Das Kraftwerk Chippis-Rhone ist ein Wasserkraftwerk in der Schweiz und eines von drei grossen Kraftwerken an der Rhone im Kanton Wallis.
Geschichte 1905 erteilte der Kanton Wallis der AIAG (später Alusuisse) mit Sitz in Zürich eine Konzession für die Nutzung der Wasserkraft der Rhone zwischen Susten bei Leuk und Chippis, wo die elektrische Energie zusätzlich zum schon etwas früher errichteten Navisence-Kraftwerk für eine neue Aluminiumfabrik benötigt wurde. Die Laufzeit der Wasserrechtskonzession war auf 99 Jahre festgelegt. 1966 ging die Konzession von der Alusuisse an deren Tochtergesellschaft Rhonewerke AG mit Sitz in Ernen über.
Von 1968 bis 1970 wurde das Maschinenhaus in Chippis vergrössert.
1995 ersuchte die Rhonewerke AG um eine Erneuerung der Konzession, die der Kanton jedoch nicht gewährte. Vielmehr beschloss der Staatsrat des Kantons Wallis am 3. März 2004, gestützt auf die kantonalen Gesetze von 1898 und 1990 über die Wasserkraft, vom Recht auf Heimfall Gebrauch zu machen. Der Kanton Wallis bezahlte deshalb der Rhonewerke AG eine Entschädigung von 29'722'106 Schweizer Franken.
2004 erteilte der Staatsrat der neu gegründeten kantonalen Gesellschaft Forces Motrices Valaisannes die Bewilligung, die Anlage des Kraftwerks Chippis-Rhone auf Zusehen hin und bis zum Beschluss über eine neue Konzession zu betreiben. 2014 gewährten Staatsrat und Grossrat den Forces Motrices Valaisannes eine Wasserrechtskonzession für die Rhone bei Chippis und 2015 verkaufte der Kanton das Kraftwerk diesem Unternehmen. Mit einem Beschluss des Schweizerischen Bundesgerichts vom 3. Dezember 2017 wurde die 2014 bewilligte Konzession jedoch aufgehoben. Das Bundesgericht gab einem Rekurs des WWF Schweiz, des WWF Wallis und von Pro Natura gegen einen Kantonsgerichtsentscheid statt und wies das Geschäft an die Walliser Kantonsregierung zurück.
Der Kanton erteilte im Dezember 2025 aufgrund von überarbeiteten Projektgrundlagen den Forces Motrices Valaisannes die Konzession für den Betrieb des Kraftwerks Chippis-Rhone bis im Jahr 2084.
Die Wasserrechtskonzession bestimmt eine Restwassermenge, die vom Kraftwerkbetreiber bei der Stauanlage in Susten im Minimum in das Flussbett der Rhone abzugeben ist. Diese Wassermenge ist für die verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich festgelegt: 6 m³/s vom 1. November bis zum 31. März; 8 m³/s vom 1. bis zum 15. April; 12 m³/s vom 16. April bis zum 15. Mai; 15 m³/s vom 16. Mai bis zum 31. Mai; 20 m³/s im Juni und im Juli; 15 m³/s im August; 10 m³/s vom 1. September bis zum 15. September; 8 m³/s vom 16. September bis zum 31. Oktober.
Technik Die Rhone wird in Susten bei Leuk unterhalb der Bahn- und Strassenbrücken mit einem Sperrbauwerk aufgestaut. Die Anlage bildet flussaufwärts gesehen die obere Grenze des Landschaftsschutzgebiets Pfynwald – Illgraben, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet ist.Objektblatt «Pfynwald – Illgraben» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Das konzessionsgemäss nutzbare Wasser wird nach dem Schema eines Ausleitungskraftwerks in einen Kanal auf der linken Seite des Flusses abgeleitet, der neben der Kantonsstrasse (Hauptstrasse 9) nach Südwesten führt. In einem Tunnel unter der Pfynstrassenbrücke unterquert der Oberwasserkanal das Bachbett Illgraben. Danach erreicht der Kanal ein betoniertes Absetzbecken, das am Rand der geschützten Auenlandschaft an der Rhone steht,Objektblatt «Pfynwald» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung. und führt als offenes, künstliches Gewässer von etwa 2,5 Kilometer Länge durch den Pfynwald und das BLN-Gebiet «Pfynwald – Illgraben». Der Kanal unterquert die Hauptstrasse und quert danach das Areal der Baustelle der geplanten Autobahn A9.
Südlich von Pfyn gelangt das offene, befestigte Gerinne, neben dem die Kanalstrasse verläuft, bei Abschlacht auf an den Hangfuss unter dem steilen Pfynberg mit dem Gorwetschgrat. Von dort an führt der Oberwasserkanal durch einen etwa fünf Kilometer langen Tunnel im Berginneren, bis er oberhalb des Industriegebiets von Chippis nach einem unterirdischen Wasserschloss wieder die Oberfläche erreicht. In einer doppelten Druckleitung mit der Fallhöhe von 80 Metern gelangt das Wasser in das Maschinenhaus in der Rhoneebene und fliesst anschliessend in zwei Unterwasserkanälen wieder in die Rhone zurück.
Das Chippis-Rhone-Kraftwerk steht neben dem Navisence-Kraftwerk der Gougra AG.
Siehe auch Liste von Wasserkraftwerken in der Schweiz
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Einzelnachweise
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