Franz Josef Philipp Steinhauer (* 18. November 1890 in Karlsruhe; † 1985) war ein deutscher Architekt und Baubeamter. In den 1920er Jahren entwarf er mehrere stadtbildprägende öffentliche Gebäude in der damals selbstständigen Stadt Hamborn, die heute zu Duisburg gehört.

Leben

Franz Steinhauer besuchte von 1897 bis 1901 die Volksschule in Fulda. Anschließend wechselte er an das Königliche Gymnasium zu Fulda, das er 1910 mit dem Abitur abschloss. Im selben Jahr begann er ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule München. Nach einem Jahr setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule Aachen fort und schloss es im Oktober 1914 als Diplom-Ingenieur ab.

Im Anschluss wurde Steinhauer als Soldat im Ersten Weltkrieg eingesetzt, wofür er 1916 das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie 1917 das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen erhielt.

Am 4. Juni 1921 legte Steinhauer in Berlin die Staatsprüfung für den höheren technischen Dienst ab und wurde zum Regierungsbaumeister qualifiziert. Anschließend trat er in den Dienst der damals selbstständigen Stadt Hamborn. Dort entwarf er mehrere öffentliche Gebäude, darunter das Stadtbad Hamborn.

Nach der Eingemeindung Hamborns nach Duisburg im Jahr 1929 wurde Steinhauer 1931 zum Städtischen Baurat der Stadt Duisburg ernannt. Zunächst leitete er das Baupolizeiamt Duisburg-Nord, ab 1933 das Hochbauamt II. Im Jahr 1939 folgte die Beförderung zum Städtischen Oberbaurat als Nachfolger von Alfred Spelsberg. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm er zusätzlich die Leitung des städtischen Luftschutzamtes. Für diese Tätigkeit erhielt er 1941 das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse sowie das Luftschutz-Ehrenzeichen. Steinhauer war nicht Mitglied der NSDAP.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Steinhauer entnazifiziert. Er setzte seine Tätigkeit als Leiter des Hochbauamtes in Hamborn fort. Im Jahr 1958 trat er in den Ruhestand. Er starb 1985 im Alter von 95 Jahren.

Steinhauer war römisch-katholischer Konfession und lebte in Hamborn in einer Wohnung an der Mecklenburger Straße 1.

Bauwerke (Auswahl)

1920er Jahre: Bauliche Erweiterungen (Gewächs- und Schauhäuser, Wasserbassins, Umfriedungsmauer) des 1905 angelegten Botanischen Gartens Hamborn, ausschließlich die Umfriedungsmauer hat den Zweiten Weltkrieg überstanden 1923–1925: Eingangsgebäude des Schwelgernstadions in Hamborn, repräsentativer eingeschossiger Dreiflügelbau aus Backstein im spätexpressionistischen Stil mit Zollingerdach 1927–1929: Gewerbliche Berufsschule in Hamborn, heute Robert-Bosch-Berufskolleg, viergeschossiger dreiflügeliger Backsteinbau im Stil der zeitgenössischen Zweckarchitektur 1929–1938: Stadtbad Hamborn, heute Sitz des Jobcenters, Backsteinbau im Stil der Neuen Sachlichkeit 1940–1941: Bunkergebäude Friedenstraße 3 im Stadtteil Hochfeld, zusammen mit Fritz Leykauf, verklinkertes viergeschossiges Bunkergebäude mit ziegelgedecktem Walmdach, das zwei eingeschossige Anbauten mit Satteldach besitztAndreas Miadowicz: Unterschutzstellungsverfahren – Eintragungstext Bunkergebäude Friedenstraße. Stadt Duisburg, Untere Denkmalbehörde, 18. November 2022. nach 1945: Erweiterung des Stadtbads Hamborn um einen Schwingboden über dem zweiten Schwimmbecken sowie eine Besuchertribüne

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Person (Duisburg) Kategorie:Architekt der Moderne Kategorie:Baumeister (Deutschland) Kategorie:Absolvent der RWTH Aachen Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter) Kategorie:Hamborn Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1890 Kategorie:Gestorben 1985 Kategorie:Mann