Max Zistl (* 29. Oktober 1859;St. Rat Dr. Max Zistl. in den Staatlichen Archiven Bayerns † nach 1917) war ein deutscher Mathematiker, Physiker und Gymnasiallehrer.

Leben Zistl studierte 1879 bis 1884 Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er war zunächst Lehramtskandidat und Assistent am Neuen Gymnasium Würzburg. Am 16. September 1890 wurde er Studienlehrer für Arithmetik und Mathematik am Königlich Bayerischen Lyceum in Dillingen an der Donau und 1893 auf eigenes Ersuchen an das Humanistische Gymnasium Straubing versetzt. 1895 promovierte Zistl als Physiker in München mit einer Arbeit zur Berechnung der Mischfarben im Beugungsbilde eines schmalen Spaltes. 1901 wechselte er an das Kgl. Münchner Realgymnasium, wo er bis mindestens 1917 arbeitete.

In seiner Funktion als Gymnasiallehrer veröffentlichte er im Rahmen der Schulprogramme wissenschaftliche Abhandlungen. Seine Abhandlung zum Thema Verwandlung, Übertragung und Aufspeicherung der Energie wurde als „sehr schön“ gelobt, obwohl er darin die Entdeckungen von Heinrich Hertz zur Energieumwandlung nicht berücksichtigte.Max Maier: Was ist Elektrizität?. Augsburger Postzeitung, 21. Januar 1891 Des Weiteren beschäftigte er sich mit der Geschichte und Entwicklung von Zündanlagen. Zistl, Max: Ueber elektrische Fernzuendung von Oellampen und automatische zeitweise Beleuchtung. In: Elektrotechnische Rundschau: ill. Zeitschr. zur Verbreitung nützl. Kenntnisse aus d. Gebiete d. angewandten Elektrizitätslehre. Jg. 14, Nr. 11, 1897, Knapp Verlag, S. 143–145Max Zistl: Über Zündung: Historische Darstellung, kritische Besprechung und Einteilung der Feuerzeuge nach den Grundsätzen der Energielehre nebst neuen Konstruktionen zur elektrischen Lampenzündung. Programm des k. b. hum. Gymnasiums Straubing für das StudienJahr 1886/87, Cl. Attenkofersche Buchdruckerei, 1897 1894 wurde ihm das Patent für einen pneumatischen Fernerzeuger zugesprochen.Th. Schwartze: Berichte der ständigen Referenten. Beleuchtungswesen. In: Gesundheits-Ingenieur. Jg. 20, No. 7, R. Oldenbourg Verlag, 1897, S. 115–116 Weitere Patente und Gebrauchsmuster zu Beleuchtung und Schulapparaten folgten.

1916 veröffentlichte Zistl eine Abhandlung über physikalische Schülerübungen, die von Heinrich Wieleitner als „vernünftig und maßvoll nach allen Seiten“ beschrieben wurde. Zistl sei ein Anhänger der Schülerübungen, verkenne aber deren Probleme und Fehlerquellen nicht.Heinrich Wieleitner: Mathematisch-naturwissenschaftliche Programme. In: Monatsschrift für Höhere Schulen. Band 16, 1917, S. 341–342

Veröffentlichungen Bücher Über Verwandlung, Übertragung und Aufspeicherung der Energie. Programm des Königlichen Neuen Gymnasiums zu Würzburg für das Studienjahr 1889/90, K. Bayerische Hofdruckerei von Binitas-Bauer, 1890. In Doppelband verlegt von Herdersche Verlagshandlung Berechnung der Mischfarben im Beugungsbilde eines Schmalen Spaltes. Cl. Attenkofersche Buchdruckerei, 1895 (Dissertation) Die Gesetze der vier Grund-Rechnungsarten für Mittelschulen und zum Selbstunterricht. Selbstverlag, 1895 Über Zündung: Historische Darstellung, kritische Besprechung und Einteilung der Feuerzeuge nach den Grundsätzen der Energielehre nebst neuen Konstruktionen zur elektrischen Lampenzündung. Programm des k. b. hum. Gymnasiums Straubing für das Studienjahr 1886/87, Cl. Attenkofersche Buchdruckerei, 1897 Betrachtungen zur Ausgestaltung der physikal. Schülerübungen und praktisch-mechanischer Schülerarbeiten. Jahresbericht über das Königliche Realgymnasium in München 1915/16, Kutzner, 1916 Über das logische, historische und technische Moment im Physikunterricht. Jahresbericht über das Königliche Realgymnasium in München 1916/17, Kutzner, 1917

Artikel Zistl, Max: Ueber Ellipsographen. In: Central-Zeitung für Optik und Mechanik, Jg. 5, No. 23, Gressner & Schramm, 1884, S. 265–268 Zistl, Max: Ueber elektrische Fernzuendung von Oellampen und automatische zeitweise Beleuchtung. In: Elektrotechnische Rundschau: ill. Zeitschr. zur Verbreitung nützl. Kenntnisse aus d. Gebiete d. angewandten Elektrizitätslehre. Jg. 14, Nr. 11, 1897, Knapp Verlag, S. 143–145

Patente Patentschrift Nr. 86140. Pneumatischer Fernerzeuger selbstlöschender Kohlenwasserstoffflammen. Patentinhaber: Dr. Max Zistl, patentiert am 11. Dezember 1894 Patentschrift Nr. 84769. Pneumatischer Flammenregler für Oel- und Kohlenwasserstofflampen. 11. Dezember 1894 Gebrauchsmuster Nr. 34096. In einem Ring rotirende Scheibe mit in einem Schlitz verschiebbarem Bleistifthalter als Ellipsenzeichner. 26. November 94 Gebrauchsmuster Nr. 34798. Vorrichtung zur Erzeugung eines zeitweisen elektrischen Stromes durch Absaugen von Luft aus dem Elementglase und dadurch erfolgende Zuführung der Erregerflüssigkeit zu den Elektroden. 10. Dezember 1894 Gebrauchsmuster Nr. 566056. Elektrodynamische Bussole als Schülerübrungsapparat. 11. September 1913 Gebrauchsmuster Nr. 566057. Zusammenlegbar auf Handgriff montierter Wetzelscher astronomischer Schulapparat. 11. September 1913 Gebrauchsmuster Nr. 566058. Elektro-Calorimeter-Spirale als physikalischer Schulapparat. 11. September 1913

Einzelnachweise

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