Hedonism (Just Because You Feel Good) ( für „Hedonismus (Nur weil du dich gut fühlst)“) ist ein Lied der britischen Band Skunk Anansie aus dem Jahr 1996. Im Folgejahr avancierte es als Single zum europaweiten Charthit.

Entstehung und Veröffentlichung Das Lied wurde von Skunk-Anansie-Frontfrau Deborah Dyer (Skin) geschrieben, zusammen mit dem Koautoren Len Arran. Für die Produktion war Garth Richardson (Gggarth) verantwortlich. Die Produktion erfolgte in den Great Linford Manor Recording Studios in Milton Keynes (Großbritannien).

Die Erstveröffentlichung von Hedonism (Just Because You Feel Good) erfolgte am 2. April 1996 bei One Little Independent Records, als Teil von Skunk Anansies zweitem Studioalbum Stoosh (Katalognummer: Tplp85cd). Am 13. Januar des Folgejahres erschien das Lied als dritte Single aus dem Album. Diese erschien als CD-Maxi-Single mit der B-Seite So Sublime, Let It Go und Strong (Katalognummer 181TP7CD).

Inhalt Komposition Das 3:27 Minuten lange Lied beginnt langsam, mit balladesken Tempo von 80 Schlägen pro Minute in f-Moll gehalten. Es beginnt mit einem kurzen viertaktigen Gitarren-Intro, an die sich die Strophen und der Refrain mit Vokalmelodie sowie Bass und Schlagzeug anschließen. Die Gitarre bleibt im gesamten Stück erhalten und erhält weitere Solos. Ein Wechsel zu g-Moll und F-Dur ist gegen Ende als Gitarrensolo zu erkennen und endet im achttaktiken Outro der Gitarre.

Der Gesang und die Musikinstrumente gehen immer wieder ineinander über.

Text Die Titelbezeichnung erinnert an die antike Philosophie, bei dem das Glück des Einzelnen im Streben nach Sinnenlust und der dauerhaften Erfüllung eigener physischer und psychischer Lust gesehen wird. Diese will, zusammen mit dem restlichen Liedtext, vor einer Überbewertung von Genuss und Oberflächlichkeit warnen, bei denen man sich von sich und seinen zwischenmenschlichen Beziehungen entfernt, statt ein erfülltes, glückliches Leben anzustreben. Er soll als Aufforderung zu verstehen sein, sich mit den unangenehmen Seiten des eigenen Lebens auseinanderzusetzen, statt sie zu leugnen.

Inhaltlich behandelt das Stück die Verarbeitung eines Trennungsschmerzes aus der monologisch gehaltenen Ich-Perspektive von Skin. In der ersten Strophe zeigt sich das Lyrische Ich betroffen und frustriert, dass es mehr leidet als die getrennte Person und spekuliert, ob der/die andere eine neue Partnerschaft begonnen hat. Die zweite Strophe behandelt schöne Erinnerungen an die Vergangenheit, aber auch die Fantasie von zukünftigem Drogenkonsum zur Schmerzbewältigung durch den Expartner bzw. die Expartnerin. Im Refrain zeigen sich Skins Zerrissenheit: Trauer, Wut und Ungewissheit bzw. Wehmut werden am Ende des Liedes durch Wiederholungen aus der ersten Strophe verstärkt.

Im Liedtext formulierte Fragen und Überlegungen symbolisieren den Versuch, die eigenen Emotionen durch das Aussprechen in einer Art Heilungsprozess zu überwinden.

Musikvideo Das dazugehörige Musikvideo entstand unter der Regie von Thomas Krygier. Bei der technischen Umsetzung wurde ein Effekt verwendet, der die gezeigten Schauspieler, aber nicht die Bandmitglieder, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Die Bandmitglieder werden mit ihren Instrumenten klar in der Schauspiel-Wohnung gezeigt. Skin steht im Zentrum und singt mit über die Wangen kullernden Tränen. Die Wohnung ist kahl, in grauen und weißen Farben eingerichtet und wirkt heruntergekommen. Die Schauspieler haben Brandflecken auf der Kleidung. Eine Provokation durch sexuelle Anspielungen und Berührungen ist durch einen Zungenkuss zweier Frauen intendiert. Die Bewohner werden lachend oder schreiend in Nahaufnahme gefilmt, mehrfach in Zeitlupe rückwärts, wie sie sich auf Matratzen fallen lassen. Zusammen mit dem Verzerrungseffekt entsteht so eine Vorstellung von Leuten, die in hedonistischer Manier ihr Leben verantwortungslos und lustvoll genießen, aber dabei innerlich zerrissen sind. Im August 2009 hochgeladen, zählte es bis Juli 2026 über 20,6 Millionen Aufrufe auf der Videoplattform YouTube.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Coverversionen

2004: Popstars Allstars – 4. Staffel (Album: The History of Popstars) 2012: Percival (Album: Das Beste aus den Live Shows – Die Highlights) 2020: DJ Remady

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Lied 1996 Kategorie:Popsong Kategorie:Rocksong