mini|Jürgen Jansen (2019) Jürgen Jansen ist ein deutscher Komponist, Musiker, Musikproduzent und Toningenieur. Bekanntheit erlangte er unter anderem durch seine Bandbeteiligungen bei The Cassandra Complex und Project Pitchfork sowie seiner Zusammenarbeit mit Goethes Erben und Peter Heppner.

Leben Jansen begann an der FH Aachen ein Studium zum Chemieingenieurwesen, das er aber für die Musik abbrach. Er lebt und wirkt heute in Leipzig.

Musikalische Karriere Bandbeteiligungen The Cassandra Complex Jansen startete seine musikalische Karriere 1988 bei der multinationalen Electro-Rock- und Post-Punk-Band The Cassandra Complex. Nachdem er einige Jahre lang die Band durch Europa begleitet und bei ihren Auftritten T-Shirts verkauft hatte, wurde er später als Keyboarder festes Mitglied der Band. 1989 veröffentlichte er mit The Cassandra Complex das Studioalbum Satan, Bugs Bunny, and Me…, bei dem Jansen nicht nur das Keyboard einspielte, sondern auch für die Programmierung verantwortlich zeichnete und als Komponist fungierte. Ab dem im Folgejahr erschienenen Album Cyberpunx übernahm er zudem die Produktion. Jansen bliebt über elf Jahre festes Mitglied der Band, die letzte Veröffentlichung mit seiner Beteiligung war das Studioalbum Wetware, welches am 26. September 2000 erschien.

Project Pitchfork mini|Jürgen Jansen (2016) 1994 bildete Jansen zusammen mit dem Hamburger Musiker Peter Spilles, Frontmann der Hamburger Synth-Rock- und Electro-Wave-Band Project Pitchfork, das Duo Jansen – Spilles. Aus der Zusammenarbeit ging das Studioalbum Speedwingslowthings hervor. Während es das einzige Album des Projektes war, wurde Jansen im gleichen Jahr von Spilles für die Produktion seines Nachfolge-Projektes REC. Engagiert, einer Supergroup bestehend aus Mitgliedern von Girls Under Glass, Project Pitchfork und Love Like Blood. Dabei entstand das einzige, selbstbetitelte Album, bei dem Jansen das Arrangement, die Instrumentierung und Produktion übernahm. Im Folgejahr wurde Jansen zunächst als Produzent für Project Pitchfork engagiert, womit er für die Produktion des sechsten Studioalbums Alpha Omega verantwortlich zeichnete. Zwei Jahre später, aber der Produktion des Nachfolge-Albums ¡Chakra:Red! (1997), wurde er schließlich zum festen Bandmitglied. Fortan war Jansen zuständig für sämtliche Studioarbeiten, darunter auch den Schreibprozess einiger Titel. Ab April 2011 war Jansen zudem für den Vertrieb von Tickets und Fanartikeln zuständig. Die Zusammenarbeit mit Project Pitchfork endete im Jahr 2024. Frontmann Spilles geriet dabei in die Kritik, weil er sich zum Weggang nur im geringen Umfang äußerte. Während eines Konzertes, kurz nach der Trennung, gab er folgenden Kommentar gegenüber den Konzertbesuchern ab: „Jürgen Jansen ist nicht mehr dabei und meine Wortwahl dazu war recht knapp gehalten. Das liegt einfach daran, dass jedes weitere Wort Jürgen Jansen schaden würde!“ Als Bandmitglied veröffentlichte Jansen 14 Studioalben mit der Band, die allesamt die deutschen Albumcharts erreichten. Dabei erreichten die beiden Alben Daimonion (Rang 8) und Elysium (Rang 3) sogar Top-10-Platzierungen. Außerdem schafften es fünf Autorenbeteiligungen beziehungsweise Produktionen in die deutschen Singlecharts, darunter auch sein erfolgreichster Charthit Carnival (Rang 32).

Weitere Tätigkeiten Goethes Erben 1996 startete Jansen zunächst eine Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Musikerin Mindy Kumbalek, Keyboarderin und Saxofonistin der deutschen Band Goethes Erben. Dabei entstand Sick World, das erste Studioalbum von ihrem Musikprojekt Still Silent. Jansen fungierte hierbei als Produzent und Tonmeister aller neun Titel sowie als Koautor des Liedes Work It Out. 2001 wurde Jansen schließlich auch für die Produktion von Nichts bleibt wie es war engagiert, dem siebten Studioalbum von Kumbaleks Hauptband Goethes Erben, bei der sie zwischen 1991 und 2007 tätig war. Bei diesem Album war Jansen neben der Aufnahme und der Produktion auch für die Abmischung verantwortlich.

