mini|Naturschutzgebiet Kojen-Moos, hinten FFH-Gebiet Häderichmoore, der Unterschied ist nur die hier unsichtbare Staatsgrenze mini|Schrägluftbild mini|Blick von der Hochgratkette mini|Kojen-Moos und Häderichmoore im Herbst mini|Hörmoossee im FFH-Gebiet Häderichmoore Die Häderichmoore sind ein FFH-Schutzgebiet in der bayerischen Gemeinde Oberstaufen, weit abgelegen vom Ortszentrum an der Grenze zu Österreich.
Lage Das Schutzgebiet besteht aus zwei Teilflächen und liegt in der Senke zwischen dem Kojen-Schichtkamm und der Hochgratkette, direkt an der österreichisch/deutschen Grenze. Das Moorgebiet erstreckt sich auch auf die österreichische Seite, auch dieser Teil ist geschützt als Naturschutzgebiet Kojen-Moos, direkt angrenzend an Teilfläche 1. Die Teilfläche 2 ist abgetrennt etwa 200 m entfernt und nicht mehr an der Grenze. In der Teilfläche 2 liegt der Hörmoossee. Überlappend und zwischen den Teilflächen liegt die Wiesenbrüterkulisse Südwestlich Vordere Hochwiesalpe (Nr. 85250001). Alle genannten Gebiete sind Teile des deutlich größeren grenzüberschreitenden Naturparks Nagelfluhkette.
Politisch liegt das Gebiet in Oberstaufen, Landkreis Oberallgäu, Regierungsbezirk Schwaben sowie im deutschen Bundesland Bayern.
Gebirgsgeographisch liegt das Gebiet in der Sattelverebnung zwischen der Fluh im Kojen-Schichtkamm und dem Hochhäderich in der Hochgratkette. Beide Bergketten zählen zu den Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämmen, diese wiederum zu den Allgäuer Voralpen westlich der Iller.
Regional liegt das Gebiet im Schnittpunkt vom Vorderen Bregenzerwald, Westallgäu und Oberallgäu. Entwässert werden die Moore über den Lanzenbach zur Weißach und weiter zur Bregenzer Ach und in den Bodensee. Orographisch gehören sie zum Weißachtal.
Bedeutung und Beschreibung Es ist das größte Hochlagenmoorgebiet der Nagelfluhregion, ein sehr seltener Moortyp (Deckenmoor) und das bestausgebildete, repräsentativste Moor dieses Typs für Bayern. Auch die österreichische Seite gilt als eines der reichhaltigsten und schönsten Moorgebiete Vorarlbergs und ist laut Österreichischem Moorschutzkatalog ein Moor von nationaler Bedeutung.
Die Moorkomplexe beherbergen schöne Latschenhochmoore, die randlich in Flachmoore übergehen. Die mächtigen Nieder- und Hochmoortorflagen wurden teils zur Torfgewinnung genutzt. Kleine, mäandrierende Bäche durchfließen die Moore. Die Bult-Schlenkengliederung hat typische Flora-Fauna-Habitate gebildet mit Latschenbulte (Pino-Sphagnetum), Torfmoosbulte (Sphagnetum magellanici), Schlammseggen-Schwingrasen (Caricetum limosae), Mooraugen und Pfützen, Erosionskomplexe mit offenen Torfstellen und Rasenbinsen. Unzählige Insekten leben hier, unter anderem die Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica), eine sehr seltene Großlibelle. Die gesamte Landschaft ist sehr naturbelassen und vielfältig.
Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie Die offiziellen Schutzgüter sind: CodeBezeichnungprioritär6150Boreo-alpines Grasland auf Silikatsubstraten6170Alpine und subalpine Kalkrasen6230Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatbödenja6430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe7110Lebende Hochmooreja7140Übergangs- und Schwingrasenmoore7230Kalkreiche Niedermoore
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:FFH-Gebiet in Bayern Kategorie:Geographie (Oberstaufen) Kategorie:Moor in Bayern Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Oberallgäu Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2000 F Häderichmoore