mini|Gaston Veuvenot Leroux – Selbstporträt (um 1900). Musée des Beaux-Arts de Bordeaux Gaston Veuvenot Leroux (auch Gaston Veunevot-Leroux; eigentlich Gaston Veunevot; * 14. September 1854 in Paris; † 25. Mai 1942 in Bordeaux) war ein französischer Bildhauer und Medailleur.

Leben Gaston Veunevot wurde am 14. September 1854 im 2. Arrondissement von Paris als unehelicher Sohn der Modistin Julia Veunevot geboren, die aus Proussy (Calvados) stammte. Kurz nach seiner Geburt zog seine Mutter mit einem Angehörigen des französischen diplomatischen Corps namens Hirschfeld nach Wien. Gaston Veunevot wuchs zunächst bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Paris auf, die in der Rue des Bons-Enfants eine Gaststätte betrieben. Aus Dankbarkeit gegenüber seiner Großmutter Louise, geborene Leroux, nahm er später deren Namen als Künstlernamen an. 1866 folgte er seiner Mutter nach Wien. Ab 1874 besuchte er die Akademie der bildenden Künste Wien, wo er bis 1877 von deren Direktor Carl Kundmann in Bildhauerei unterwiesen wurde. Möglicherweise erhielt er während seines Wiener Aufenthalts auch Unterricht bei Gustave Deloye.

Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde Leroux im August 1881 in die Bildhauerklasse der École des Beaux-Arts in Paris aufgenommen, wo er Schüler von François Jouffroy war. Ab 1893 unterrichtete er als Professor für Bildhauerei an der École des Beaux-Arts in Bordeaux. Im selben Jahr wurde er zum offiziellen Stadtbildhauer von Bordeaux ernannt und erhielt in dieser Funktion zahlreiche öffentliche Aufträge. Gaston Veuvenot Leroux stellte regelmäßig im Salon des Artistes Français in Paris aus: 1882 und 1883 erhielt er jeweils eine ehrenvolle Erwähnung (mention honorable), 1885 eine Medaille dritter Klasse. Auf der Weltausstellung 1889 sowie auf der Weltausstellung 1900 in Paris wurde ihm jeweils eine Bronzemedaille verliehen. Gaston Veuvenot Leroux starb am 25. Mai 1942 in Bordeaux.

Werke (Auswahl) mini|Maternité von Gaston Veuvenot Leroux (1898). Musée des Beaux-Arts de Bordeaux Als Stadtbildhauer von Bordeaux schuf Leroux zahlreiche öffentliche Denkmäler, Büsten und architektonische Bauplastiken, unter anderem:

Reproduktion eines Frontons von Claude-Clair Francin sowie mehrerer Mascarons an der Place de la Bourse; zwei der Mascarons zeigen die Bildnisse der ersten beiden Präsidenten des Autonomen Hafens von Bordeaux, Georges Barres und Étienne Huyard. Atlantenfiguren am Bahnhof Bordeaux-Saint-Jean. Monument für den Marquis de Tourny (1900) auf der Place Tourny. Kardinalsgräber in der Kathedrale Saint-André. Mehrere Kriegerdenkmäler sowie zahlreiche Büsten, darunter Bildnisse von Bürgermeistern der Stadt Bordeaux (u. a. Camille Cousteau, 1898; Paul-Louis Lande, 1901; Jean Bouche, 1910; Fernand Philippart, 1924). Denkmal für Rosa Bonheur (1910), Marmorstatue im Jardin public de Bordeaux. Denkmal für Alexis Millardet, La Vigne reconnaissante (1914); die ursprüngliche Bronzebüste wurde während des Vichy-Regimes im Rahmen der Metallmobilisierung eingeschmolzen und 1953 durch eine Steinausführung von Alexandre Callède nach einem Abguss ersetzt. Denkmal für Calixte Camelle (1927) mit einem Bronzemedaillon, entworfen in Zusammenarbeit mit dem Architekten Jacques D’Welles.

Daneben war Gaston Veuvenot Leroux als Medailleur tätig und schuf mehrere Bronzeplaketten und -medaillen, überwiegend Porträts von Bordelaiser Medizinprofessoren, darunter Bildnisse von Jean Bergonié (1923) und Ulysse Gayon (1928).

Im Musée des Beaux-Arts de Bordeaux befindet sich ein von Gaston Veuvenot Leroux geschaffenes Selbstbildnis (Terrakotta, 1911).

Rezeption Gaston Veuvenot Leroux’ Werk ist Gegenstand einer 1996 als Sonderheft der Revue historique de Bordeaux et du département de la Gironde erschienenen Monografie von Dominique Rémus-Savès und Robert Coustet, die auf einer 1992 an der Universität Bordeaux III vorgelegten Abschlussarbeit basiert. Mehrere seiner öffentlichen Werke in Bordeaux stehen bis heute an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort; die Rosa-Bonheur-Statue im Jardin public wurde 2018 restauriert.

Literatur Dominique Rémus-Savès (Vorwort von Robert Coustet): Gaston Leroux, sculpteur bordelais, 1854–1942. William Blake & Co. Éditeur, Bordeaux 1996. Dominique Rémus-Savès: Recherches sur le sculpteur Gaston Leroux-Veunevot (1854–1942). Mémoire de maîtrise, Université Michel de Montaigne Bordeaux III, Bordeaux 1992. Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains. Bd. II, Librairie Gründ, Paris 1931. Pierre Kjellberg: Le Nouveau guide des statues de Paris. La Bibliothèque des Arts, Paris 1987. François Dumas (Hrsg.): Nouveau dictionnaire des sculpteurs de l'École française au XIXe siècle. Bd. II, Paris 2007. Sophie Richemond: Les Orientalistes. Dictionnaire des sculpteurs. Éditions de l'Amateur, Paris 2008. Sophie Richemond: Terres cuites orientalistes et africanistes, 1860–1940. Les Éditions de l'Amateur, Paris 1999. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.

Weblinks

Gaston Veuvenot Leroux (French, 1854-1942) Aida MutualArt

Einzelnachweise

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