mini|Logo des Tschechischen Zentrums Wien Das Tschechische Zentrum Wien () ist Teil des Netzwerks der Tschechischen Zentren, das dem Außenministerium der Tschechischen Republik untersteht. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Kultur der Tschechischen Republik in Österreich zu präsentieren und die kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu fördern. Das Zentrum wurde 1994 gegründet und hat seit 2024 seinen Sitz in der Gußhausstraße. Als Kulturinstitution ist das Zentrum ein Vollmitglied des Netzwerks der europäischen Kulturinstitute EUNIC Austria. Das Tschechische Zentrum Wien organisiert eigene Kulturveranstaltungen (Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Literaturabende usw.), Projekte in Zusammenarbeit mit österreichischen Institutionen und weiteren Partnern sowie Tschechischkurse. Derzeit ist Ondřej Černý Direktor des Tschechischen Zentrums Wien. mini|Eingang im Tschechischen Zentrum Wien
Geschichte Das Tschechische Zentrum Wien wurde im März 1994 eröffnet, also nur kurze Zeit nach der Gründung der unabhängigen Tschechischen Republik. Die Vorbereitungen für seine Errichtung begannen jedoch bereits 1993 unter der Leitung des späteren ersten Direktors Milan Sedláček. Zu den Eröffnungsveranstaltungen gehörte unter anderem die Vortragsreihe „Tschechische Loyalität – Mythos und Wirklichkeit“, die sich mit der Zeitspanne von 1848 bis 1915 befasste. Die deutschsprachigen Vorträge erstreckten sich über einen Monat und fanden ein breites Publikum. Bereits in den ersten Jahren organisierte das Tschechische Zentrum Wien neben Vorträgen auch Ausstellungen, Filmtage sowie musikalische und theaterbezogene Matineen.
Zu den ersten Ausstellungen zählte die Präsentation der Werke von Jan Svoboda, deren Vernissage am 21. April 1994 stattfand. In den ersten Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde dem österreichischen Publikum ein breites Spektrum der tschechischen Kultur vermittelt. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Künstlerinnen und Künstler, die in den vorangegangenen Jahrzehnten nicht im Zentrum des offiziellen Kulturbetriebs gestanden hatten.
So gastierte bereits 1994 das Theater Sklep mit seiner Produktion „Pražská pětka“ in Österreich. Darüber hinaus wurde eine Ausstellung mit Werken von 35 bildenden Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, die zuvor überwiegend im Dissens oder im Verborgenen gearbeitet hatten, darunter Jaroslav Róna, Petr Nikl, František Skála, Zdeněk Lhotský und Čestmír Suška. Ebenso folgten die Grafiker Aleš Najbrt und Michal Cihlář einer Einladung nach Wien. Große Resonanz fand außerdem die Fotoausstellung von Tono Stano, der bereits damals internationales Renommee genoss.
Im Jahr 1999 übernahm Jozef Kollár die Leitung des Tschechischen Zentrums Wien und führte die programmatische Ausrichtung seines Vorgängers fort. Sein Nachfolger Marcel Sauer nutzte seine engen Kontakte zur Underground-Szene sowie zu damals noch wenig bekannten Künstlerinnen und Künstlern und lud sie zwischen 2003 und 2006 nach Wien ein. In dieser Zeit waren unter anderem die Musik- und Performancegruppe DG307, der bildende Künstler Jiří David, die Instrumentalistin und Sängerin Iva Bittová sowie der Glaskünstler Zdeněk Lhotský im Tschechischen Zentrum zu Gast.
Im Jahr 2007, zwei Jahre vor der ersten tschechischen EU-Ratspräsidentschaft, wechselte das Tschechische Zentrum erneut seine Leitung. Die neue Direktorin Taťjana Langášková meisterte erfolgreich die anspruchsvolle Aufgabe, die Tschechische Republik in einer Phase zu präsentieren, in der das Land im Mittelpunkt der europäischen Aufmerksamkeit stand. Neben den offiziellen Veranstaltungen des Tschechischen Zentrums Wien wurde anlässlich der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft sowie des 140. Jahrestages der Eröffnung der Wiener Staatsoper eine Ausstellung über den tschechischen Architekten und Baumeister Josef Hlávka organisiert, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wien tätig war.
Auch in den darauffolgenden Jahren veranstaltete oder unterstützte das Tschechische Zentrum Wien zahlreiche bedeutende Kulturprojekte. Dazu gehörten unter anderem eine Retrospektive zum 80. Geburtstag des Filmregisseurs Miloš Forman, das Projekt „Jan Svěrák Espressofilm“, die Teilnahme an der Triennale der Grafik mit Ondřej Michálek als zentralem Vertreter des tschechischen Beitrags sowie die Ausstellung der Sammlung „Česká koláž“, die 2013 auf Initiative des Tschechischen Zentrums erstmals in Österreich präsentiert wurde.
Zu den bedeutendsten Projekten zählte die groß angelegte Ausstellung „Blaue Innovationen. Zeitgenössische Tendenzen des traditionellen tschechischen Blaudrucks“, die im März 2017 im Zusammenhang mit der Nominierung des Blaudrucks für die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes stattfand.
Leitung des Tschechischen Zentrums Wien Insgesamt acht Personen sind seit der Gründung im Jahr 1994 in der Leitung des Tschechischen Zentrums Wien gewesen. +Nameim Amt seitim Amt bisMilan Sedláček19941997Jozef Kollár19972002Marcel Sauer20022007Taťjana Langášková20072012Martin Krafl20122017Mojmír Jeřábek20172022Sandra Dudek*20222023Ondřej Černý2023 - *Sandra Dudek wurde in den Jahren 2022 und 2023 mit der Leitung des Tschechischen Zentrums Wien betraut.
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