem neuen Kabinett des Präsidenten Ahidjo vom 3. Juli 1972 gehörte er als Staatsminister und Repräsentant des britisch geprägten West-Kamerun an.
Am 14. Juni 1973 übernahm Salomon Tandeng Muna schließlich von Marcel Marigoh Mboua das Amt des Präsidenten der Nationalversammlung von Kamerun und behielt diese Funktion nach seiner Wiederwahl 1983 bis zum 1. Juli 1988, woraufhin Lawrence Fonka Shang seine Nachfolge antrat. Aus seiner 1937 geschlossenen Ehe mit Elizabeth Fri gingen acht Kinder hervor.
Literatur Der Große Ploetz. Die Enzyklopädie der Weltgeschichte, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 35. Auflage, 2008, ISBN 978-3-525-32008-2
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