mini|Matthias Maenß Matthias Maenß (* 11. September 1777 in Wanheim; † 14. April 1852 in Magdeburg) war ein deutscher evangelischer Theologe, Superintendent und Domprediger.
Leben Maenß wurde in Wanheim bei Duisburg geboren, wo sein Vater ein kleines Gehöft betrieb und auch als Böttcher tätig war. Er hatte mehrere Schwestern.
Er besuchte ein Gymnasium in Duisburg und studierte anschließend Theologie an der Universität Duisburg. Nach Abschluss des Studiums arbeitete Maenß zunächst als Hauslehrer. 1801 wurde er ordiniert und Pfarrer in Hückelhoven.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 25 In diesem Jahr heiratete er Agnesa Pelzer. Es folgten mehrere Rufe an Pfarrstellen so auch nach Viersen und Linnich, denen er jedoch nicht folgte. Für eine Pfarrstelle in Rheidt war in der Gemeinde eine Wahl erfolgt, bei der es zu einer Stimmengleichheit kam. Das daraufhin gezogene Los fiel auf ihn. Gerade durch den Losentscheid war Maenß bereit, diesem Ruf zu folgen. Die zuständige Behörde in Paris lehnte dies jedoch ab und ernannte den im Losverfahren unterlegenen.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 27.
1808 folgte er einem Ruf an das Pfarramt Uedem. Hier war er auch während der Koalitionskriege als Brigadeprediger in preußischem Dienst tätig. Vom Generalgouvernement Aachen wurde er außerdem zum Kommissar für Schulorganisation für die protestantischen Gemeinden des Bezirks Kleve ernannt, woraus die Anstellung als Schulpfleger für diese Gemeinden erwuchs. Einem 1816 erfolgten Ruf als Hofprediger nach Stettin folgte er auf Bitte der Regierung in Kleve nicht. 1817 wurde er von der Kreissynode Kleve zum Superintendenten gewählt.
1826 wurde er dann, durch Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm vom 12. Mai 1826, Konsistorialrat, Superintendent und zweiter Prediger der deutsch-reformierten Gemeinde in Magdeburg. Dies geschah allerdings gegen den Willen der Gemeinde. Diese war der 1817 erfolgten Union mit der lutherischen Konfession nicht beigetreten, so dass von staatlicher Seite nach dem Tode des bisherigen ersten Predigers der Gemeinde Georg Samuel Albert Mellin auf der vakant gewordenen zweiten Predigerstelle jemand eingesetzt werden sollte, der der Union positiv gegenüber stand. Zugleich trat der ungewöhnliche Zustand ein, dass Maenß als Superintendent auch Vorgesetzter des ersten Predigers seiner Gemeinde und damit seines Vorgesetzten wurde.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 21. Tatsächlich ergaben sich in der Frage der Union Auseinandersetzungen mit der Gemeinde. 1830 schlug Maenß vor, dass die Gemeinde ihren Namen von deutsch-reformiert in evangelisch-christlich ändern sollte. Mit dem Vorschlag konnte er sich jedoch nicht durchsetzen.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 91 f. Es gelang ihm jedoch 1830, die kleinen Filialgemeinden in Hemsdorf und wohl auch in Groß Salze aufzulösen und in die dortigen unierten Gemeinden einzugliedern.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 374 ff. 1831 bezeichnete er die von der Gemeinde genutzte Kirche als St. Paulskirche, was dem historischen Patrozinium des Gebäudes entsprach, während die Gemeinde sie als evangelisch-reformierte Kirche bezeichnete. Das Presbyterium der Gemeinde protestierte hiergegen mit einer Anzeige in der Magdeburgischen Zeitung.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 95. In seiner Zeit als Prediger der deutsch-reformierten Gemeinde lebte er im Pfarrhaus Neuer Weg 17 in Magdeburg.
1832 gab er die Predigerposition an der deutsch-reformierten Kirche auf und wurde zweiter Prediger am Magdeburger Dom.
1851 wurde er pensioniert. Zu diesem Zeitpunkt war er durch einen Schlaganfall gesundheitlich bereits eingeschränkt.Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 26. Nach mehr als einjähriger Krankheit verstarb er am 14. April 1852 gegen 17.30 Uhr.
Er hinterließ drei Töchter und vier Söhne. Seine Ehefrau war 1848 vorverstorben.
Ehrungen Die Universität Halle verlieh ihm 1842, anlässlich des Reformationsjubiläums, die Ehrendoktorwürde. Seitens des preußischen Königs wurde er ebenfalls 1842 mit dem roten Adlerorden zweiter Klasse ausgezeichnet. Außerdem wurde er zum Oberkonsistorialrat ernannt.
Literatur Ralph Meyer, Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Zweiter Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, Seite 25 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Evangelischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Domprediger am Magdeburger Dom Kategorie:Geboren 1777 Kategorie:Gestorben 1852 Kategorie:Mann Kategorie:Ehrendoktor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse