mini|Sabine Boehl (2020) mini|Sabine Boehl, Tendrilled Green, 2011, 100 × 97 cm, Glasperlen auf Leinwand, Privatsammlung Istanbul Sabine Boehl (* 7. Januar 1974 in Darmstadt) ist eine deutsche bildende Künstlerin.
Leben und Werk Sie studierte visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei den Professoren Gerhard Merz und Daniel Buren. Als Meisterschülerin von Gerhard Merz schloss sie dort 2003 ihren Master of Arts ab.
Sabine Boehl arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Relief und Textilkunst. Charakteristisch für ihr Werk ist die Verwendung von Glasperlen, die sie in aufwendiger Handarbeit auf Leinwand aufstickt. Die einzelnen Perlen fungieren dabei als farbliche und strukturelle Module und bilden komplexe ornamentale Bildgefüge. Inhaltlich setzt sich Boehl mit historischen und kulturellen Bildtraditionen auseinander. Ihre Arbeiten greifen Motive und Strukturen aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen auf und verbinden diese mit Elementen der geometrischen Abstraktion und seriellen Bildgestaltung. Aus der Verknüpfung kunsthistorischer Referenzen mit konzeptuellen Arbeitsweisen entstehen Werke, die zwischen Ornament, Zeichen und abstrakter Bildstruktur vermitteln. Ein zentrales Merkmal ihres Schaffens ist die Auseinandersetzung mit Ordnungssystemen, Wiederholung und Fragmentierung. Die Bildflächen entwickeln sich aus modularen Strukturen, die sowohl als dekorative Elemente als auch als visuelle Zeichensysteme gelesen werden können. Dabei verbindet Boehl kunsthandwerkliche Präzision mit einem konzeptuellen Ansatz, der Ornament im Kontext bildsprachlicher Abstraktion behandelt. Ihre Arbeiten untersuchen dessen Funktion als strukturgebendes und bedeutungstragendes Element abstrakter Bildkompositionen. Seit den 2000er Jahren bilden ornamentale Strukturen den Schwerpunkt ihres Werkes. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.
Sabine Boehl lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Ausstellungen (Auswahl) 2026: Museum Aachen-Kornelimünster 2025: Sevil Dolmacı, Dubai 2019: Mies van der Rohe Haus, Berlin 2018: Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2015: Raketenstation, Stiftung Insel Hombroich 2015: Cer Modern, Ankara 2014: Mönchehaus Museum, Goslar 2013: Cindy Rucker Gallery, New York 2011: Museum of Anatolian Civilizations, Ankara 2010: Galerie Dirimart, Istanbul 2007: Museum Baden, Solingen 2005: Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien 2004: Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien
Literatur Kunst in NRW 2000–2023, ISBN 978-3-422-80123-3, Sammlung Kunsthaus NRW, DE, 2024 Sabine Boehl, Daniel Buren, Günter Fruhtrunk: Neuheiten und Rezepte, Ausstellungskatalog 37, ISBN 978-3-947045-14-3, Mies van der Rohe Haus, Berlin, DE, 2019 Islam it’s also our history. Fields of influence on european art, Institut für Kulturaustausch (ed.), Tübingen, 2017 Helga Meister: Neue Düsseldorfer Kunstszene in 70 Porträts, Köln, 2016, ISBN 978-3-86832-371-9. Die Aktualität des Ornaments – Sabine Boehl, Heike Weber und Ekrem Yalçindağ, Mönchehaus Museum Goslar, 2014 Elle Türkiye, Tuvalde Saydam Işlemeler by Melida Tuzunoglu, Interview, Januar 2011 Rendering Infinity, Texte Dr. Doris Krystof und Hans Irrek, Dirimart Istanbul, 2011 Battle, Power and Faith, with Jiri Dokoupil, Jan Fabre, Gülsün Karamustafa, Hermann Nitsch, Gerhard Richter, Thomas Ruff, Ekrem Yalcindag, Fahrelnissa Zeid a.o., Museum of Anatolian Civilizations & Özil collection, Ankara, TR Junge Kunst #85, Kunstszene in Istanbul, Text Julia Brodauf, 04/2010, DE Mute No 3, Acoustic Colors, Karla Black, Sabine Boehl, Martin Creed, Aaron Curry, Bernard Frize, Mary Heilmann, Yuki Minami a.o., ISBN 978-4-9904425-2-1, Tokio, JPN, 2009
Weblinks Website von Sabine Boehl Meet “Pop of Time”: Hottest Summer Exhibition In Dubai by Dara Morgan https://www.eintshirtzumleben.de/de/die-fairlosung/kunstwerk-0018-sabine-boehl.html Deutsche Welle, A German artist goes Turkish, 2010
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