Trio (Wesleyan) 2005 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die 2005 live an der Wesleyan University entstandenen Aufnahmen erschienen am 1. Oktober 2011 auf dem Eigenlabel New Braxton House.
Hintergrund Braxtons „Composition No. 323C“ wird von Anthony Braxton, Taylor Ho Bynum (Blechblasinstrumente) und Tom Crean (E-Gitarre) dargeboten. Wie das spätere Album Quartet (Mannheim) 2010 gehört auch Trio (Wesleyan) 2005 zu Braxtons Diamond Curtain Wall Music. Das Konzert an der Wesleyan University zählt zu den früheren, das in Mannheim zu den neueren Werken. In seiner Diamond Curtain Wall Music verbindet Braxton intuitive Improvisation mit interaktiver Elektronik, beschrieb Taylor Ho Bynum das musikalische Geschehen in den Liner Notes. „Die Musiker des Ensembles reagieren sowohl auf die ausdrucksstarke grafische Notation seiner Falling River Music als auch auf die einzigartigen, reaktionsschnellen elektronischen Klangmuster, die der Komponist mithilfe der Programmiersoftware SuperCollider entwickelt hat.“
Titelliste Anthony Braxton: Trio (Wesleyan) 2005 (New Braxton House NBH011) Composition No. 323C 53:45
Die Komposition stammt von Anthony Braxton.
Rezeption Sowohl die detailreiche Grafik der Falling River Music als auch die komplexen Algorithmen der SuperCollider-Klangmuster der DCW Music seien herausragende Beispiele für Braxtons kontinuierliche Weiterentwicklung in seinem fünften Jahrzehnt als Musiker, meint Taylor Ho Bynum. Obwohl Braxton sich schon immer für grafische Notation und elektronische Musik interessiert habe, würden diese Werke neue Dimensionen der Tiefe und konzeptionellen Auseinandersetzung erreichen. Interessanterweise habe sich James McCartney, der ursprüngliche Entwickler von SuperCollider, von Braxtons Language Music-System inspirieren lassen, das er als Beispiel für ein funktionales und modulares musikalisches Vokabular betrachtete. Diese beiden Konzerte würden hervorragende Beispiele für die ursprünglichen Merkmale des Diamond Curtain Wall-Systems bieten. Doch typisch für Braxton beschränke sich die hier präsentierte Klangwelt nicht auf solche Erlebnisse; sie sei vielmehr in die modulare Struktur seines Gesamtwerks integriert. Aufmerksame Zuhörer würden bemerken, das Diamond Curtain Wall Music in der Oper „Trillium E“ einige Male auftauche und eine elektronische Klanglandschaft erschaffe, die Braxton erstmals bei der Fertigstellung der Komposition 1999 im Sinn hatte – eine Landschaft, die im darauffolgenden Jahrzehnt bis zur Aufnahme der Oper 2010 brillant umgesetzt und weiterentwickelt wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2011 Kategorie:Livealbum Kategorie:Anthony-Braxton-Album