Richard Franz Alexander (13. August 1902 in Wien; † 9. Februar 1957 in Buenos Aires) war ein österreichischer Diplomat. Zur Zeit des Ständestaats war er Leiter des Sturmkorps der Vaterländischen Front und bekämpfte in dieser Funktion die illegalen Nationalsozialisten.

Leben Richard Franz Alexander entstammte einer Wiener Kaufmannsfamilie. Sein Vater war Richard Alexander, seine Mutter Maria, geborene Tihelka. Nach der Volksschule und vier Klassen Realschule besuchte er 1917 und 1918 die Marineakademie Fiume. Nach dem Ersten Weltkrieg besuchte er die Handelsakademie, wo er 1921 die Matura ablegte. Nebenher ließ er sich als Dolmetscher für Französisch ausbilden. Zwischen 1921 und 1924 absolvierte er einige Volontariate und Auslandspraktika und machte sich 1925 als Photoreporter und Verleger selbstständig. 1932 wurde er wegen betrügerischer Krida zu einem Monat Haft verurteilt.

1933 trat Richard Alexander in die Vaterländische Front (VF) ein und war bis 1937 Bezirksleiter der VF in Hietzing. Ab 1937 wurde er beauftragt, das Sturmkorps der VF aufzubauen, und wurde dessen Leiter. Unter seiner Führung verfolgte das Sturmkorps konsequent die österreichischen Nationalsozialisten und infiltrierte deren Gruppen.

Noch in der Nacht des Einmarschs der deutschen Wehrmacht am 12. März 1938 wurde Alexander aufgrund seiner Stellung verhaftet und am 2. April 1938 im „Prominententransport“ in das KZ Dachau deportiert. Nach dem Überfall auf Polen wurde er kurzfristig in das KZ Flossenbürg überstellt, am 2. März 1940 nach Dachau rücküberstellt und am 5. Juni 1940 entlassen. In der Folge zog er nach Berlin und wurde Korrespondent für einen Pariser Verlag. Ab dem 3. Mai 1943 arbeitete er als Dolmetscher beim Oberkommando der Wehrmacht in Berlin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach Rankweil in Vorarlberg. 1947 trat er in den Dienst des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten und wurde Presseattaché in der Botschaft in Buenos Aires. Nach dem Ableben von Hans Sidonius von Becker und der Abberufung von Otto Günther 1950 leitete er interimistisch die Botschaft. Im Folgejahr trat er der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei.

1951 erlitt er einen Herzinfarkt, was eine geplante Versetzung nach Rio de Janeiro unmöglich machte. Im Alter von 54 Jahren verstarb er in Buenos Aires und wurde dort beerdigt.

Privates Alexander sprach fließend Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch. 1925 heiratete er Andrée Jellinek-Mercedes. Sie war die Tochter Emil Jellinek-Mercedes’ und Anaise Tholers. 1926 kam die gemeinsame Tochter Danielle zur Welt, die spätere Ehefrau Ludwig Steiners. Anfang der 1940er Jahre zerbrach die Ehe. Im Juni 1943 heiratete er erneut.

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