mini|Katholische Kirche St. Pius in Marl-Brassert St. Pius in Marl nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei Heilige Edith Stein (Marl). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Papstes Pius X. und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus im Stil der Moderne ist ein Zentralbau mit Turm und hat 450 Sitzplätze.
Geschichte Für eine Schachtanlage nordwestlich von Marl errichtete die „Rheinstahl Wohnungsbau GmbH Essen“ nach 1951 im westlichen Ortsteil von Brassert mehrere Wohnsiedlungen für Bergarbeiter und Flüchtlinge. 1953 entstanden Pläne für den Bau einer katholischen Kirche. Der 1955 dort errichtete Seelsorgebezirk wurde 1961 von St. Georg und St. Bonifatius abgetrennt und zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Zum Pfarrgebiet gehörten der Westen von Brassert sowie der größte Teil der Bauerschaft Lippe.
Baubeschreibung Nach den Plänen der Architekten Theo Burlage und B. Niebuer (Osnabrück) entstand 1964–1965 das Gotteshaus St. Pius in Marl. Nach der Erweiterung der Orgelempore wurde eine neue Orgel 1994 installiert. 2003 wurden der Eingang Schachtstraße neu gestaltet und der zusätzliche Versammlungsraum „Oase“ angebaut. 2011 erfolgte die Installation einer großen Monitorwand, die eingespielte Bilder, Texte und Videos zeigen kann.
St. Pius ist ein gestufter Zentralbau auf spiralförmigem Grundriss mit Flachdecken unter einem Schalendach. Der Chor als integrierte Altarinsel liegt im Nordosten. Der eingebundene Südwestturm soll an den Förderturm einer Schachtanlage erinnern und besitzt einen stumpfen Abschluss. Die eingeschossige Sakristei im Osten ist ein schmaler rechteckiger Anbau. Die Kirche besteht aus rotem Ziegelmauerwerk mit Dächern aus Kupferblech.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1963, das 1958 entstandene und 1985 umgebaute Pfarrheim sowie der 1958 eröffnete und 1976 erweiterte Kindergarten. Das Gotteshaus steht seit dem 10. November 2023 mit der Denkmalnummer 47 in der Liste der Baudenkmäler in Marl.
Strukturentwicklungen Am 1. Dezember 2016 fusionierten St. Pius (Marl), St. Georg (Marl) und St. Josef (Drewer) zur neuen Großpfarrei „Heilige Edith Stein (Marl)“, wobei St. Pius seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde mit der Hauptkirche St. Georg ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Recklinghausen die Pfarreien St. Sixtus (Haltern am See), Heilige Edith Stein (Marl) und St. Franziskus (Marl) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Haltern-Marl“.
Glocken Im Turm von St. Pius hängen vier Kirchenglocken. Die im Jahr 1930 hergestellte Glocke mit dem Schlagton c2 (und dem Durchmesser 76 cm) ist aus Bronze und stammt aus der Gießerei Petit & Edelbrock (Gescher). 2010 wurde das Geläut um drei neue Glocken erweitert.
Orgel Die Firma Richard Lipp u. Sohn (Stuttgart) lieferte 1970 für St. Pius in Marl eine elektronische Orgel mit 35 Registern. Im Rahmen der Erweiterung der Orgelempore wurde 1994 eine Resonatoren-Orgel eingebaut. Bei dieser elektronischen Sakralorgel sollten Resonatoren-Klangabstrahlungssysteme dafür sorgen, dass dieses digitale Instrument fast genauso wie eine traditionelle Pfeifenorgel klingt.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Pius (Marl) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
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