mini|hochkant|Edmond Prévot mini|hochkant|Edmond Prévot – Altarbild: Saint-Jean-Baptiste, le Précurseur. Bordeaux, Basilique Saint-Michel, Chapelle Saint-Jean-Baptiste Edmond Prévot (eigentlich Sébastien-Edmond Prévot; * 4. November 1838 in Bordeaux; † 7. Oktober 1892 ebenda) war ein französischer Porträtbildhauer und Medailleur.
Leben Sébastien-Edmond Prévot war der älteste von drei Söhne des Steinmetzen Martin Prévot und dessen Frau Catherine (geborene Roux). Die Familie lebte in einem Haus in der Grande Rue Saint Jean Nr. 49 in einfachen Verhältnissen. Prévot erlernte von 1853 bis 1857 die Bildhauerei bei Louis de Coëffard de Mazerolles, der Prévots spätere Kunst tiefgreifend prägte und die beiden Künstler in einer lebenslange Freundschaft verband. Zugleich besuchte er die Kunstschule (École des Beaux-Arts) in der Sektion Bildhauerei und Kurse im Zeichnen, in Anatomie und der Geschichte der Kunst. Nach Abschluss der Lehrzeit wandte sich Prévot an die Stadtverwaltung, um sich für ein Stipendium für sein weiteres Studium in Paris zu bewerben. Hierfür reichte er seine Skulptur Ajax zur Begutachtung ein. So erhielt er eine Unterstützung von je 1.500 Francs für die nächsten drei Jahre, für die er als Gegenleistung verpflichtet wurde, Werke einzureichen, um seine Fortschritte beurteilen zu können.
Im Januar 1858 schrieb er sich im Atelier von François Jouffroy ein, um mit dessen Empfehlung die École des Beaux-Arts besuchen zu können. Am 7. Oktober 1858 wurde er dort angenommen und erhielt Unterricht im Zeichnen nach lebenden Modellen antiken Statuen oder Reliefs. Prévot nahm an den Wettbewerben der Schule teil und belegte im Sommersemester 1861 den zweiten Platz von 24 Teilnehmern. Dank seiner Fortschritte und durch die Empfehlungsschreiben, die Jouffroy gemeinsam mit William Adolphe Bouguereau und Léon Cogniet an die Stadtverwaltung von Bordeaux richtete, wurde er 1861 vom Militärdienst befreit und erhielt zusätzliche zweitausend Francs und einer Verlängerung seines Stipendiums um ein weiteres Jahr. Im Jahr 1864 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, wo er fortan seine künstlerische Laufbahn verbrachte. Doch wurden die offiziellen Aufträge zumeist an Dominique Fortuné Maggesi (1801–1892) vergeben, so dass sich Prévot mehr auf die Ausstellungen im Salon des Amis des Arts in Bordeaux (regelmäßig ab 1864) und den Pariser Salon konzentrierte, den er von 1874 bis zu seinem Tod ebenfalls mit Statuen und Büsten beschickte und dort im Jahr 1887 für das Werk La Course interrompue eine ehrenvolle Erwähnung erhielt.
Am 1. Februar 1886 wurde Prévot der Nachfolger von Maggesi als Professor für Bildhauerei und Statuarik an der École des Beaux-Arts de Bordeaux. Dieser hatte die 1832 gegründete Bildhauerschule über ein halbes Jahrhundert geleitet. Die im Jahr 1885 begonnenen Reorganisation der Städtischen Schule für Architektur, Malerei und Zeichnen, der nun auch die Bildhauerausbildung angegliedert war, stellte den ersten Schritt zur Gründung einer Städtischen Kunsthochschule dar, die vier Jahre später eröffnet wurde. Seit 1886 erhielt er nun auch die öffentlichen Aufträge und sollte unter anderem fünf Marmorbüsten der ehemaligen Bürgermeister der Stadt (Büsten von Basilide Billaudel, Albert Brandenburg, Charles de Bryas, Émile Fourcand und Antoine Gautier) anfertigen, für die er jeweils mit 4.000 Franc entlohnt wurde und die im Mai 1889 im Rathaus aufgestellt wurden. Offiziell blieb Maggesi Stadtbaumeister, auch wenn er keine Aufträge mehr ausführte. Dieser starb im Februar 1892 und da auch Prévot in diesem Jahr verstarb, wurde der Pariser Bildhauer Gaston Veuvenot Leroux nun zum offiziellen Stadtbildhauer und 1895 zu seinem Nachfolger als Professor ernannt.
Prévot war Mitglied der Académie nationale des sciences, belles-lettres et arts de Bordeaux, wo er die Nachfolge seines Lehrers Louis de Coëffard de Mazerolles antrat, sowie Offizier der Académie.
Familie Prévot war seit dem 7./9. Juli 1864 mit Julie Dubois verheiratet, die er während seines Studiums in Paris kennengelernt hatte. Sie war Näherin und hatte bereits zwei Kinder. Isabelle Berthe (* 14. März 1860) wurde Pianistin und trat mehrmals im Grand Théâtre auf. Edmond, genannt Léon, Prévot (* 6. August 1865) arbeitete als Verkäufer Léa Prévot (1878–1937)
Prévot wurde 1892 auf dem Cimetière de la Chartreuse beigesetzt, auf dem sich mehrere seiner Werke befinden.
Werk Zu den bekannten Arbeiten Prévots in Bordeaux zählen:
Fontaine du Parlement: vier bekrönende Frauenköpfe, 1865 Palais Rohan: die Steinfiguren Le Commerce et l'Industrie und Les Arts an der Fassade, 1869 Kirche Notre-Dame: die Figurenpaare Ambroise et Augustin sowie Jérôme et Grégoire an der Fassade, 1865 École philomathique (rue Abbé de l’Épée): Giebelrelief Allégorie de l’Instruction publique, 1872 Parc Bordelais: Denkmal für Camille Godard, 1890 Place Gambetta: Jeune Berger, Bronzestatue (unter dem Vichy-Regime eingeschmolzen), 1874 Cimetière de la Chartreuse: Grabmal für Camille Godard, große Wandstele mit Medaillon Musée des Beaux-Arts de Bordeaux: Bildwerke im Bestand
Literatur
Pierre Kjellberg: Le Nouveau Guide des statues de Paris. La Bibliothèque des Arts, Paris 1988. Prévot, Edmond. In: Émile Bellier de la Chavignerie, Louis Auvray: Dictionnaire général des artistes de l'école française depuis l'origine des arts du dessin jusqu'à nos jours. Band 2, Librairie Renouard, Paris 1885., S. 315, linke Spalte (französisch, ). Leonard Forrer: Biographical Dictionary of Medallists. Band 4: M–Q. Spink & Son, London 1909, S. 689 (englisch, ). Prévot, Edmond. In: E. Bénézit – Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Band 11, Gründ, Paris 1999, S. 242 (französisch, – Leseprobe). Chronique des arts et de la curiosité. 1892, S. 263. Édouard Féret: Statistique générale, topographique, scientifique, administrative, industrielle, commerciale, agricole, historique, archéologique et biographique du département de la Gironde. Band 3, Féret et Fils, Bordeaux 1889, S. 518. Sophie Dutheil: Vie et œuvre du statuaire bordelais Edmond Prévot (1838–1892). In: Revue archéologique de Bordeaux. Band 91, 2000, S. 245–270.
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Einzelnachweise
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