Wilhelm Padel (* 2. Juni 1866; † 10. März 1950) war ein deutscher Diplomat.

Leben Padel studierte Rechtswissenschaften, Türkisch und Neugriechisch in Breslau und Berlin. Türkisch lernte er gemeinsam mit Kurt Ziemke und Curt Prüfer am Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin. 1890 legte er das Referendarexamen ab und trat in den preußischen Justizdienst ein.

1892 wechselte Padel in den Auswärtigen Dienst und war zunächst bis 1909 als Dragoman in Konstantinopel, Jerusalem und Thessaloniki. Er war 1908 zudem kommissarischer Leiter des Konsulats in Beirut und 1909 zudem kommissarischer Leiter des Wahlkonsulats in Tripolis. Von 1909 bis 1911 war er schließlich regulärer Konsul in Beirut. Daraufhin war er von 1911 bis 1914 Direktor der Ägyptischen Hypothekenbank in Kairo. Ab 1914 war er kommissarischer Leiter des Konsulats in Damaskus. 1916 übernahm er kurzzeitig eine Tätigkeit in der Zensurstelle des Auswärtigen Amts beim Haupttelegrafenamt Berlin. Im selben Jahr wurde er Bankdirektor in Konstantinopel. 1918 wurde Padel kommissarischer Leiter der Passstelle Bregenz. 1919 wurde er zugleich deutsches Mitglied des Schiedsgerichts für marokkanische Minenangelegenheiten in Paris. 1920 übernahm er die Leitung des Referats Türkei im Auswärtigen Amt.

1924 wurde Padel Generalkonsul in Izmir. Infolge des Brands von Izmir 1922 musste er sich um den Kauf und die Einrichtung eines neuen Konsulatsgebäudes kümmern. Als Kenner des türkischen osmanischen bzw. türkischen Rechts wurde er zu den mehrjährigen Verhandlungen hinzugezogen, die 1929 zum Abschluss des deutsch-türkischen Konsularvertrages und anderer Rechtsverträge führten. 1925 wurde er von seinen Amtskollegen zum Doyen des Diplomatischen Corps in Izmir erwählt. Padel erreichte Ende Juni 1931 die gesetzliche Altersgrenze. Die an sich zum 1. April durch den Reichshaushaltsetat herbeigeführte Regelung, dass das Generalkonsulat für die Türkei von Izmir nach Istanbul verlegt und an seiner Stelle in Izmir ein Konsulat errichtet werden sollte, wurde mit Rücksicht auf den Ruhestandstermin von Padel erst zum 1. Juli 1931 in die Praxis umgesetzt.Zur Geschichte des Generalkonsulats Izmir (PDF-Datei) auf tuerkei.diplo.de

Padel publizierte mehrere Arbeiten zu Fragen des osmanischen Rechts. 1917 erschien in der Reihe Teubners kleine Sprachbücher seine Einführung in den praktischen Gebrauch der türkischen Sprache. 1921 veröffentlichte er eine Abhandlung über den Vertrag von Sèvres.

Literatur Gerhard Keiper und Martin Kröger: Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945, Bd. 3: L–R, Paderborn u. a. 2008, S. 424 f. Klaus Kreiser: Der Türkisch‐Unterricht am Berliner Seminar für Orientalische Sprachen zwischen 1888 und 1918, 2020, S. 15.

Weblinks Wilhelm Padel in der Kritischen Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis von 1917 bis 1929

Einzelnachweise

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