TV-Burying (auch TV Burial, deutsch: TV-Begräbnis) war ein Dé-coll/age-Happening des deutschen Künstlers Wolf Vostell das am 19. Mai 1963 im Rahmen des YAM Festivals auf der Farm von George Segal in South Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey stattfand. Es war sein erstes Happening in den Vereinigten Staaten. Parallel zum Yam Festival zeigte die Smolin Gallery in New York die erste Ausstellung von Wolf Vostell in den Vereinigten Staaten mit dem Titel TV Dé-coll/age. Die Installation 6 TV Dé-coll/age (1963) wurde dort realisiert und gezeigt. Die Installation existiert in einer Rekonstruktion des Künstlers aus dem Jahr 1995.Das Theater ist auf der Straße. Die Happenings von Wolf Vostell. Museum Morsbroich Leverkusen. Kerber Verlag, 2010, ISBN 978-3-86678-431-4. TV-Burying, Medien Kunst Netz. 6 TV Dé-coll/age (1963).Wulf Herzogenrath: Videokunst der 60er Jahre in Deutschland. Kunsthalle Bremen, 2006 (ohne ISBN).

Hintergrund Das YAM Festival war eine von George Brecht und Robert Watts organisierte Reihe von Aktionen, Happenings und Ausstellungen, die im Mai 1963 an mehreren Orten in New York, an der Rutgers University und auf George Segals Farm stattfanden. Der Programmtag auf George Segals Farm wurde von der Smolin Gallery ausgerichtet, die für die Fahrt nach South Brunswick Busse charterte. Neben Vostell waren dort unter anderem Dick Higgins, Allan Kaprow und La Monte Young vertreten. Dieter Daniels: Fernsehen Kunst oder Antikunst? Konflikte und Kooperationen zwischen Avantgarde und Massenmedium in den 1960er/1970er Jahren. Forschungen zu Wolf Vostell und der Aktionskunst der 1950/60er Jahre. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Happening Nach Vostells Partitur wurde ein Fernsehgerät, das das laufende Programm zeigte, mit Sahnetorten beworfen und mit Putenfleisch behängt. Diese Eingriffe bewirkten eine Störung des gesendeten Programms, die Vostell nach seinem Kunstprinzip der Dé-coll/age als TV Dé-coll/age bezeichnete. Anschließend wurde ein Tafelbild mit einem Loch in der Leinwand vor das Gerät gehängt, sodass nur noch ein kleiner Ausschnitt des Bildschirms sichtbar blieb. Das Gerät wurde danach mit Stacheldraht umwickelt und in ein zuvor ausgehobenes Grab gelegt und vergraben. Fotografien des Fotografen Peter Moore sind überliefert.Das Theater ist auf der Straße. Die Happenings von Wolf Vostell. Museum Morsbroich Leverkusen. Kerber Verlag, 2010, ISBN 978-3-86678-431-4.Beuys Brock Vostell. Aktion Demonstration Partizipation 1949-1983. (Hrsg.): Peter Weibel, ZKM - Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Hatje Cantz, Karlsruhe, 2014, ISBN 978-3-7757-3864-4. Kultur Stiftung der Länder, Mediale Wanderungen. Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Experimental Television of the 1960s and ’70s.

Literatur Das Theater ist auf der Straße. Die Happenings von Wolf Vostell. Museum Morsbroich Leverkusen. Kerber Verlag, 2010, ISBN 978-3-86678-431-4. Klaus Gereon Beuckers: Dé-coll/age und Happening. Studien zum Werk von Wolf Vostell. Ludwig, Kiel 2012, ISBN 978-3-86935-145-2. Beuys Brock Vostell. Aktion Demonstration Partizipation 1949-1983. (Hrsg.): Peter Weibel, ZKM - Zentrum für Kunst und Medien, Hatje Cantz, Karlsruhe, 2014, ISBN 978-3-7757-3864-4. Sehen Sie - überall. Studien zu den frühen Aktionen von Wolf Vostell. Klaus Gereon Beuckers und Nick Böhnke, 2025, ISBN 978-3-910591-55-4.

Siehe auch Liste der Aktionen, Fluxus-Konzerte und Dé-coll/age-Happenings von Wolf Vostell

Weblinks Journals: Dé-Collage and Television: Wolf Vostell in New York, 1963-64, PDF-Download in Englisch Wolf Vostell, Museum of Modern Art, New York Wolf Vostell, NDR TV-Interview, Köln 1965 Ekkehard Tanner: Kunst ist Leben – Leben ist Kunst: Wolf Vostell

Einzelnachweise

Kategorie:Wolf Vostell Kategorie:Werk der Aktionskunst