Peter Barth (* 1971 in Wien) ist ein österreichischer juristischer Autor, ehemaliger Richter und leitender Staatsanwalt. Er leitet die für Familien-, Personen- und Erbrecht zuständige Fachabteilung im Bundesministerium für Justiz. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Familienrecht, Erbrecht, Erwachsenenschutzrecht und Personenrecht. Er gilt als einer der fachlichen Begleiter mehrerer Reformen des österreichischen Zivilrechts seit den 2010er Jahren.
Leben Barth studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und promovierte 1999 zum Doktor der Rechte. Nach Tätigkeiten an der Universität Wien und im richterlichen Dienst war er unter anderem als Familienrichter tätig. Später wechselte er in das Bundesministerium für Justiz, wo er zunächst als dienstzugeteilter Richter und anschließend als leitender Staatsanwalt tätig wurde. Dort übernahm er 2013 die Leitung der Abteilung für Familien-, Personen- und Erbrecht.
Wirken Im Bundesministerium für Justiz befasst sich Barth insbesondere mit der Vorbereitung und Begleitung zivilrechtlicher Gesetzgebungsvorhaben. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen das Kindschaftsrecht, das Erwachsenenschutzrecht, das Unterbringungs- und Heimaufenthaltsrecht, das Namensrecht, das Erbrecht sowie angrenzende Fragen des Medizin- und Bioethikrechts.
Er war an mehreren bedeutenden Reformen des österreichischen Zivilrechts führend beteiligt, darunter
die Reform des Kindschafts- und Namensrechts 2013, die Novelle des Fortpflanzungsmedizinrechts, die Erbrechtsreform 2015, das Zweite Erwachsenenschutz-Gesetz sowie weitere Reformen des Familien- und Personenrechts.
Besonderes Augenmerk legt Barth darauf, die Grundlagen der von ihm vorbereiteten Reformen partizipativ in großen Arbeitsgruppen unter Einbeziehung nicht nur von Vertretern der verschiedenen Berufsgruppen, sondern auch der betroffenen Menschen zu erarbeiten. So haben bei Vorbereitung des Zweiten Erwachsenenschutz-Gesetzes Menschen mit Behinderungen an der Reform unmittelbar mitwirken können, was etwa vom Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten NationenAusschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen im Rahmen der zweiten Staatenprüfung Österreichs positiv hervorgehoben wurde. Die derzeit in Vorbereitung befindlichen Reformen im Kindschafts- bzw. Ehe- und Partnerschaftsrecht startete Barth mit Befragungen von Jugendlichen zu ihren Erwartungen an diese Rechtsmaterien (siehe Einzelnachweis 2).
Neben seiner Tätigkeit im Bundesministerium wirkt Barth regelmäßig als Vortragender bei wissenschaftlichen Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen für Richter, Notare sowie Rechtsanwälte. Er ist außerdem Lehrbeauftragter an der Sigmund Freud Privat Universität Wien und an der Johannes Kepler Universität Linz.
Wissenschaftliche Tätigkeit Barth veröffentlicht regelmäßig Beiträge zum österreichischen Familien-, Erb- und Erwachsenenschutzrecht. Er ist Gründer, Mitherausgeber und Schriftleiter der ‘‘Interdisziplinären Zeitschrift für Familienrecht (iFamZ)’’ sowie Herausgeber mehrerer juristischer Sammelwerke und Handbücher.
Seine Publikationen befassen sich insbesondere mit der praktischen Umsetzung zivilrechtlicher Reformen und der Fortentwicklung des österreichischen Familien- und Erbrechts.
Veröffentlichungen (Auswahl) Barth/Toyooka, Unterbringungsgesetz (2025) Traar/Pesendorfer/Lagger-Zach/Fritz/Barth, Erwachsenenschutzrecht² (2023) Barth/Dokalik/Potyka, ABGB27 (2022) Barth/Ganner (Hrsg.), Handbuch des Erwachsenenschutzrechts³ (2018) Barth/Erlebach, Kindschaftsrecht für Sozial- und Gesundheitsberufe (2018) Barth, Das neue Erwachsenenschutzrecht (2017) Barth/Pesendorfer (Hrsg.), Praxishandbuch des neuen Erbrechts (2016) Barth/Erlebach (Hrsg.), Handbuch des neuen Fortpflanzungsmedizinrechts (2015) Barth/Pesendorfer, Erbrechtsreform 2015 (2015) Barth/Deixler-Hübner/Jelinek (Hrsg.), Handbuch des neuen Kindschafts- und Namensrechts (2013) Barth/Deixler-Hübner (Hrsg.), Handbuch des Kinderbeistandsrechts (2011) Barth (Hrsg.), Die Unterbringungs- und Heimaufenthaltsnovelle 2010 (2010) Barth/Engel, Heimrecht (2004)
Weblinks Geschäftseinteilung des Bundesministeriums für Justiz Lehrendenprofil der Johannes Kepler Universität Linz Lehrendenprofil der Sigmund Freud Privat Universität Autorenprofil des Linde Verlags
Einzelnachweise
Kategorie:Jurist Kategorie:Sachbuchautor (Rechtswissenschaft) Kategorie:Staatsanwalt (Österreich) Kategorie:Beamter (Republik Österreich) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann