Der PZL SM-4 Łątka () war ein dreisitziger Hubschrauber aus den 1960er Jahren, der von PZL Świdnik in Polen entwickelt wurde. Es wurde ein einziger Prototyp gebaut, der jedoch aufgrund von Motorproblemen nie flog.
Entwicklungsgeschichte Der Hubschrauber SM-4 „Łątka“ wurde vom Konstruktionsteam des Werks PZL Świdnik unter der Leitung von Jerzy Kotliński entworfen. Es sollte ein leichter Hubschrauber für Verbindungs- und andere Zwecke werden. Für die Konstruktion war der Einsatz von Laminatbauteilen vorgesehen, deren Herstellung am Institut für Luftfahrt entwickelt worden war. Aus Laminat sollten der Rotor, die Kabinenverkleidung, das Kufenfahrwerk, das Heckleitwerk sowie das Heckrotorblatt gefertigt werden. Die Arbeiten an dem Projekt begannen im Jahr 1961. Im Jahr 1962 wurden ein Exemplar für statische Tests sowie ein Prototyp der Verbindungsversion gebaut. Dies sollte die Basisvariante sein. Außerdem waren Versionen für die Ausbildung, den Sanitätsdienst und die Landwirtschaft vorgesehen. Die fertigen Laminatbauteile wurden im April und Mai 1963 auf der Ausstellung „Kunststoffe in der Volkswirtschaft“ präsentiert.
Die Bodentests begannen Ende 1962, nachdem der für diesen Hubschrauber vorgesehene Motor Narkiewicz WN-6 eingetroffen war. Dabei wurden starke Vibrationen des Antriebsaggregats festgestellt. Letztendlich wurde der Prototyp nicht in die Luft gebracht, da der Motor nicht für den Betrieb zugelassen wurde.
Die bei der Arbeit an der „Łątka“ gesammelten Erfahrungen wurden für die Konstruktion der Laminat-Hauptrotorblätter der Hubschrauber SM-1 und SM-2 genutzt. Ende 1964 wurde im Konstruktionsbüro von PZL Świdnik eine Weiterentwicklung der „Łątka“ mit der Bezeichnung SM-5 erarbeitet. Das Projekt sah den Einsatz eines GTD-350-Turbinentriebwerks vor, kam jedoch nicht über das Stadium einer Machbarkeitsstudie hinaus.
Aufbau Ein dreisitziger Mehrzweckhubschrauber in Mischbauweise. Ähnlich der Alouette II oder der Bell 47.
Der Rumpf besteht aus einer Fachwerkkonstruktion aus geschweißten Rohren. Im vorderen Teil befindet sich eine dreisitzige Cockpitkabine in Schalenbauweise mit zwei Türen.
Dreiflügeliger Tragradrotor. Flügel mit trapezförmiger Kontur, NACA-23015-Profil und geometrischer Verwindung. Laminierte Flügelkonstruktion mit Stahl-Wurzelbeschlag. Der Rotor ist auf einer Nabe mit Gelenken gelagert, die mit einem Schwingungsdämpfer ausgestattet ist. Die Steuerplatte des Rotors ruht auf einem Kugelgelenk.
Festes Kufenfahrwerk in Laminat-Metallbauweise. Die Kufen bestehen aus Stahlrohren, die Verbindungsstreben zum Rumpf sind aus Laminat gefertigt.
Der Motor Narkiewicz WN-6S, ein luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor, war schräg zur Rotorachse angeordnet. Über eine Kupplung trieb er das Hauptgetriebe des Tragrotors und das Endgetriebe des Heckrotors an. Zum Starten des Motors wurde Druckluft verwendet. Der Kraftstoffverbrauch betrug 44 l/h.
Technische Daten Kenngröße Daten Besatzung 1 Passagiere 2 Länge 9,70 m Hauptrotordurchmesser 10,00 m Höhe 2,75 m Leermasse 660 kg max. Startmasse 1000 kg Antrieb 1 × 6-Zylinder-Boxermotor Narkiewicz WN-6 Leistung Höchstgeschwindigkeit 115 km/h* Reichweite 300 km* max. Einsatzflughöhe 3300 m* Anfangssteiggeschwindigkeit 4,4 m/s* * Leistungsdaten wurden vorher berechnet, konnten aber nicht erflogen werden.
Literatur Taylor, John W. R. Jane’s All The World’s Aircraft 1966–67. London: Sampson Low, Marston & Company, 1966. Glass, A. Konstrukcje lotnicze Polski Ludowej. Warsaw: Wydawnictwo Komunikacji i Łączności, 1965.
Weblinks
PZL SM-4 im „Projekty Śmigłowców WSK-Świdnik“ von Polska Technika Lotnicza: Materiały Historyczne. PZL Swidnik History auf globalsecurity.org
Einzelnachweise
Kategorie:Hubschrauber Kategorie:Nicht realisiertes Flugzeugprojekt