Das Hamburger Loch bezeichnet einen Teil der Seepassage in der deutschen Bucht der Nordsee, die direkt vor der Insel Helgoland liegt. Es ist eine etwa 0,5 Kilometer lange Fahrrinne (Meeresrinne), die das letzte Teilstück der Schiffsroute vom Großen Vogelsand bis kurz vor das Südende von Helgoland bildet.

Name Hamburg war und ist der wirtschaftlich dominierende Hafen an der Elbmündung. Schiffe, die von Hamburg aus die Nordsee in Richtung Westen oder Norden ansteuerten, nutzten Helgoland seit jeher als wichtigen Orientierungspunkt, Schutzhafen oder Lotsenstation. Da das Teilstück die direkte Schiffsroute für Schiffe aus Richtung der Elbmündung (vom Großen Vogelsand) war, bürgerte sich bei den Seeleuten der Bezug zu Hamburg ein.

In der alten Seemannssprache bezeichnete ein „Loch“ oder auch „Gatt“ eine schmale Durchfahrt, ein Seegatt oder eine tiefere Rinne, die durch eine ansonsten flache, sandbankreiche Region führt. Für die Kapitäne war dieses Loch die einzig sichere, tiefere Rinne, um das Südende Helgolands anzusteuern, ohne auf den umliegenden Sandbänken zu stranden.

Besonderheiten Wassertiefen und Wellensituation Die Wassertiefe im Hamburger Loch bewegt sich in einem recht flachen Bereich von etwa 6 bis 12 Metern. Diese geringe Tiefe kann ein tückisches Wellenbild verursachen. Der Stau-Effekt: Die offene Nordsee um Helgoland herum und im benachbarten Helgoländer Becken ist deutlich tiefer – an einigen Stellen fällt der Meeresboden dort bis zu 56 Meter tief ab. Die Wellenbrechung: Da die Fahrrinne von flachen Unterwasserbänken und Untiefen umgeben ist, bricht sich das Tiefseewasser der offenen Nordsee hier besonders abrupt. Das Resultat: Bei rauer See und starkem Wind ,insbesondere aus Südwesten, führt das zu einer tückischen Wellendynamik mit einer extrem kabbeligen See mit steilen, unberechenbaren Kreuzwellen.

Seekrankheit Das Besondere am Hamburger Loch ist sein Ruf als der „Magenöffner“ der Nordsee. Diese kurze Seepassage gilt unter Seeleuten und Passagieren als das härteste Teilstück auf der Fahrt nach Helgoland und als die Stelle, an der selbst wetterfesten Fahrgästen oft schlecht wird.

Geografisch markiert das Loch das allerletzte Ende der Schiffsroute (vom Großen Vogelsand kommend). Wer es durchquert hat, erreicht direkt im Anschluss das ruhigere Südende von Helgoland.

Siehe auch Liste der geographischen Namen der Deutschen Bucht an der Küste Deutschlands

Weblinks Mapcarta.com: Hamburger Loch, Karte Duene1.de: Hamburger Loch mit Halunder Jet

Einzelnachweise

Kategorie:Schifffahrt (Helgoland) Kategorie:Nordsee Kategorie:Bundeswasserstraße