Christian Schütze (* 16. Dezember 1927 in Dresden; † 22. Februar 2018 in Wolfratshausen) war ein deutscher Journalist und Autor. Er schrieb für die Süddeutsche Zeitung und gilt als der Begründer des Umweltjournalismus in Deutschland.
Werdegang Schütze promovierte im Fach Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Dr. phil. Während seines Studiums arbeitete er als Chauffeur für US-amerikanische Generäle in Heidelberg. Nach seinem Studium nahm er verschiedene Tätigkeiten wahr, unter anderem als Werbetexter bei der BASF und am Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Darauf folgte eine erste journalistische Tätigkeit bei der Stuttgarter Zeitung. Von 1964 bis 1993 war er Redakteur der Süddeutschen Zeitung (SZ), zwischenzeitlich war er kurzzeitig von November 1982 bis Mai 1983 Chefredakteur der Zeitschrift Natur. Bei der SZ war er der erste Umweltjournalist Deutschlands. Er war von 1985 bis 1987 Leiter des innenpolitischen Ressorts der SZ und dann der erste Leiter des Ressorts „Umweltpolitik“.Süddeutsche Zeitung (PDF; 0,3 MB) auf historisches-lexikon-bayerns.de Im Ruhestand schrieb er weiterhin Kommentare und Essays für Zeitschriften, Radio und Fernsehen.
Schütze war evangelischer Christ und setzte sich für die Bewahrung der Schöpfung ein. Er war ein entschiedener Gegner der Nutzung der Kernenergie und prangerte die Verschmutzung der Ozeane an. Bei der SZ war er als Nachfolger von Ernst Müller-Meiningen junior Redaktionssprecher und war als solcher einer der Väter des Redaktionsstatuts, das der Redaktion der SZ bei der Besetzung der leitenden Positionen der Zeitung ein Mitspracherecht gegenüber den Verlegern sichert und das bis heute gilt. Er verfasste rund 800 Texte für die SZ, unter anderem für die Kolumne Streiflicht. Von 1978 bis 2014 war er Mitglied des Kuratoriums des Öko-Instituts.
Schütze war mit der Umweltaktivistin und Oberärztin an der Kreisklinik Wolfratshausen Barbara Schütze-Paeslack (1933–2020) verheiratet, die als Witwe zwei Töchter mit in die Ehe brachte. Das Paar hatte einen gemeinsamen Sohn und lebte in Wolfratshausen, wo Barbara Schütze-Paeslack für die SPD Mitglied des Stradtrats war. Schütze starb rund zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag nach kurzer schwerer Krankheit im Februar 2018.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl) 1963: Theodor-Wolff-Preis 1976: Bayerischer Naturschutzpreis
Monographien (Auswahl) Die Kunst des Skandals. Über die Gesetzmäßigkeit übler und nützlicher Ärgernisse. Scherz Verlag, Bern 1967. Gift und Schmutz von A bis Z. Begriffe und Probleme des Umweltschutzes. Ein Handbuch für jedermann. Süddeutscher Verlag, München 1971. gemeinsam mit Georg Meister und Georg Sperber: Die Lage des Waldes. Ein Atlas der Bundesrepublik. Daten, Analysen, Konsequenzen., Gruner + Jahr, Hamburg 1984. Das Grundgesetz vom Niedergang. Arbeit ruiniert die Welt. Carl Hanser Verlag, München 1989. Besichtigung der Perestrojka. Eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Carl Hanser Verlag, München 1990.
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