Die IGS Wardenburg (Integrierte Gesamtschule Wardenburg) ist eine integrierte Gesamtschule in Wardenburg. Die 2010 gegründete Schule trug bis 2025 den Namen „IGS am Everkamp“.

Geschichte Bis zur Gründung der IGS bestand in der Gemeinde Wardenburg kein gymnasiales Bildungsangebot. Schülerinnen und Schüler, die die gymnasiale Laufbahn einschlagen wollten, besuchten daher Gymnasien in den umliegenden Gemeinden und Städten, darunter die Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn. Im Juli 2008 beantragte die SPD-Kreistagsfraktion die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule. Der Kreistag sprach sich im August 2009 mit 32 Ja-Stimmen bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen dafür aus, bei der Landesschulbehörde die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Wardenburg zu beantragen.

Die IGS wurde zum Schuljahr 2010/11 als Landkreisschule eingerichtet und nahm im August 2010 ihren Betrieb mit 150 Schülerinnen und Schülern sowie zehn Lehrkräften auf. Dem ersten fünften Jahrgang gehörten 71 Kinder aus der Gemeinde Wardenburg, 47 aus der Gemeinde Großenkneten und 32 aus der Gemeinde Hatten an. Da die Zahl der Anmeldungen mit 187 die Aufnahmekapazität überstieg, erfolgte die Vergabe der Schulplätze durch ein Losverfahren.

Nach einer hohen Nachfrage in den ersten Jahren nach der Schulgründung, in denen die Jahrgänge jeweils fünfzügig eingerichtet wurden, gingen die Schülerzahlen zunächst zurück. Seit einiger Zeit steigen sie wieder an, sodass die Anmeldezahlen im Jahr 2025 wieder die Kapazitätsgrenze erreichten und eine stabile Vierzügigkeit ermöglichten.

In den Jahren 2014 und 2017 wurde die IGS als Umweltschule in Europa ausgezeichnet.

Standort Die Schule entstand am Standort der „Everkampschule“, in der seit dem Schuljahr 1971/72 die Hauptschule und seit dem Schuljahr 1979/80 zusätzlich die Realschule von Wardenburg untergebracht waren. Während die IGS ab 2010 jahrgangsweise aufgebaut wurde, lief die Everkampschule bis 2015 aus. Der Schulname IGS am Everkamp nahm auf diese Bezug. mini|Schulhof der IGS Wardenburg (2026) Mit der Einrichtung der Integrierten Gesamtschule ging die Schulträgerschaft von der Gemeinde Wardenburg auf den Landkreis Oldenburg über. Die Gemeinde veräußerte das Schulgelände für 844.000 Euro an den Landkreis. Seither verfügt die Schule über ein landkreisweites Einzugsgebiet.

Das Schulgelände liegt gegenüber dem Waldgebiet „Gloystein Fuhren“, für das die Schule eine Patenschaft übernommen hat. Zum Gelände gehören außerdem ein 1973/74 errichteter Sportplatz, die 1976 gebaute Turnhalle der Gemeinde, das 1978 errichtete kommunale Schwimmbad, ein Tennisplatz, ein Beachvolleyballfeld, eine Skateanlage sowie das 2020 eröffnete Bürgerzentrum mit integriertem Jugendzentrum. Direkt hinter dem Gelände befindet sich die Hunte mit ihrem Deich- und Marschgebiet.

Bis etwa Ende der 1960er Jahre befand sich auf dem Gelände, etwa an der Stelle des heutigen Hallenbads, eine Näherei. Dort waren rund 20 Näherinnen beschäftigt, die Schürzen, Kittel und Nachthemden herstellten. Aus Wardenburg stammten die Stoffe für die deutschen Reiteruniformen bei den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio.

Angebot Die IGS Wardenburg ist eine Ganztagsschule. Die Kernzeiten des Unterrichts sind montags bis freitags von 07:35 Uhr bis 12:50 Uhr. Darüber hinaus können die Schülerinnen und Schüler montags bis donnerstags freiwillig an einem Nachmittagsangebot bis 15:05 Uhr teilnehmen. Ein Nachmittag pro Woche ist dabei als verpflichtender Nachmittagsunterricht vorgesehen.

Schulprofil Das Konzept der Schule setzt auf ein projektorientiertes Arbeiten und Lernen in Form sogenannter Themenpläne. Neben dem Englischunterricht können Spanisch, Französisch und Niederländisch als zweite Fremdsprachen gewählt werden. Es bestehen internationale, lose Kooperationen zu Schulen im Ausland, beispielsweise fanden deutsch-französische, deutsch-polnische sowie im Rahmen des Commenius-Projekts deutsch-niederländische Austausche statt.

Erinnerungskultur und Holocaustgedenken mini|Kugelmannplatz in Wardenburg (2026) Seit 2015 beteiligt sich die IGS Wardenburg an Projekten zur regionalen Erinnerungskultur. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Erinnerung an die jüdische Familie Kugelmann aus Wardenburg, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und im Holocaust ermordet wurde. Gemeinsam mit dem Holocaustforscher Werner Meiners entstanden verschiedene Projekte zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Familie und der nationalsozialistischen Verfolgung jüdischer Menschen in der Region.

Ausgewählte Schülerinnen und Schüler nehmen zudem jedes Jahr an der zentralen Gedenkveranstaltung der Gemeinde Wardenburg am Kugelmannplatz teil.

Gymnasiale Oberstufe Seit ihrer Gründung strebt die IGS Wardenburg an, eine gymnasiale Oberstufe aufzubauen. Schülerinnen und Schüler, die nach der 10. Klasse die allgemeine Hochschulreife erwerben möchten, müssen derzeit an andere Schulen wechseln, beispielsweise an die IGS Kreyenbrück in Oldenburg. Im Jahr 2019 legten dort 27 Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrgangs der IGS Wardenburg ihr Abitur erfolgreich ab. Der Kreistag zeigte sich auch 2025 uneinig über die Zukunft einer Oberstufe in Wardenburg.

Institutionen

Förderverein Im Jahr 2011 gründeten einige Eltern den schuleigenen Förderverein „Freunde und Förderer der IGS Am Everkamp e.V.“ (kurz FuFIGS). Zweck des Vereins ist es Projekte der Schule zu unterstützen, wie beispielsweise die Anschaffung von Spielgeräten oder Lernmittel, die im regulären Budget der Schule nicht berücksichtigt werden können.

Schulleitung Zum ersten Schulleiter wurde 2010 Gernot Schmaeck berufen, Manon von Seggern wurde seine Stellvertretung. Zuvor hatte Schmaeck die Planungsgruppe geleitet, die für die Konzeption und den Aufbau der Schule verantwortlich war. Bis 2019 gehörte außerdem Harry Vogel als didaktischer Leiter der Schulleitung an. Nach Schmaecks Eintritt in den Ruhestand 2023 übernahm Carsten Kliegelhöfer nach kurzer Vakanz die Leitung der Schule.

Weblinks Website der IGS Wardenburg

Einzelnachweise

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