Die Wasserdüsenwebmaschine ist eine Produktionsanlage der Weberei, die mit einem System der Schussfadeneintragung durch einen Wasserstrahl arbeitet.Talavášek: Tkalcovská příručka, SNTL Praha 1980, str. 498–505. Eine ähnliche Produktionsanlage ist die Luftdüsenwebmaschine, welche statt einen Wasserstrahl einen Luftstrahl verwendet.

Funktion der Schussfadeneintragung Der Schussfaden wird in das Webfach mit Hilfe eines Strahls vom gepressten Wasser eingetragen. Die wichtigsten Teile der speziellen Ausstattung: eine Wasserpumpe mit Kompressor, eine Einführdüse mit Speisevorrichtung sind zwei Thermoschneider,() sowie zwei Leno (Kanten-Abbindungsgeräte).()

Schematische Darstellung des Ablaufs (bei jeder Maschinenumdrehung): Der Schussfaden wird am Rand der Webmaschine von einer Kreuzspule abgewickelt und durch eine Speisevorrichtung zur Einführdüse gebracht In die Düse strömt gleichzeitig stark gepresstes (ca. 0,15 MPa) Wasser Der Schussfaden wird durch einen Wasserstrahl (ca. 0,002 l) durch das Webfach zum anderen Maschinenrand getragen Der Schussfaden wird an beiden Rändern durch den Thermoschneider abgeschnitten und mit dem Leno-Gerät ins Gewebe eingebunden

Konstruktion und Verwendung der Webmaschine Moderne Maschinen werden mit Arbeitsbreite 170–280 cm gebaut, die maximale Schusseintragungs-Leistung erreicht 2280 m/m. Der Lärmpegel der Maschine soll nicht 88 dB übertreten. Das System ist gut geeignet für die Verarbeitung von Filamentgarnen mit der Feinheit 2,2–110 tex aus allen Kunstfaserarten einschließlich Glas und Carbon. Gewebedichte ist bis maximal 118 Schussfäden/cm herstellbar.

Das mit Wasserdüsenmaschinen hergestellte Gewebe wird hauptsächlich verwendet: für Tages- und Sportkleidung und für technische Zwecke als Futter und Zwischenlagen für Bekleidung und Heimtextilien als technische Textilien, insbesondere für Erzeugnisse mit hohen Anforderungen auf Beständigkeit und Dichte

Geschichte der Wasserdüsenwebmaschinen Seit den 1930er Jahren wurde in mehreren Ländern mit der Schusseintragung an der Webmaschine per Düsenstrahl experimentiert. Die erste praktisch verwendbare Maschine mit einer Wasserstrahldüse brachte in den 1950er Jahren der tschechische Erfinder Vladimir Svatý. Die Maschine wurde auf der Brüsseler Expo 58 ausgestellt und 1959 im tschechischen Semily der welterste Produktionsbetrieb mit 150 Maschinen dieser Art (105 cm Arbeitsbreite, 350 Schuss/min) eröffnet.Day/McNeil: Biographical Dictionary of the History of Technology, Taylor & Francis 1998, ISBN 978-0-415-19399-3, S. 685 Die Technik der Schusseintragung durch Wasserstrahl haben dann besonders japanische Firmen weiterentwickelt. Zuerst nahm Nissan 1972 die Arbeiten zu diesen Webverfahen auf.

Ende des 20. Jahrhunderts waren weltweit 140.000 Waserdüsenwebmaschinen installiert (davon 95 % in Asien),A Study with Documents, Routledge 2013, ISBN 978-1-134-54714-2, S. 174 im Jahr 2019 kamen 78 000 neue Maschinen dazu. 2024 wurde der globale Verkaufserlös für Wasserstrahlwebmaschinen mit 2,1 Milliarden USD verzeichnet (Stückpreis 5.000–30.000 USD).

Literatur Jordan: Alternative Fadentransportsysteme für die Herstellung textiler Flächen, Shake Verlag 2020, ISBN 978-3-8440-7417-8.

Einzelnachweise

Kategorie:Arbeitsmittel (Weberei) Kategorie:Textilmaschine