Hans Peter Latscha (* 1937) ist ein deutscher Chemiker und emeritierter Professor für Anorganische Chemie an der Universität Heidelberg.

Werdegang Hans Peter Latscha studierte Chemie an der Universität Heidelberg und schloss die akademische Ausbildung dort im Jahr 1963 mit einer Dissertation bei Margot Becke-Goehring über Heterocyclen, die Schwefel- und Stickstoff-Atome als Bausteine enthalten ab. Die Lehrberechtigung erlangte er im Jahr 1968 mit der Habilitation an der Uni Heidelberg über das Problem der chemischen Bindung in anorganischen Heterozyklen. Im Jahr 1972 wurde er als Professor für Anorganische Chemie an das Anorganisch-Chemische Institut der Universität Heidelberg berufen. Dort lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002.

Werk Die Forschungsinteressen von Hans Peter Latscha konzentrierten sich vor allem auf die Synthese, Strukturaufklärung und Spektroskopie von Hauptgruppenelement-Verbindungen.

Im Einzelnen: Phosphor-Stickstoff-Chemie: Seine Arbeiten befassten sich intensiv mit neuartigen Ring- und Kettenstrukturen aus Phosphor- und Stickstoffatomen (wie Phosphazenen oder verwandten heterocyclischen Systemen) Elementorganische Chemie: Ein Schwerpunkt lag auf der Synthese von Kohlenstoff-Heteroatom-Bindungen, insbesondere unter Verwendung von Synthesebausteinen wie Phenylenbis(dichlorphosphan)en zur gezielten molekularen Konstruktion. Analytische Spektroskopie: Er leistete wichtige methodische Beiträge zur Strukturaufklärung mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie, speziell der 31P-NMR-Spektroskopie (deutsch:KMR), um Phosphorverbindungen im Detail zu charakterisieren. Halogen- und Schwefelverbindungen: Er forschte zudem an Halogenierungsreaktionen sowie gemischten Stickstoff-Halogen- und Schwefelsystemen im Bereich der klassischen präparativen anorganischen Chemie.

Akademische Lehre: Neben seiner Forschungsarbeit widmete er sich intensiv der Ausbildung von Studierenden. Er erkannte den Bedarf an klar strukturierter Fachliteratur und etablierte die Reihe Chemie-Basiswissen. Auch nach dem Ende seiner aktiven Dienstzeit blieb er der Wissenschaft erhalten und aktualisierte gemeinsam mit Kollegen wie Uli Kazmaier fortlaufend seine Standardlehrwerke für allgemeine, organische und analytische Chemie.

Publikationen (Auswahl) mit Helmut A. Klein, Klaus Gulbins: Chemie für Laboranten und Chemotechniker. 2. Allgemeine und anorganische Chemie. 2. Auflage. Springer, 1992, ISBN 3-540-55164-6 mit Uli Kazmaier, Helmut Klein: Chemie für Pharmazeuten. Springer, Berlin, 2002, ISBN 978-3540427551 mit Martin Mutz: Chemie der Elemente. Chemie-Basiswissen IV, Springer Berlin 2011, ISBN 3-642-16914-7 mit Helmut Alfons Klein: Anorganische Chemie: Chemie-Basiswissen I. Springer, Berlin 2013, ISBN 3-66205-759-X mit mit mit

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Einzelnachweise

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