mini|San Marcello San Marcello ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der italienischen Gemeinde Arco im Trentino. Sie befindet sich im Ortsteil Chiarano und steht unter dem Patrozinium des Marcellus I.

Geschichte Die Kirche wurde erstmals 1537 erwähnt. Sie zählt damit zu den älteren Gotteshäusern in der ehemaligen, seit 1929 nach Arco eingemeindeten Gemeinde Romarzollo. Der Bau diente bis zur Auflösung und Verlegung des angrenzenden Friedhofes im 19. Jahrhundert als Friedhofskirche der Orte Chiarano und Vigne.Romano Turrini: Chiarano: Frammenti di storia, arte e tradizione. S. 33.

Die ersten Visitationsakten beschreiben die Kirche nur sehr oberflächlich. 1613 geht aus einer darin enthaltenen Notiz hervor, dass die Kirche über zwei Altäre verfügte, die dem heiligen Stephan und dem heiligen Leonhard gewidmet waren. Insbesondere Letzterer wurde besondere Verehrung zuteil, auch wenn die Kirche dem Patrozinium des heiligen Marcellus I. unterstand.Romano Turrini: San Giacomo maggiore a Vigne. S. 263.

In den Unterlagen von 1708 ist vermerkt, dass Papst Clemens XIII. der Kirche am Leonharditag den vollkommenen Ablass gewährte. Zwischen 1776 und 1777 schuf Teodoro Benedetti aus Castione oder sein Sohn den Hauptaltar aus Marmor. Infolge einer schweren Choleraepidemie 1836 wurde ein neuer Gemeindefriedhof erbaut, so dass der angrenzende alte Friedhof langsam an Bedeutung verlor. Bereits drei Jahre später wurde bei einer Visitation vermerkt, dass auf dem Friedhof das Vieh weidete. Erst 1888 wurde die Aufbewahrung des Altarheiligtums in San Marcello zugestanden, auch wenn sie weiterhin eine Filialkirche der Collegiata in Arco blieb.Romano Turrini: Chiarano: Frammenti di storia, arte e tradizione. S. 33–34.

1954 wurde sie schließlich zur Pfarrkirche erhoben und zwischen 1967 und 1968 restauriert. In den 1990er Jahren fanden liturgische Anpassungen statt.

Beschreibung mini|Kirchenschiff mit dem Querbogen, den zwei Seitenkapellen im zweiten Joch und dem Chor Das nach Osten ausgerichtete Gebäude liegt südlich des historischen Ortskerns von Chiarano, an der Straße nach Arco. Sie besitzt eine sehr schlichte Fassade, in deren Mitte sich das Kirchenportal mit Architrav befindet. Auf dem Architrav ist die Jahreszahl 1550 eingeritzt.Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. S. 178.

Links des Portals ist in der Fassade ein Weihwasserbecken aus Stein eingemauert. Über dem Portal befindet sich ein Okulus und rechts erhebt sich der Campanile mit quadratischem Grundriss. Die Glockenstube weist vier Monforien auf. Die symmetrisch gegliederten Seitenflanken zeichnen sich durch einen zentralen Stützpfeiler und durch die Seitenkapellen aus, die im Bereich des zweiten Jochs hervortreten. Auf Höhe des ersten Jochs befindet sich auf jeder Seite jeweils ein Segmentbogenfenster.

Ah der südlichen Außenwand des Campanile prangt ein großes Fresko, das den heiligen Christophorus mit Jesuskind zeigt.Romano Turrini: Chiarano: Frammenti di storia, arte e tradizione. S. 36.

Der Innenraum weist ein einziges Kirchenschiff auf, das durch einen Querbogen in zwei Joche mit Kreuzgewölben unterteilt ist. Im zweiten Joch liegen zwei Seitenkapellen mit rechteckigem Grundriss und Tonnengewölbe, die von mittig angeordneten Bögen mit Voluten im Schlussstein eingerahmt sind. Der leicht überhöhte Chorraum war bis in die 1990er Jahre mit einer Balustrade vom übrigen Innenraum abgegrenzt. Auf der linken Seite des Chors erstrecken sich zwei aufeinanderfolgende Räume, beide mit rechteckigem Grundriss, von denen der erste als Seitenkapelle genutzt wird, während der zweite als Sakristei dient.

Nur wenige Meter entfernt liegt eine kleine Mariahilf-Kapelle. Das sowohl außen als auch innen mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert ausgeschmückte Bauwerk, diente bis in die 1980er Jahre als Taufkapelle von San Marcello.

Innenausstattung Der Hauptaltar aus Marmor ruht auf einem hölzernen Altaraufsatz aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Sockel ist mit mehreren Bildern geschmückt, die Bekehrung des Paulus von Taurus, die Darstellung des Herrn, die Geburt Christi, die Anbetung der Könige und Georg den Drachentöter zeigen. Die Pala ist ein Werk Agostino Aldis und stammt aus dem Jahr 1895. Dargestellt ist die Thronende Muttergottes mit den heiligen Marcellus I., Antonius dem Großen, Jakobus dem Älteren und Johannes dem Täufer.

In der linken Seitenkapelle steht ein Holzaltar aus dem 17. Jahrhundert. Die Pala ist von einem unbekannten Trentiner Künstler und mit 1634 datiert. Sie zeigt den heiligen Leonhard. Die rechte Seitenkapelle ist Unseren Lieben Frau auf dem Berge Karmel gewidmet. Der Altarsockel aus Marmor stammt aus dem 20. Jahrhundert, der Altaraufsatz aus Holz kann auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert werden.

Literatur Romano Turrini: Chiarano: Frammenti di storia, arte e tradizione. Comitato dei Santi Antonio e Marcello di Chiarano, Arco 2000. Romano Turrini: San Marcello a Chiarano. In: Roberto Codroico et al.: Ecclesiae: Le chiese nel Sommolago. Il Sommolago, Arco 2000, S. 263–264. Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. Temi, Trient 2007, ISBN 88-89706-07-4, S. 178–179.

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Einzelnachweise

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