mini|Katholische Kirche St. Barbara in Marl-Hamm St. Barbara in Marl-Hamm nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Franziskus (Marl). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Barbara von Nikomedien, der Patronin der Bergleute, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus im Stil der Moderne ist eine Saalkirche mit Fassadenturm und hat 350 Sitzplätze.

Geschichte Für die neue Schachtanlage „Auguste Viktoria III“ wurde vor und nach dem Zweiten Weltkrieg nördlich der Bauerschaft Marl-Drewer eine Waldsiedlung für Bergarbeiterfamilien angelegt. Die Gottesdienste fanden in Notkirchen, zunächst im Kindergarten und ab 1955 in einer eigens errichteten Holzkirche statt.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks Hamm von Christus König (Marl-Sickingmühle) erfolgte 1955 die Errichtung eines Pfarrrektorats und 1957 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Barbara.

Am 9. Februar 2020 wurde (erstmalig im Bistum Münster) ein Kolumbarium, also ein Urnenfriedhof, in das Kirchengebäude eingefügt.

Baubeschreibung Nach den Plänen der Architekten Heinrich Benteler und Peter Wörmann (Münster) entstand 1958–59 das Gotteshaus in Marl-Hamm.

St. Barbara ist ein moderner Saalbau auf organischem Grundriss mit einer Flachdecke unter einem Flachdach. Der Chor mit parabolischem Schluss liegt im Osten. Der mächtige Fassadenturm im Osten wächst organisch aus dem Grundriss heraus. Die angebaute eingeschossige Sakristei im Westen besitzt ein Flachdach. Die Kirche besteht aus rotem Ziegelmauerwerk.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1954, das Pfarrheim von 1982 sowie der 1955 eröffnete und 1979 erweiterte Kindergarten. Das Gotteshaus steht seit dem 30. November 2022 mit der Denkmalnummer 44 in der Liste der Baudenkmäler in Marl.

Strukturentwicklungen 2003 wurden die Gotteshäuser St. Barbara (Marl-Hamm), Christus König (Marl-Sickingmühle) und die 2006 profanierte Kirche St. Konrad (Drewer) zur neuen Gemeinde St. Franziskus (Marl) zusammengeschlossen. Am 2. Dezember 2007 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarreien Herz Jesu (Hüls), Liebfrauen (Sinsen) und St. Marien (Lenkerbeck), die dabei die neue Pfarrkirche wurde.

Durch Fusion der Gemeinden St. Franziskus (Marl) und St. Marien (Lenkerbeck) zu Pfingsten 2016 entstand die neue Großpfarrei St. Franziskus mit der Hauptkirche St. Marien.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Recklinghausen die Pfarreien St. Franziskus (Marl), Heilige Edith Stein (Marl) und St. Sixtus (Haltern am See) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Haltern-Marl“.

Glocken Im Fassadenturm von St. Barbara hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl.

Glocke 1: Schlagton: e‘; Ø 135 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1963 Glocke 2: Schlagton: fis‘; Ø 97 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1956 Glocke 3: Schlagton: a‘; Ø 118 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1956 Glocke 4: Schlagton: h‘; Ø 93 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1961.

Orgel Die Firma Johannes Klais Orgelbau (Bonn) lieferte 1970 für St. Barbara in Marl eine Pfeifenorgel mit 23 Registern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Barbara (Marl) Website vom Kreisdekanat Recklinghause

Einzelnachweise

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