Der Hutberg (auch Großer Hutberg genannt) mit bildet mit dem südlich benachbarten 298 m hohen Kleinen Hutberg eine Erhebung bei Schönau-Berzdorf auf dem Eigen im Landkreis Görlitz. Sie überragen das Lößplateau zwischen den Tälern von Pließnitz und Gaulebach um etwa 50 m. Zwischen beiden Berggipfeln liegt eine breite, grünlandgeprägte Einsattelung.

Vom Gipfel des Großen Hutberges ist aufgrund der größer werdenden Gehölze kaum noch eine gute Fernsicht möglich.

Geographie Die bewaldete Kuppe des Großen Hutberges ruht auf einem knapp 750 m langen, flachen, schildförmigen Rücken – dem verbleibenden Teil einer Basaltdecke, die im Tertiär über den Lausitzer Granodiorit auflag. Die steilen Westhänge sind großflächig mit Basaltblöcken bedeckt und weisen stellenweise Böschungsneigungen von über 12° auf. Nach Osten geht die Erhebung mit geringer Neigung allmählich in die umgebenden Lösshänge über.

Geschichte mini|Karte von Oberreit mit dem „Hüthberg“, 1844–46 Auf dem Großen Hutberg liegt eine Ringwallanlage (mit einem alten Brunnen), deren Südseite durch einen Turmhügel verstärkt ist. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde nachgewiesen, dass über einem Holz-Erde-Wall eine mit Mörtel errichtete Mauer aufgesetzt war. Auf Grundlage der geborgenen Keramikfunde gehen die Archäologen von einer Nutzung der Befestigung – mit zeitlichen Unterbrechungen – vom 10. bis zum 15. Jahrhundert aus.

mini|Vermessungspodest auf dem Hutberg mini|Denkmal auf dem Hutberg Auf dem Gipfel befindet sich ein Podest der ehemaligen Station Hutberg der sächsischen Triangulation aus dem Jahr 1864; die Abweichung zwischen der eingravierten Jahreszahl 1864 und der Angabe des Stationsbaus im Mai 1865 weist auf Verschiebungen im Baufortschritt hin, da die Pfeiler oft in Serien gefertigt wurden.https://www.landesvermessung.sachsen.de/historische-triangulationssaule-hutberg-7105.html Im Rahmen der Triangulierung wurden auf der Station „Hutberg“ Richtungsbeobachtungen zu den benachbarten Dreieckspunkten durchgeführt. Der so bestimmte Festpunkt diente über Jahrzehnte als geodätischer Bezugspunkt für örtliche Detailvermessungen und die Erstellung von Karten. Der Bau der Station erfolgte unter der Leitung von Professor Christian August Nagels Assistenten Robert Helmert und verursachte Kosten in Höhe von 146 Mark. Der Gutsbesitzer Ebermann aus Schönau a. d. Eigen erteilte dafür das Baurecht. Der Monolith ist 1,5 m tief im tragfähigen Boden gegründet und aus Herwigsdorfer Granit hergestellt. Eine Deckplatte schützt die obere Fläche; ob sie ursprünglich vom Hutberg stammt, ist nicht geklärt. Nahebei steht ein Gedenkstein aus Granodiorit mit der Inschrift „Arum maculatum - Dem Frieden“ (Arum maculatum ist der lateinische Name für den Gefleckten Aronstab). Der Stein wurde 1889 vom Eigenschen Kreis aus Anlass der 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin gestiftet und 1954 neu gestaltet.

Seit den 1960er Jahren ist die Vermessungsstation Bestandteil des staatlichen Vermessungsnetzes 3. Ordnung und war zeitweise mit einem hölzernen Hochsignal überbaut. Auch heute kann der Punkt bei Bedarf weiterhin für vermessungstechnische Aufgaben herangezogen werden.

An der Nordseite des Großen Hutberges befand sich bis zur Jahrhundertwende ein halbkreisförmig angelegter Basaltbruch, der betrieben wurde. Die Einwohner von Schönau gestalteten diesen Bereich zu einer Freilichtbühne um und ergänzten ihn um weitere Einrichtungen (insbes. Holzhütten) für die Naherholung und für Festivitäten. Von dort führt ein Weg mit Geländer, der im Jahr 1955 von Naturfreunden angelegt wurde, über eine gipfelnahe Schutzhütte bis zum Gipfel.

Botanik Der Hutberg stellt in botanischer Hinsicht ein Kleinod des Landkreises Görlitz dar. Ein lindenreicher Stieleichen-Hainbuchen-Wald, der an der Kuppe in einen Ahorn-Eschen-Wald übergeht, zeigt im Frühjahr einen blauen Teppich aus Leberblümchen (Hepatica nobilis), der mit rotvioletten Blüten des Mittleren Lerchensporns (Corydalis intermedia) durchmischt ist. Ein wenig später breiten sich weitere Frühjahrsgeophyten wie Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) und Scharbockskraut (Ficaria verna) besonders über die Kuppe des Großen Hutberges aus. Außerhalb des Gehölzbestandes haben sich einige subkontinentale, wärmeliebende Arten halten können. Unter den wärmeliebenden Sträuchern gedeiht der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) und Weißdornarten (Crataegus).

Sage Einer Sage nach hatte ein Ritter Bernhard seinen Sitz auf dem Hutberg. Auf seinen Jagdzügen verwüstete er die Fluren der Bauern. Aufgrund ihrer Klagen erhielt der Ritter, der stets einen blauen Hut trug, vom Landvogt eine Rüge erteilt. Dem Volksglauben nach verbüßt Blauhütel, wie er genannt wurde, den Frevel seit seinem Tode dadurch, dass er nachts als wilder Jäger umherziehen muss.Knothe, H.: Urkundliche Geschichte des Eigenschen Kreises in der Königlich Sächsischen Oberlausitz. Neues Lausitz. Magazin 47 (1870), S. 1–86

Literatur

Einzelnachweise

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