Die Industrie- und Handelskammer Schweidnitz (kurz: IHK Schweidnitz, ursprünglich Handelskammer Schweidnitz) war eine deutsche Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Schweidnitz.
Geschichte Mit der Königlichen Verordnung vom 11. Februar 1848 über die Errichtung von Handelskammern wurden in Preußen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von Handelskammern neu gefasst. In der Folge kam es zu einer Reihe von Handelskammergründungen. Mit dem Allerhöchsten Erlass, betreffend die Errichtung einer Handelskammer für die Kreise Reichenbach, Schweidnitz und Waldenburg ... vom 16. März 1849 wurde die Handelskammer Schweidnitz gebildet. Sitz war Schweidnitz, die Kreise Reichenbach, Schweidnitz und Waldenburg bildeten den Kammerbezirk. Die Kammer bestand aus neun Mitgliedern (und neun Stellvertretern), die von den Kaufleuten der Kreise gewählt wurden. Jeder Kreis bildete einen Wahlbezirk, in jedem Kreis wurden jeweils drei Mitglieder und Vertreter gewählt.Allerhöchster Erlass vom 6. März 1849, betreffend die Errichtung einer Handelskammer für die Kreise Reichenbach, Schweidnitz und Waldenburg im Regierungsbezirk Breslau; GS S.145, Digitalisat.
Am 1. Juli 1924 wurde die Handelskammer Landeshut aufgehoben und mit der Handelskammer Schweidnitz vereinigt. 1924 erfolgte eine Erweiterung des Kammerbezirks um die Kreise Glatz, Habelschwerdt, Neurode, Frankenstein und Münsterberg. Damit war der Regierungsbezirk Breslau vollständig mit Handelskammern abgedeckt. Die andere Hälfte des Regierungsbezirks war der Handelskammer Breslau zugeordnet.Hermann Freymark: Die Handelskammer Breslau 1849–1924, Digitalisat.
Durch die Notverordnung des preußischen Handelsministers vom 1. April 1924 erhielten alle Handelskammern in Preußen die Bezeichnung Industrie- und Handelskammer, entsprechend wurde aus der Handelskammer Schweidnitz die Industrie- und Handelskammer Schweidnitz.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erfolgte auch die Gleichschaltung der IHK Schweidnitz. Mit dem Reichsgesetz vom 20. August 1934 wurde die Kammer dem Reichswirtschaftsminister unterstellt und das Führerprinzip eingeführt. Der Präsident wurde nun ernannt und ernannte seinerseits die Mitglieder der Kammer.
Am 1. April 1943 wurde die IHK aufgelöst und zusammen mit der Handwerkskammer in die Gauwirtschaftskammer Niederschlesien mit Sitz in Breslau überführt. In Schweidnitz verblieb eine Nebenstelle.
1945 wurde Schweidnitz von der Roten Armee erobert und unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutsche Bevölkerung floh oder wurde vertrieben, die Nebenstelle Schweidnitz stellte ihre Arbeit ein.
Personen Mitglieder Adrian Gaertner (1876–1945), Geologe, Mineraloge, Physiker und Bergbauunternehmer
Einzelnachweise
Schweidnitz Kategorie:Organisation (Świdnica) Kategorie:Verbandsgründung 1849 Kategorie:Aufgelöst 1942