Armee der Liebenden oder Aufstand der Perversen ist ein Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim aus dem Jahre 1979, der die Homosexuellen-Bewegung in den USA der 1970er Jahre illustriert. Auf Englisch bekannt ist er auch unter dem gleichbedeutenden Titel Army of Lovers or Revolt of the Perverts.

Inhalt Das Plakat zum Film trägt den Untertitel A controversial account of gay liberation struggle in the U.S.Seite zum Film beim Verleiher MissingFilms (Ein umstrittener Bericht über den homosexuellen Befreiungskampf in den USA)

Der Film dokumentiert in ganzer Bandbreite die Auseinandersetzungen in den USA um gegen die Homosexualität und das Aufbegehren der Homosexuellen gegen ihre Diskriminierung oder strafrechtliche Verfolgung. Der Regisseur unterstreicht, dass er als Mann nur für die Schwulen sprechen kann und klammert deshalb im Bericht die lesbische Sexualität weitgehend aus.

Unter anderem thematisiert der Film das propagandistische Auftreten von Anita Bryant, einer seinerzeit populären Anti-Gay-Aktivistin. Ebenso die Gründung und Tätigkeit der Schwulen-Organisationen National Gay Task Force (NTGF) und American Civil Liberties Union (ACLU) sowie einer Kirche für Schwule, einer Nazi-Verbindung für Schwule und einer Vereinigung für die Legalisierung von Sex zwischen erwachsenen Männern und Jungen nach der Pubertät. Beschrieben wird auch der Fall des Robert Hillsborough, der 1977 bei einem homophoben Gewaltverbrechen ermordet wurde. In Los Angeles traf Praunheim den Schriftsteller John Rechy (* 1931), der mit einem Buch über die Stricher-Szene bekannt wurde.

Veröffentlichung Die Weltpremiere fand am 12. März 1979 beim Filmfestival Filmex in Los Angeles statt.

Notizen Die Band Army of Lovers gab sich ihren Namen in Ahnlehung an den Film.

Rezeption „In diesem eindringlichen, sehr persönlichen und vor allem ehrlichen Dokumentarfilm schildert Von Praunheim den Aufstieg der Schwulenbewegung in den USA. In unverblümten, direkten und teils drastischen Szenen erkundet er ohne Umschweife die gesamte schwule Subkultur, die in ihrer Komplexität und Vielfalt alle Facetten des amerikanischen Lebens durchdringt.“ (Los Angeles International Film Exposition) Der bekannte Filmkritiker J. Hoberman schrieb für die Village Voice: „Der Film hat seine eigenen Momente der sentimentalen Strenge, aber es ist ein aufrichtiger, herausfordernder und oft mitreißender Film, der ein möglichst breites Publikum verdient.“ Der Filmdienst resümierte: „Von Praunheim hat aus Interviews und Demonstrationen eine kunterbunte, aber dank klaren Aufbaus gut überschaubare Bestandsaufnahme der Homosexuellen-Szene montiert.“

Weblinks

Film-Homepage beim Verleiher MissingFilms

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1979 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Rosa von Praunheim Kategorie:Homosexualität im Film Kategorie:Homosexualität in den Vereinigten Staaten