mini|Küstenstreifenboot, WS1, Wasserschutzpolizei mini|Polizeiboot in Berlin mit Namen Ein Polizeistreifenboot (auch Küstenstreifenboot, Polizeiboot oder Streifenboot) ist ein behördliches Wasserfahrzeug, das von der Wasserschutzpolizei oder vergleichbaren Behörden zur Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben eingesetzt wird.

Aufgaben und Einsatzbereiche Die Aufgaben von Polizeistreifenbooten sind vielseitig und hängen vom jeweiligen Einsatzrevier (Binnengewässer, Seehäfen oder Küstengewässer) ab. Zu den Kernaufgaben gehören:

Verkehrsüberwachung: Kontrolle der Schifffahrt hinsichtlich der Einhaltung schifffahrtsrechtlicher Vorschriften, der Befähigungsnachweise sowie der Verkehrstüchtigkeit. Umweltschutz: Feststellung von Gewässerverunreinigungen sowie Entnahme von Wasserproben zur Beweissicherung. Seenotrettung: Auf Binnengewässern übernehmen Polizeistreifenboote zusammen mit Booten der DLRG regelmäßig typische Aufgaben der Seenotrettung.

Technische Merkmale Antrieb: Neben klassischen Propellern werden Polizeistreifenboote häufig mit Jetantrieben ausgerüstet, die den Tiefgang im Binnenbereich reduzieren und das Verletzungsrisiko bei der Menschenrettung minimieren. Boote mit Jetantrieb, wie die Kieler Seestern als mutmaßlich schnellstem Polizeiboot an der deutschen Küste, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten. Ausstattung: Zur typischen Ausrüstung moderner Boote gehören BOS-Digitalfunk, Radar, Echolot, Suchscheinwerfer, Wärmebildkamera, Sondersignalanlagen (Blaulicht und Sirene) sowie umlaufende Fendersysteme für das Längsseitsgehen an anderen Schiffen. Personenrettung: Polizeistreifenboote sind häufig mit spezieller Ausrüstung für die Personenrettung versehen, wie absenkbaren Bugklappen oder Bergeplattformen.

Abgrenzung zu Küstenwachschiffen

Polizeistreifenboote sind für Tageseinsätze in Binnen- und küstennahen Gewässern sowie Häfen ausgelegt, während Küstenwachschiffe für mehrtägige Autarkie auf hoher See auch bei extremen Wetterbedingungen geeignet sind. Ein Unterschied ist zudem die Bewaffnung: Polizeiboote führen als schwimmende Streifenfahrzeuge für den zivilen Exekutivdienst im Gegensatz zu Küstenwachschiffen, wie die Potsdam-Klasse, neben den regulären Dienstwaffen der Besatzung keine fest installierten Waffensysteme an Bord.

Namensgebung und Kennung Im Gegensatz zu zivilen Schiffen oder Einheiten der Seenotrettung und Küstenwache tragen Polizeistreifenboote in verschiedenen Bundesländern keine schiffstypischen Eigennamen, sondern werden nur über eine alphanumerische Kennung (z. B. WSP 1, WSP 23, BP 62) identifiziert. Das Kürzel WSP verweist auf die Wasserschutzpolizei des jeweiligen Bundeslandes, während BP für die Bundespolizei steht.

Farbgebung Analog zur Umstellung der Streifenwagen und der europäischen Harmonisierung wurden die Überwasserrümpfe von Polizeistreifenbooten ab 2002 vom bisherigen Farbschema Minzgrün (RAL 6029) auf Verkehrsblau (RAL 5017) umgestellt. Um starkes Aufheizen zu vermeiden, werden die Aufbauten typischerweise in Weiß oder Lichtgrau gehalten.

Der Hamburger Hafen geht seit 2018 dazu über, Boote in einem neutralen Elfenbeinton zu lackieren und Hoheitszeichen sowie Polizeischriftzüge über Magnetschilder oder Wechselbänder anzubringen. Das erlaubt es der städtischen Flottenverwaltung, ein Boot flexibel für die Wasserschutzpolizei einzusetzen, es bei Bedarf aber auch für zivile Hafenbehörden oder Lotsendienste umzurüsten .

Relevante Hersteller

Der Bau von Polizeistreifenbooten ist ein spezialisierter Bereich des Behördenfahrzeugbaus. Zu den maßgeblichen Werften für deutsche Polizeibehörden zählen: Fr. Fassmer GmbH & Co. KG (Deutschland) Siemer Werft (Deutschland) Neckar-Bootsbau Ebert GmbH (Deutschland) Österreichische Schiffswerften AG (Österreich) UKI Workboat (Finnland)

Literatur Günther Meyer: Schiffe und Boote der deutschen Wasserschutzpolizeien und ihrer Vorläufer (1830–2000), Nora Verlag, 2003, ISBN 978-3-936735-29-1.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Polizeifahrzeug Kategorie:Boot