Das Double ist ein Fernsehfilm des Fernsehens der DDR, der 1989 gedreht wurde. Er erschien 1990. Der amerikanische Geheimdienst CIA bekommt von der amerikanischen Luftwaffe den Auftrag sich eines sowjetischen Steuergeräts für automatische Tiefflüge zu bemächtigen, um es nachbauen zu können. Ein Fernfahrer der Deutrans mit Verbindungen zur Nationalen Volksarmee wird erpresst. Das Ministerium für Staatssicherheit bekommt jedoch Wind von der Sache und ermittelt.

Handlung Die amerikanische Luftwaffe hat aus dem Nahen Osten sowjetische Jagdflugzeuge beschafft und testet sie in einem Wüstengebiet, in dem der Flugplatz von Jüterbog nachgebaut wurde. Die in den Flugzeugen verbauten alten Steuergeräte für den automatischen Tiefflug erweisen sich jedoch als untauglich. Es kommt zu drei Abstürzen. Daraufhin wird die CIA beauftragt ein aktuelles Steuergerät zu beschaffen, um die Fähigkeiten der Flugzeuge zu prüfen.

Der bei der Deutrans beschäftigte Fernfahrer Günter Fischer (Walter Plathe) wird von der CIA als mögliche Quelle für ein solches Gerät identifiziert. Zum einen fährt er regelmäßig mit seinem Lastwagen nach Westdeutschland, zum anderen ist sein Schwager Otto Zimmermann Oberfähnrich bei den Luftstreitkräften und hat Zugriff auf ein entsprechendes Gerät. Außerdem vermutet die CIA, dass Fischer Valuta wegen seines Hausbaus gut gebrauchen kann. Er ist außerdem wegen seiner Familie an die DDR gebunden und somit leicht erpressbar. Fischers Kollege und Freund Oswald Hopf wurde bereits als „Tipper“ in seiner Umgebung installiert und liefert der CIA Informationen über Fischer. Das Gerät soll für zwei Stunden einem Elektroniker übergeben und danach wieder zurückgebracht werden. Durch die Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) Reglin (Jürgen Reuter) und Hillbach (Klaus Gehrke) wird ein Plan ausgearbeitet.

Auf einer von Fischers Fahrten inszeniert der BND in der Nähe von Hamburg einen vermeintlichen Unfall mit Fahrerflucht. Fischer findet eine „angefahrene“ Frau auf der Straße. Während er an einer Notrufsäule telefoniert, versteckt die Frau eine Packung Tee, die Heroin enthält, in seiner Fahrerkabine. Nach der Unfallaufnahme gerät Fischer in eine ebenfalls inszenierte Kontrolle durch den deutschen Zoll. Dabei entdeckt ein Spürhund das Heroin. Reglin taucht als Zolloberinspektor Schmidt auf und bietet Fischer letztlich an, das Heroin gegen Quittung zu beschlagnahmen. Fischer lässt sich darauf ein, um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Er meldet der Deutrans auch nur den Verkehrsunfall, nicht aber die Kontrolle. Die Kontrolle wurde jedoch von einem anderen Fahrer der Deutrans im Vorbeifahren beobachtet und gemeldet.

Daraufhin beginnen Major Rausch (Horst Drinda) und Oberleutnant Hallermann (Manfred Möck) von der Staatssicherheit Ermittlungen anzustellen. Sie vermuten, dass es sich um einen Anwerbeversuch handelt, wie er in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen ist. Bei einer heimlichen Unterredung in einer Baustoffhandlung gibt Fischer zu, keine Meldung gemacht zu haben und schildert den Vorgang.

Einige Zeit später wird Fischer in Westdeutschland erneut von „Schmidt“ angesprochen, der seine Tätigkeit beim Zoll angeblich aufgegeben hat und sich jetzt als Geschäftsmann ausgibt. Er setzt Fischer unter Druck und schlägt ihm ein Geschäft vor: Fischer soll über seinen Schwager das Gerät beschaffen und ihm zeitweise übergeben. Dafür sollen sein Schwager und er jeweils 250.000 DM auf ein Schweizer Konto erhalten. Ansonsten werde das Beschlagnahmeprotokoll gegen ihn eingesetzt.

Fischer gibt die Informationen an die Staatssicherheit weiter. Er wird von nun an überwacht. Das Treffen mit Schmidt soll in einem Interhotel stattfinden. Beim übergebenen Gerät soll es sich allerdings um das Vorgängermodell handeln, da selbst für den Fachmann der Unterschied nicht sofort ersichtlich ist. Fischer übergibt bei einem Kostümfest im Hotel das Gerät an Schmidt, der es mit dem westdeutschen Ingenieur Hans Köth (Gerd Grasse) dokumentiert und fotografiert. Die Dokumentation wird der Botschaftssekretärin Veronika Maß (Karin Ugowski) übergeben.

In Köths Zimmer beschädigt eine vermeintliche Zimmerfrau seine Kamera und seinen Computer. Der Stasi-Major Rausch taucht als Hausdetektiv auf und nimmt den Schaden auf. Köth und Reglin werden festgenommen, ihnen dürfte aber nach Meinung des BND nichts nachzuweisen sein. Die Dokumentation wird von Maß in den Westen gebracht.

Der Film endet damit, dass beim Test wieder Schwierigkeiten in Amerika auftreten und sich der Einsatz somit als Fehlschlag erweist.

Trivia

Köhn verwendet einen Pocket-Computer von Sharp mit der Drucker- und Laufwerkeinheit Sharp CE-125. Die Daten werden auf einer Kassette gespeichert. Im Film werden Szenen verwendet, die in Westdeutschland gedreht wurden. So sieht man Fahrten über die Köhlbrandbrücke in Hamburg und auf westdeutschen Autobahnen und Aufnahmen an Raststätten. Das Auto von Maß hat ein falsches Kennzeichen (HH-B5 55) ohne DIN-Schrift und einem Abstand nach der ersten Ziffer. Es entspricht vom Aussehen weder dem westdeutschen Kennzeichen noch dem Diplomatenkennzeichen der DDR.

DVD-Veröffentlichung 2024 erschien der Film auf DVD.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1990 Kategorie:Agentenfilm Kategorie:Thriller Kategorie:Fernsehfilm (DDR)