mini|250px|Keldby Kirke – Südseite
Die Kirche von Keldby (Keldby Kirke) liegt im Dorf Keldby auf der Insel Møn in Dänemark, ca. 4 km östlich der Inselhauptstadt Stege. Sie ist eine von drei Kirchen auf Møn, die Fresken des Elmelunde-Meisters aufweisen. Die Kirche gehört zum Bistum Roskilde der evangelisch-lutherischen Dänischen Volkskirche.
Bau und Baugeschichte Das Kirchengebäude gliedert sich in das Kirchenschiff, den Chor mit einer kleinen angebauten Sakristei und den Turm. Das unverputzte Mauerwerk besteht aus Backsteinen im Klosterformat. Ein rotes Ziegeldach schließt den Bau nach oben ab. An den Seitenwänden des Langhauses ist unter dem Dach ein Ziergesims erhalten. Der Chor ist deutlich schmaler als das Langhaus, sein gestufter Giebel zeigt ein weiß-rotes Streifenmuster.
Der Turm ist mit seinem Satteldach quer zur übrigen Kirche ausgerichtet. An den Rändern der Westseite werden durch vorspringendes Mauerwerk zwei Pilaster gebildet. Oben an den Giebelwänden sind je zwei große Schallöffnungen dicht nebeneinander angeordnet. Nach oben schließt sich ein Stufengiebel mit verputzten Wandnischen an.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in der Epoche der Romanik, entstanden das ursprüngliche Langhaus und der Chor. Von den ehemaligen romanischen Fenstern und Türen sind heute nur noch Spuren vorhanden, einige sind zugemauert. Um 1480 wurde der Chor erhöht und das Langhaus erhielt ein Kreuzrippengewölbe. Der Turm entstand im 16. Jahrhundert, um 1700 wurde die Sakristei angefügt.
mini|150px|Innenraum nach Westen
Inneres Das spätgotische Kreuzrippengewölbe prägt mit seinen Malereien den Innenraum die Kirche Es bildet zwei Joche im Langhaus. Im Chor ist das Gewölbe unregelmäßig gestaltet. Der halbrunde Triumphbogen zwischen Chor und Langhaus ist aus der romanischen Zeit erhalten geblieben.
Ausstattung Kanzel Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1586. Der Kanzelkorb zeigt ein Feld mit einem Kruzifix, eingerahmt von zwei Feldern mit einem gekrönten FS. Das FS steht für Fredericus Secundus, Friedrich II. von Dänemark. Die übrigen Felder sind mit floralen Mustern verziert. Eingerahmt werden die Felder am Korb von Halbsäulen mit ionischen Kapitellen. Auf den Feldern des Treppenaufgangs sind zwei Bilder von Martin Luther und Philipp Melanchthon zu sehen.
Altar Der Altartisch zeigt auf der Vorderseite drei rundbogige Nischen, die an romanische Kirchenfenster erinnern. Die Bemalung ist ursprünglich. Hinter dem Tisch erhebt sich das reich verzierte Altartriptychon, vermutlich aus dem späten 15. oder dem frühen 16. Jahrhundert stammend. In der Mitte steht eine große Figur des Heiligen Andreas mit seinem Kreuz, beidseitig davon sind Szenen aus seinem Leben dargestellt. In den Außenflügel stehen zwölf Figuren, die vermutlich die Apostel präsentieren.
Taufstein Der Taufstein besteht aus Granit und stammt aus der Zeit der Romanik. Genaueres über die Herkunft ist nicht bekannt.
Grabmale mini|150px| Grabstein von 1371
In der Kirche befindet sich ein Grabstein aus dem Jahr 1371. Der Stein zeigt Reliefs des Ritters Herrn Heming Molteke, der auf einem Löwen steht, Frau Elsebe und Frau Christina, beide mit Kopfschmuck.
Aus dem Latinischen übersetzter Text:
Im Jahr des Herrn 1326 starb am Franziskustag Herr Heming Molteke Ritter, und 55 am Mariä Verkündigungstag starb Frau Elsebe, seine Gemahlin, und 47 starb Frau Christina, die Gemahlin von Herrn Fikke Molteke.
Im Turmzimmer gibt es außerdem einen Grabstein aus den 1640er Jahren.
Wandmalereien Die Wandmalereien der Keldbyer Kirche stammen aus fünf Epochen, von drei Epochen sind die Werke noch gut erhalten: Malereien an den Chorwänden und am Chorbogen von 1270 bis 1280 Malereien an den Langhauswänden und am Triumphbogen von 1325 Malereien am Gewölbe des Langhauses von 1500 bis 1520 Letztere stammen von einem Künstler, der mit dem Notnamen Elmelunde-Meister bezeichnet wird. Er gestaltete auch die Malereien in den Kirchen von Fanefjord und Elmelunde auf Møn sowie in den Kirchen von Tingsted, Nørre Alslev und Aastrup.
Nach der Reformation wurden die Malereien übertüncht. Sie blieben bis 1883 verborgen und wurden 1890 erstmalig von Jacob Kornerup freigelegt und restauriert. 1933 bis 1934 erfolgte eine weitere Restaurierung.
Der Friedhof Der Friedhof ist von Wällen aus Findlingen umrahmt, im Nordosten steht ein Eingangstor.
Quellen (Weblinks)
Die Informationen stammen zum großen Teil aus der Dänischen Wikipedia und den dort angegebenen Quellen. Keldby Kirke - Danmarks Nationalleksikon Keldby Kirke - Nationalmuseet - Danmarks Kirker
Keldby Keldby Møn|Keldby Kategorie:Kirchengebäude der Backsteinromanik Kategorie:Bauwerk der Romanik in Dänemark Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert