mini|hochkant|Mathilde de Rothschild Mathilde Sophie Henriette de Rothschild (geborene de Weisweiller, am 8. August 1874 in Frankfurt am Main; gestorben am 11. August 1926 in Bagnères-de-Luchon, Frankreich) war ein Mitglied der Familie Rothschild und eine Kunstsammlerin.

Leben Mathilde de Weisweiller wurde am 8. August 1874 in Frankfurt geboren. Sie war die Tochter des Bankiers Georges De Weisweiller und Sophie Sulzbach. Ihre Freundin war Jeanne de Rothschild und durch sie lernte sie deren Bruder Henri de Rothschild (1872–1947) kennen. Sie heirateten im Mai 1895 und Mathilde de Rothschild zog zu ihrem Mann nach Paris. Dort wurden sie zu schillernden Persönlichkeiten der Pariser Gesellschaft. Sie galt als „Königin des guten Geschmacks“. Neben ihrer Zeit als Persönlichkeit des gesellschaftlichen Lebens in Paris war sie auch in vielen wohltätigen Bereichen tätig. Zudem ging sie der Parforcejagd nach und interessierte sich für den neuen Automobilsport. Gemeinsam mit ihrer Freundin, der Herzogin von Uzès, gründete sie den Automobile Club féminin de France.

Engagement für medizinische Einrichtungen Henri de Rothschild war in die Aktivitäten der Pariser Bank nur in einer untergeordneten Rolle eingebunden und sein eigentliches Interesse galt der Medizin. Darin folgte er seiner Mutter, die bereits 1881 die Leitung eines Krankenhauses übernommen hatte. Er praktizierte als Arzt mit den Schwerpunkten Säuglingsmedizin und Ernährung und ließ in der Rue Marcadet in Paris 1894 ein Krankenhaus mit 100 Betten errichten. Dabei wurde er von Mathilde de Rothschild unterstützt. Sie übersetzte Studien des Neurologen Albert Adamkiewicz, der am Wiener Rothschild-Spital arbeitete,Fabian-Alexander Tietze, Marcin Orzechowski, Moritz E. Wigand, Florian Steger: Historical forerunners of neuropsychiatry: The psychiatric works of Albert W. Adamkiewicz (1850–1921). In: Journal of the History of the Neurosciences, Jg. 31 (2022), Nr. 4, S. 592–600. aus dem Deutschen ins Französische und engagierte sich in Henris wohltätigen medizinischen Einrichtungen.

Gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter Thérèse de Rothschild arbeitete Mathilde de Rothschild während des Ersten Weltkriegs als Krankenschwester. Für diesen Einsatz wurde sie mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Sie veröffentlichte ihre Erinnerungen daran unter dem Titel Les Ailes Blanches sur la Croix-Rouge.

Mathilde de Rothschild starb am 11. August 1926 in Bagnères-de-Luchon.

Nach einer umfassenden Umgestaltung wurde die Stiftung 1929 zu ihren Ehren in „Mathilde-Henri de Rothschild-Stiftung“ umbenannt. In ihrem Nachlass befand sich eine Sammlung von Vanitas-Kunstwerken, die sich heute im Pariser Museum für Kunstgewerbe, Musée des Arts décoratifs, befindet.

Nachkommen Sie hatte mit Henri de Rothschild drei Kinder:

James-Henri (1896–1984), verheiratet in erster Ehe mit Claude Dupont, nach deren Tod 1964 in zweiter Ehe mit Yvette Choquet verheiratet Nadine Charlotte Thérèse (1898–1958), verheiratet mit dem Diplomaten Adrien Thierry Philippe (1902–1988), verheiratet in erster Ehe mit Élisabeth (Lilli) Pelletier de Chambre (1902–1945), im KZ Ravensbrück ermordet, in zweiter Ehe mit Pauline Fairfax-Potter (1908–1976) verheiratet

Übersetzungen Albert Adamkiewicz: Pensée inconsciente et vision de la pensée. Jules Rousset, Paris 1906 (gallica.bnf.fr). Übersetzung aus dem Deutschen. Deutscher Titel: Über das unbewusste Denken und das Gedankensehen. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1904 Albert Adamkiewicz: La force innée de la matière et la pensée dans l’univers. Jules Rousset, Paris 1908 (gallica.bnf.fr). Übersetzung aus dem Deutschen. Deutscher Titel: Die Eigenkraft der Materie und das Denken im Weltall. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1906 Albert Adamkiewicz: Les véritables centres du mouvement et l'incitation motrice volontaire ou l'acte de volonté. Jules Rousset, Paris 1910 (gallica.bnf.fr). Übersetzung aus dem Deutschen. Deutscher Titel: Die wahren Zentren der Bewegung und der Akt des Willens. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1905

Weblinks

Sammlung Mathilde de Rothschild

Einzelnachweise

⚭Laura Therese Kategorie:Person (Frankfurt am Main) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Frau