Die Markgräfler Rheinebene (auch: Colmar-Neuenburger Rheinebene) ist die naturräumliche Haupteinheit Nr. 200 in der Großlandschaft Mittleres Oberrheintiefland im Südwestdeutschen Stufenland gemäß der Systematik des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands.
Lage
Der Naturraum umfasst die rechtsrheinische Rheinniederung zwischen dem Kaiserstuhl und Basel. Die Westliche Grenze bildet der Rhein bzw. die auf französischer Seite anschließende Elsässische Rheinebene (Plaine d'Alsace). Im Osten wird er durch das Markgräfler Hügelland (Nr. 201) und die Freiburger Bucht (Nr. 202) begrenzt. Im Norden bildet der Kaiserstuhl (Nr. 203) die Naturraumgrenze, im Süden grenzt der Dinkelberg (Nr. 161) bzw. das Hochrheintal (Nr. 160) an.
Ortschaften im Naturraum Folgende Städte und Ortschaften (von Norden nach Süden) liegen mit ihrem Ortszentrum oder größeren Flächenanteilen im Naturraum (unvollständige Aufzählung):
Beschreibung Die Markgräfler Rheinebene liegt auf einer Höhe zwischen rund und . Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 63 km, an der breitesten Stelle ist der Naturraum rund 8 km breit, an den schmalsten Stellen nur wenige hundert Meter.
Der Naturraum umfasst im Wesentlichen die von der Flussdynamik des Oberrheins geschaffene Talsohle des Oberrheintals, die durch Schotter der Neuenburg-Formation und Auensedimente bestimmt sind. Prägendes Landschaftselement ist der begradigte Oberrhein und dessen Zuflüsse, die Unterläufe von Bächen, die im Schwarzwald oder im Markgräfler Hügelland entspringen. Darunter Möhlin, Sulzbach, Klemmbach, Hohlebach und Kander. Insbesondere der Norden des Naturraums ist darüber hinaus von zahlreichen Baggerseen, die durch Kiesabbau entstanden sind, geprägt.
Der Naturraum ist relativ dicht besiedelt und mit zahlreichen Verkehrswegen durchzogen. Die bedeutendsten Verkehrsachsen sind die Bundesautobahn 5, die Bahnstrecke Mannheim–Basel samt der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel sowie der Oberrhein selbst als bedeutende Wasserstraße.
Naturräumliche Gliederung Der Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen gliedert sich wie folgt:
200 Markgräfler Rheinebene 200.0 Rheinaue 200.02 Breisacher Aue 200.03 Burkheimer Aue 200.1 Hochgestade des Rheins 200.12 Hausen-Rimsinger Hochgestade 200.13 Breisacher Alluvialebene
Schutzgebiete Die größten Naturschutzgebiete im Naturraum sind die Gebiete Trockenaue Neuenburg am Rhein, Zwölferholz-Haid und der Flughafen Bremgarten. Insgesamt gibt es im Naturraum 17 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 11 km².
6 FFH-Gebiete mit einer Flächengröße von insgesamt rund 190 km² und ebenso viele Vogelschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 69 km² zeigen die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Naturraums trotz der dichten Besiedlung. Insgesamt ergibt sich ein effektiver Schutzgebietsanteil von rund 28 %.
Große Teile des Naturraums gehören auch zum deutsch-französischen Ramsar-Gebiet Oberrhein/Rhin supérieur und sind damit ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung.
Einzelnachweise
Fläche nach Layer „Naturräumliche Gliederung“ im Daten- und Kartendienst der LUBW
Weblinks
Karte des Naturraums im Daten- und Kartendienst der LUBW
Kategorie:Region in Baden-Württemberg Kategorie:Landschaft in Baden-Württemberg Kategorie:Oberrhein