mini|Snapologie-Modell eines Würfels.
In der Geometrie und im modularen Origami bezeichnet Snapologie eine Technik zur Konstruktion dreidimensionaler geometrischer Strukturen aus gefalteten Papierstreifen.
Module
Snapologie-Module entstehen durch das Falten von Papierstreifen entlang einer Einteilung in Quadrate. Jeder Streifen wird so gefaltet, dass eine Form entsteht, die einem Polygon entspricht und einen Teil der späteren Struktur bildet.
Je nach Anzahl der Segmente können Papierstreifen zu Modulen gefaltet werden, die folgenden Polygonen entsprechen:
Dreiecken, Quadraten, Fünfecken, anderen Polygonen mit gleich langen Seiten, die in der jeweiligen Konstruktion vorkommen.
Zusätzlich zu den Flächenmodulen werden kürzere Papierstreifen als Verbindungselemente verwendet. Diese verlaufen durch benachbarte Module und halten die gesamte Struktur durch mechanische Verriegelung zusammen.
Konstruktion
Snapologie-Strukturen entstehen durch das Verbinden zahlreicher aus Papierstreifen gefalteter Module. Die Module werden so angeordnet, dass geschlossene dreidimensionale Strukturen entstehen, meist Modelle von Polyedern.
Im Gegensatz zum klassischen Origami verwendet die Snapologie viele voneinander getrennte Papierelemente, die zu einer größeren Struktur zusammengefügt werden.
Geometrie
Aus Sicht der Geometrie kann ein Snapologie-Modell als Transformation eines gleichkantigen Polyeders interpretiert werden, also eines Polyeders, dessen Kanten alle gleich lang sind. Dabei werden sämtliche Flächen des ursprünglichen Polyeders entfernt und jede Kante durch eine quadratische Fläche ersetzt, deren Seitenlänge der ursprünglichen Kantenlänge entspricht.
Die neu entstandenen Quadrate stehen senkrecht auf den entfernten Flächen und sind nach außen gerichtet. Benachbarte Quadrate treffen entlang gemeinsamer Kanten aufeinander; ihre Verbindung entspricht der für die Snapologie charakteristischen Technik des Ineinanderschiebens der Modulkanten („Kante an Kante“), wodurch die Konstruktion mechanisch stabilisiert wird.
Die so entstehende Struktur bildet ein dreidimensionales Gerüst des ursprünglichen Polyeders aus quadratischen Flächen entlang seiner Kanten, während die ursprünglichen Flächen offen bleiben.
Einzelnachweise
Kategorie:Polyeder Kategorie:Papierkunst