In Turnieren oder sonstigen Wettbewerben im K.-o.-Modus ist das Spiel um Platz drei ein Spiel, in dem der Drittplatzierte des Gesamtturniers ermittelt wird. Es bildet damit das Pendant zum Endspiel oder Finale, in dem der Gesamtsieger ermittelt wird, und findet oft in engem zeitlichem Abstand zu diesem statt. Das Spiel um Platz drei wird daher gelegentlich auch als kleines Finale bezeichnet.

Modus Bei Wettbewerben im K.-o.-System werden die vier Halbfinalteilnehmer als die vier Besten des Gesamtturniers angesehen. Die Sieger dieser Halbfinals rücken ins Endspiel vor, dessen Sieger den Sieg des Gesamtturniers erringt; der Verlierer des Finales ist dann Zweitplatzierter. Analog dazu spielen die beiden Verlierer der Halbfinals das Spiel um Platz drei aus; der Sieger dieses Spiel erhält Platz drei des Gesamtturniers zugesprochen, der Verlierer gilt als Viertplatzierter. Aus diesen Gründen kann ein Spiel um Platz drei nicht mit einem Unentschieden enden, sondern muss endgültig entschieden werden; im Fußball beispielsweise erfolgt dies nötigenfalls durch Verlängerung und Elfmeterschießen.

Popularität

Bei Zuschauern und Medien wird das Spiel um Platz drei oft als wenig attraktives Spiel angesehen, da die beiden Teilnehmer zuvor die Halbfinals verloren haben und für sie keine Aussicht mehr auf den Gesamtsieg besteht. Das Erringen des dritten Platzes wird im Vergleich dazu als wenig erstrebenswert angesehen. Daher bestreiten einige Beobachter die Sinnhaftigkeit des Spiels um Platz dreihttps://www.focus.de/sport/fussball/geld-prestige-spektakel-darum-zeigt-fifa-spiel-um-platz-3_f334ef48-940f-4a91-95b7-eb75013d461b.html und fordern dessen Abschaffunghttps://www.n-tv.de/sport/fussball-wm/WM-Spiel-um-Platz-drei-Warum-Frankreich-und-England-ueberhaupt-noch-antreten-muessen-id31087834.html. Bei den Fußball-Europameisterschaften der UEFA wurde es nach dem Turnier von 1980 abgeschafft. Bei den Fußball-Weltmeisterschaften der FIFA hingegen ist es fester Bestandteil und fand bei allen Turnieren außer 1930 und 1950 statt.

Trotz der Diskussionen um die angebliche Sinnlosigkeit des Spiels kann aus Sicht der Fans das Erringen des dritten Platzes nach der Halbfinalniederlage durchaus einen versöhnlichen Abschluss bilden und damit Popularität erlangen; ein Beispiel hierfür war der dritte Platz Deutschlands im eigenen Land 2006. Auch kann das Spiel um Platz drei qualitativ hochwertige und spektakuläre Partien liefern, so etwa das 4:6 zwischen Frankreich und England 2026, das in britischen Medien als größter Erfolg der englischen Mannschaft seit dem Turniersieg von 1966 gefeiert wurde.

Einzelnachweise

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