Die Stadt, die es nicht gibt ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2026 von Regisseurin Eva Spreitzhofer nach einem Drehbuch von Matthias Kiefersauer und Alexander Liegl. Es handelt sich um die 23. Folge der Kriminalfilmreihe München Mord mit Bernadette Heerwagen, Marcus Mittermeier und die vorletzte mit dem im Mai 2026 verstorbenen Alexander Held.
Handlung Kriminaloberrätin Dr. Linda Hösl tritt die kommissarische Nachfolge von Kriminaloberrat Zangel an. Wie ihr Vorgänger traut sie dem Ermittlungstrio Flierl, Neuhauser und Schaller zunächst wenig zu. Auf Fliers verwunderte Frage, ob Hösl freundlich sei oder nicht, antwortet Schaller: vielleicht kommissarisch freundlich. Zum Einstand spendiert sie zunächst Oberpfälzer Schmierkuchen, am Ende zollt sie dem Trio aber Respekt.
Thekla Weingärtner findet ihre Wahltochter Nora Plötz nach deren 1980er-Jahre-Party tot auf. Noras Start-up-Partner Boris Jannowitz hatte mit ihr eine App zur Parkplatzsuche für Fahrräder mit Tracking in München entwickelt, bis sie plötzlich kein Interesse mehr daran hatte. Laut dem Pathologen Dr. Enrico Laicher war die Partybowle mit K.-o.-Tropfen versetzt, in Noras Armvene wurde Kaliumchlorid injiziert. Unklar ist, warum der Täter zuerst alle Partygäste außer Gefecht gesetzt hat und nicht einfach gewartet hat, bis er mit Nora alleine war.
Eine am Tatort gefundene Sportjacke des TSV Bavaria München mit den Initialen JL führt zu Carola Heintz, die eine alte Bekannte von Neuhauser ist. Zunächst nehmen sie an, dass mit JL der Spieler Josip Lavrekovic gemeint ist, auf einem Foto trägt allerdings der Jugendleiter die Jacke. Der frühere Jugendleiter Chris Kunzmann wurde vor einem halben Jahr aus dem Verein hinausgeschmissen, weil er fast einen minderjährigen Schiedsrichter verprügelt hätte.
Boris zeigt sich als möglicher Täter selbst an, ohne sich an die Tat erinnern zu können. Kunzmann war der Lebensgefährte von Noras verstorbener Mutter und versucht, sich Einlass in die Villa der Toten zu verschaffen. Der Zahnarzt und Noras entfernter Cousin und Erbe Dr. Jeremias Oesterheld liefert Kunzmann aber ein Alibi für die Tatnacht. Nach Neuhausers Dafürhalten ist das Alibi aber falsch und Oesterheld möchte die von Nora geerbte Villa an Kunzmann vermieten, sodass die Villa ein mögliches Mordmotiv ist. Die Mitarbeiter der Bowlinghalle, in der Kunzmann und Oesterheld waren, bestätigen allerdings das Alibi der beiden.
Jonas Föchterle war in das spätere Opfer verliebt und wohnte mit ihr in einer Wohngemeinschaft. Laut eigenen Angaben hatte er um 23:30 Uhr die Party verlassen, auf Videoaufnahmen ist er aber noch um 23:54 Uhr zu sehen. Er gibt zu, die K.-o.-Tropfen in die Bowle gegeben zu haben, bestreitet aber, Nora getötet zu haben.
Laut Schaller war Nora auf den Spuren von Freddie Mercury. Auf Noras Computer finden sich zahlreiche Unterlagen mit Konzerthallen, Tonstudios und Orten, wo Freddie in seiner Münchner Zeit in den 1980er-Jahren war. Laut Neuhauser sind diese mittlerweile nicht mehr existierenden Orte die Stadt, die es nicht gibt. Vom Musikalienhändler Philip Korn, der ebenfalls auf Noras Party war, erfahren die Ermittler, dass Thekla Weingärtner damals Freddie selbst getroffen haben soll. Weingärtner gibt an, keine Ahnung zu haben, warum Nora sich so für Mercury interessiert hatte. Eine Observierung von Thekla führt zum Seniorenstift Wohlauf und zum Gitarristen Hans Greipl, der dort an einer Scheinbushaltestelle wartet.
In Noras Aufzeichnungen findet sich ein Vaterschaftstest, den Boris für sie durchgeführt hat und der eine Verwandtschaft von Vater und Sohn bestätigt. Von Boris kommt der Hinweis auf den von Nora erwähnten Bus, der nicht kommt. Laut Barbara Low vom Seniorenstift habe Greipl vor einiger Zeit behauptet, Vater geworden zu sein. Ein weiterer DNA-Test bestätigt, dass Greipl der gesuchte Vater ist. Mercury soll gerüchteweise in seiner Münchner Zeit ein Kind gezeugt haben. Philip Korn war überzeugt, der Sohn von Freddie zu sein. Tatsächlich war aber Mercury damals in Nordamerika auf Tour. Nora wollte beweisen, dass Philip der Sohn von Thekla Weingärtner (geborene Korn) und Hans Greipl ist und nicht der von Mercury. Philip Korn sah seine Lebenslüge gefährdet, tötete Nora deswegen und wird schließlich festgenommen.
Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 9. Oktober bis zum 9. November 2025 in München statt. Produziert wurde der Film von der TV60Filmproduktion (Produzent Sven Burgemeister) im Auftrag des ZDF.
Die Kamera führte Nathalie Wiedemann, die Musik schrieb Stephan Massimo und die Montage verantworteten Manuel Reidinger und Quirin Grimm. Das Kostümbild gestaltete Theresia Wogh, das Szenenbild Maike Althoff, den Ton Christian Hegner und das Maskenbild Martine Flener.
Die Folge ist die erste ohne Christoph Süß als Kriminaloberrat Helmut Zangel. Seine Nachfolge trat Eva Karl Faltermeier als Kriminaloberrätin Dr. Linda Hösl an.
Veröffentlichung In der ZDFmediathek wurde der Film am 15. August 2026 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF und auf ORF 2 folgte am 22. August 2026.
Rezeption Kritiken Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv 4,5 von 6 Sternen. In dieser Folge trete der Tod von Alexander Held in den Vordergrund. Dass Alexander Held nicht mehr unter uns weilt, dass er diesem Ludwig Schaller nicht weiterhin sein reduziertes Mienenspiel schenken kann, werde einem in jeder Szene mit ihm offenbar.
Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit fünf von zehn Punkten. Der Krimi beginne mit einem schön rätselhaften Szenario, sei später aber zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Die Versuche, witzig zu sein, seien leider ebenso gescheitert.
Einschaltquote Die Erstausstrahlung am 22. August 2026 im ZDF erreichte 4,03 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 20,1 Prozent. Durch zeitversetzte Nutzung, beispielsweise via Festplattenrekorder, erhöhte sich die Reichweite nachträglich um 430.000 auf im Schnitt 4,46 Millionen Zuschauer.
Weblinks
München Mord – Die Stadt die es nicht gibt auf ZDF.de München Mord – Die Stadt die es nicht gibt auf ORF ON München Mord – Die Stadt die es nicht gibt auf tv60film.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Kategorie:Kriminalfilm Stadt die es nicht gibt #Die