mini|Anders Fredrik SkjöldebrandEmil Hildebrand: Sveriges historia intill tjugonde seklet. Band 9 - 1809-1859. Stockholm. 1910. Anders Fredrik Skjöldebrand (* 14. Juli 1757 in Algier, Regentschaft Algier; † 23. August 1834 in Stockholm, Schweden) war ein schwedischer Graf, General, Staatsmann, Dichter und Künstler.

Biographie Frühe Jahre und militärische Laufbahn Anders Fredrik Skjöldebrand war der Sohn des schwedischen Konsuls in Algier, Erik Brander (der 1767 unter dem Namen Skjöldebrand geadelt wurde), und dessen Ehefrau Johanna Logie. Er studierte ab 1771 in Uppsala und schlug 1774 die militärische Laufbahn als Kornett im Südschonischen Kavallerieregiment (: Södra skånska kavalleriregementet) ein. 1779 war er Leutnant im Ostgötländischen Kavallerieregiment.

Während des Russisch-Schwedischen Krieges (1788–1790) diente er zunächst in verschiedenen Kommandos in Schweden, unter anderem in Karlskrona. 1789 nahm er als Stabsadjutant des Herzogs Karl (später Karl XIII.) an einer Marineexpedition teil. Der Herzog war bereits während seiner frühen militärischen Laufbahn sein Kommandeur und die beiden verband eine enge Freundschaft. Noch im gleichen Jahr nahm Skjöldebrand an einem Seegefecht bei Öland teil. Nach dem Krieg wurde er 1790 zum Stabsadjutanten des Königs ernannt, stieg 1792 zum Major im Leichten Dragonerkorps (: Lätta dragonkåren) auf und wurde im selben Jahr Oberstleutnant.

Skjöldebrand reiste von 1798 bis 1799 gemeinsam mit dem Italiener Giuseppe Acerbi durch Lappland über Oulu, Tornio und Enontekis zum Nordkap.

Aufstieg und politische Rolle Unter der Regentschaft des Herzogs Karl stand Skjöldebrand weiterhin in hoher Gunst und begleitete den Regenten auf dessen Reisen. 1802 wurde er zum kommandierenden Oberst des Westgöta-Liniendragonenregiments (: Västgöta linjedragonregemente) ernannt. Nachdem sein Regiment im Zuge einer Armeereform 1807 aufgelöst worden war, wurde er 1808 Kommandeur der Verteidigungseinrichtungen von Stockholm.

Im Zuge des Staatsstreichs von 1809, der zum Sturz von König Gustav IV. Adolf führte, spielte Skjöldebrand eine aktive Rolle. Der neue König Karl XIII. beförderte ihn 1810 zum Generalmajor und berief ihn kurzzeitig zum amtierenden Generalgouverneur nach Schwedisch-Pommern. Im selben Jahr, im Zusammenhang mit der Ermordung Fersens, wurde er interimistischer Oberstatthalter (: överståthållare) von Stockholm. Er trug zur Wiederherstellung der Ruhe in der Hauptstadt bei und setzte sich unter anderem für eine bessere Kinderfürsorge ein, legte sein Amt jedoch 1812 nach einem Streit mit dem Magistrat nieder. Gleichzeitig (1810–1812) fungierte er als engagierter Direktor der Königlichen Hofkapelle und der Hofbühne.

1813 trat Schweden auf der Seite der Koalition in den Sechsten Koalitionskrieg gegen Napoleon ein. Skjöldebrand kommandierte eine Kavalleriedivision innerhalb der Nordarmee unter dem Oberkommando des schwedischen Kronprinzen Karl Johann, ehemals französischer Marschall Bernadotte. Am 6. Dezember 1813, nach der Kapitulation dänischer und französischer Truppen in Lübeck, verfolgte Skjöldebrand mit seinen Einheiten den abziehenden Feind bis in die Gegend um Segeberg.Wilhelm Sager: Heere zwischen den Meeren – Heeres- und Kriegsgeschichte Schleswig-Holsteins. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. Husum. 2003, ISBN 3-89876-113-4. S. 91. Anschließend bewährte sich Skjöldebrand bei den Gefechten bei Bornhöved und Sehestedt.

1814, im Schwedisch-Norwegischen Krieg, erzwang er mit seinen schwedischen Truppen den Übergang über den Fluss Glomma in Norwegen. Skjöldebrand gehörte zu den frühen Befürwortern der Kandidatur Bernadottes für den schwedischen Thron.

Er stieg 1814 zum Generalleutnant auf und wurde 1777 in den Freiherrenstand sowie 1819 in den Grafenstand erhoben. Im Jahr 1821 erreichte er mit der Beförderung zum General der Kavallerie seinen höchsten militärischen Dienstgrad. Von 1822 bis zu seinem Tod war er als Staatsrat (: statsråd) Mitglied der schwedischen Regierung. Vom 22. November 1815 bis zum 26. März 1828 war er außerdem Kabinettsminister.

Skjöldebrand war eines der achtzehn Mitglieder der Schwedischen Akademie. Zudem war er künstlerisch tätig und ist mit rund 30 Werken unter anderem im Nationalmuseum sowie im Kunstmuseum Norrköping vertreten.

Kulturelles und wissenschaftliches Wirken Skjöldebrand war ein vielseitig talentierter Kulturakteur. Er verfasste mehrere literarische Werke, darunter das epische Gedicht Odin (1816) sowie die Dramen Hermann von Unna und Spastaras död. Nach einer Reise zum Nordkap im Jahr 1799 veröffentlichte er ein prachtvoll illustriertes Reisewerk mit eigenen Aquatinta-Grafiken. Zudem trat er als Komponist hervor.

Er war Mitglied zahlreicher akademischer Institutionen: ab 1819 der Schwedischen Akademie, ab 1804 der Königlich Schwedischen Musikakademie (deren Präsident er zeitweise war), ab 1811 der Königlich Schwedischen Akademie der Schönen Künste sowie der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (1822) und der Königlich Schwedischen Akademie für Literatur, Geschichte und Altertümer.

Familie Skjöldebrand war der Sohn des schwedischen Konsuls in Algier Erik Brander (der in den Adelsstand erhoben und unter dem Namen Skjöldebrand geführt wurde) und der schottischstämmigen Johanna Logie. Der schwedische Beamte und Gouverneur Pehr Eric Sköldebrand (1769–1826) war sein Bruder.

In erster Ehe war Skjöldebrand mit Petronella Constantia von Höpken († 1780)Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor. Band 7. Norstedts förlag. 1932. S. 302–303. verheiratet.

In zweiter Ehe war er mit der späteren Oberhofmeisterin Charlotta Letitia Ennes (1791–1866) verheiratet. Zu den Kindern zählten: August Fredrik Skjöldebrand (1812–1889) Eric Bogislaus Skjöldebrand (1816–1868) Aurora Charlotta Skjöldebrand (1819–1907)

Auszeichnungen 60px Kommandeur des Königlichen Seraphinenordens 60px Kommandeur des schwedischen Schwertordens 60px Großkreuz des Schwertordens 60px Ritter des Ordens Karls XIII. Mitglied der Schwedischen Akademie Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie Ehrenmitglied der Königlich Schwedischen Akademie für Literatur, Geschichte und Altertümer

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Einzelnachweise

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