mini|Bristol Central Library Die Bristol Central Library ist ein historisches Gebäude an der Südseite des College Green in Bristol im Südwesten Englands. Dort befinden sich die Hauptbestände der öffentlichen Bibliothek von Bristol. 1906 von Charles Holden erbaut, hatte der Entwurf einen großen Einfluss auf die Entwicklung der neobarocken Architektur im edwardianischen Zeitalter. Die Bibliothek wurde von Historic England als denkmalgeschütztes Gebäude der Klasse I ausgewiesen.
Errichtung Im Jahr 1613 schenkte Robert Redwood der Stadtverwaltung sein Landhaus an der Marsh (heute King Street) zur Nutzung als Bibliothek. Tobias Matthew, der in Bristol geborene Erzbischof von York, stiftete den Kern der Büchersammlung. Es handelte sich um die zweitälteste öffentliche Bibliothek Englands. Das Landhaus wurde um 1740 umgebaut, erwies sich jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts als völlig unzureichend. 1899 hinterließ Vincent Stuckey Lean ein Vermächtnis in Höhe von 50.000 Pfund, um das alte Gebäude zu ersetzen. Es wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro von Henry Percy Adams mit Entwürfen seines Assistenten Charles Holden zu Kosten von 30.000 Pfund gewann.
Außenarchitektur mini|Eingang an der Deanery Road mini|Rückseite, rechts die Türme der Kathedrale von Bristol Aufgrund der Neigung des Geländes, das nach Süden hin steil abfällt, verfügt das Gebäude über zwei Untergeschosse, wodurch an der Rückseite fünf Stockwerke sichtbar sind, während an der Vorderseite nur drei Stockwerke zu sehen sind. Die Nordfassade, eine Mischung aus Tudor-Revival-Neobarock und Moderne, ist so gestaltet, dass sie mit dem angrenzenden Abbey Gatehouse harmoniert.
Die Rückfassaden im Süden und Osten sind in einem schlichteren Stil gehalten, wobei vertikale Elemente wie Türme und flache Strebepfeiler eingesetzt werden, um die große Masse des Gebäudes einzurahmen. Holdens Herangehensweise im Umgang mit großen Volumen, für die sein Entwurf für die Bibliothek eines der am höchsten geschätzten Beispiele war, machte ihn zu einer einflussreichen Persönlichkeit innerhalb der Moderne. Dafür wurde er mit seinem Zeitgenossen Charles Rennie Mackintosh verglichen.
Im Jahr 1967 wurde ein westlicher Anbau errichtet, dessen Gestaltung sich harmonisch in das ursprüngliche Gebäude einfügt.
Innenarchitektur mini|Gewölbe im Vestibül Im Gegensatz zur Außenfassade ist das Innere weitgehend im neoklassizistischen Stil gehalten, wobei in großem Umfang Rundbogengewölbe zum Einsatz kommen. Das Vestibül am östlichen Ende der Nordfassade verfügt über ein Gewölbe, das mit türkisfarbenem Glasmosaik verkleidet ist. Für die Bodenbeläge und andere Verkleidungen in der Eingangshalle sowie für die Haupttreppe verwendete man verschiedene Marmorsorten.Beeson: Bristol Central Library and Charles Holden. 2006, S. 20–22.
Im Erdgeschoss neben dem Vestibül befindet sich die Leihbibliothek. Darüber liegt der Lesesaal der Handbibliothek, dessen Räumlichkeiten sich über das erste Obergeschoss und zwei Galerieböden erstrecken. Er ist mit einem Tonnengewölbe versehen und oben verglast.Beeson: Bristol Central Library and Charles Holden. 2006, S. 24. Neben dem Lesesaal befindet sich der Bristol-Saal, in dem antike Möbel und Einrichtungsgegenstände aus dem alten Lesesaal in der King Street zu sehen sind, darunter ein kunstvoll verzierter Kaminsims aus Eichenholz, der von Grinling Gibbons geschnitzt wurde.Beeson: Bristol Central Library and Charles Holden. 2006, S. 32–36.
Aufgrund der Größe des Gebäudes war es notwendig, natürliches Licht in den gesamten Innenraum zu leiten. Holden setzte in großem Umfang Oberlichter, Glaswände sowie Dach- und Bodenplatten aus Glasbausteinen ein.Beeson: Bristol Central Library and Charles Holden. 2006, S. 10.
Siehe auch Liste der Grade-I-Bauwerke in Bristol
Weblinks
Bristol Central Library (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Bibliothek in England Kategorie:Bibliotheksbau Kategorie:Bauwerk von Charles Holden Kategorie:Neobarockes Bauwerk in England Kategorie:Grade-I-Bauwerk in Bristol Kategorie:Erbaut 1906 Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1613