Peter Heppner Eine der längsten Partnerschaften führte Jansen mit dem deutschen Synthiepop-Musiker Peter Heppner. Diese begann bereits in den 1990er-Jahren, indem Jansen als Toningenieur während den Konzerten von Heppners Bandprojekt Wolfsheim fungierte. So war er unter anderem für die Aufnahme des Livealbums Hamburg Rom Wolfsheim verantwortlich, welches im Oktober 1997 erschien. Weitere von ihm aufgenommene Konzerttitel erschienen im November 1998 als B-Seite der Chart-Single It’s Hurting for the First Time (1 Titel) sowie auf der „Special Edition“ von Wolfsheims viertem Studioalbum Spectators (5 Titel) zwei Monate später. Im Oktober 2001 war Jansen einmalig auch als Autor und Produzent an einem Werk Heppners beteiligt. Dabei handelt es sich um die Chart-Single Glasgarten, die Heppner in Zusammenarbeit mit Goethes Erben aufgenommen hatte. Das Stück ist Teil auf dem von Jansen produzierten Goethes-Erben-Album Nichts bleibt wie es war und avancierte zum einzigen Charthit der Band. Im Folgejahr war Jansen für die Abmischung und Produktion von Wolfsheims einzigem Videoalbum Kompendium zuständig. Nach der Auflösung von Wolfsheim, begleitete Jansen fortan Heppners Solokarriere und war weiterhin als Toningenieur bei seinen Konzerten tätig. Ab August 2020 führte er darüber hinaus das Phwerk, den Online-Shop des Sängers.

Weitere Produktionen Neben seinen Bandmitwirkungen war Jansen auch immer parallel als Autor und Produzent, Toningenieur sowie in diversen weiteren Studiofunktionen tätig. So war er maßgeblich an den Alben-Produktion zu Fractal I von Trauma und Transition von Catastrophe Ballet (beide 1993), Sun God von der gleichnamigen Band und Trancemigration von Fortification (beide 1995), Chronotrope von Philtron (2000), oder auch In Transit von Covenant (2007) beteiligt.

Sein Hauptaugenmerk neben den Bandbeteiligungen lag jedoch seit 1990 in seiner Tätigkeit als Toningenieur bei Konzerten, so war er unter anderem für Camouflage, Client, Covenant, De/Vision, Diary of Dreams, Nitzer Ebb, The Fair Sex, Fixmer/McCarthy, Girls Under Glass, Haujobb, In Strict Confidence, Die Krupps, Leichtmatrose, Melotron, Recoil, S.P.O.C.K, The Sisters of Mercy, Solar Fake, Suicide Commando, Unheilig, VNV Nation, Joachim Witt und Zeromancer tätig.

Rezeption In einer Retrospektive hieß es, dass Jansen auf Cassandra Complex’ wegweisendem Konzeptalbum Cyberpunx dazu beigetragen habe, die Stilrichtung der Band neu zu erfinden.

Diskografie Solokarriere Alben Jahr TitelMusiklabel Anmerkungen 1994 SpeedwingslowthingsSelbstverlag Erstveröffentlichung: 1994Gemeinschaftsalbum mit Peter Spilles als Jansen – Spilles

Lieder Jürgen Jansen als Autor (A) und Produzent (P) in den Charts

Mit Bands (Studioalben) The Cassandra Complex 1989: Satan, Bugs Bunny, and Me… (Play It Again Sam) 1990: Cyberpunx (Play It Again Sam) 1991: The War Against Slee (Play It Again Sam) 1992: Beyond The Wall of Sleep (Play It Again Sam) 1993: Sex & Death (Play It Again Sam) 2000: Wetware (SPV)

Project Pitchfork 1997: ¡Chakra:Red! (Candyland Entertainment) 1998: Eon : Eon (EastWest) 2001: Daimonion (EastWest) 2002: Inferno (EastWest) 2005: Kaskade (Candyland Entertainment) 2009: Dream, Tiresias! (Trisol Music) 2010: Continuum Ride (Trisol Music) 2011: Quantum Mechanics (Trisol Music) 2013: Black (Trisol Music) 2014: Blood (Trisol Music) 2016: Look Up, I’m Down There (Trisol Music) 2018: Akkretion (Trisol Music) 2018: Fragment (Trisol Music) 2024: Elysium (Trisol Music)

Weblinks

Jürgen Jansen bei Hung Medien

Einzelnachweise

Kategorie:Dark-Music-Produzent Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Toningenieur Kategorie:Peter Heppner Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann