Love Street ist ein Lied der US-amerikanischen Rockband The Doors. Es erschien 1968 auf dem dritten Studioalbum Waiting for the Sun und als B-Seite der Single Hello, I Love You. Der Song entstand aus einem Gedicht von Jim Morrison, das von seinem damaligen Wohnort Laurel Canyon in Los Angeles inspiriert wurde.

Entstehung und Veröffentlichung Jim Morrison schrieb den Text zu Love Street als Gedicht über sein damaliges Lebensumfeld am Rothdell Trail in Laurel Canyon. Morrison und seine Lebensgefährtin Pamela Courson lebten dort im Haus 8021 Rothdell Trail, das später als „Love Street House“ bekannt wurde. Nach Angaben von LA Weekly beobachteten beide von ihrem Balkon aus häufig das Leben auf der Straße und die Besucher eines nahegelegenen Geschäfts; diese Eindrücke flossen in das Lied ein. Die Musik wurde von allen vier Mitgliedern der Doors komponiert.

Love Street erschien 1968 als zweiter Titel des Albums Waiting for the Sun mit einer Laufzeit von 3:06 Minuten angegeben. Außerdem wurde das Lied als B-Seite der Single Hello, I Love You veröffentlicht, wobei die Singlefassung mit einer Laufzeit von 2:50 Minuten kürzer ist als die Albumversion. Auf Live-Konzerten wurde Love Street nur selten gespielt, eine Konzertaufnahme findet sich jedoch von einem Konzert in Stockholm von der Europa-Tour 1968.

Das Wohnhaus von Jim Morrison und Pamela Courson blieb durch das Lied bekannt. Am 30. Dezember 2011 wurde es bei einer Serie von Brandstiftungen in Hollywood und West Hollywood beschädigt. Das Feuer griff von einem vor dem Gebäude abgestellten Fahrzeug auf Teile des Hauses über und beschädigte auch den Balkon, der als Inspiration für Love Street gilt. Nach Angaben der Feuerwehr waren 56 Feuerwehrleute im Einsatz und brachten den Brand innerhalb von 35 Minuten unter Kontrolle. Bewohner wurden nicht verletzt; ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen.

Musik und Text mini|The Doors 1968 Love Street weicht musikalisch vom üblichen psychedelischen Stil der Doors ab und ist eine konventionelle Ballade mit hauptsächlich akustischer Instrumentierung. Das Lied lässt sich stilistisch dem Pop-Rock zuordnen. In einer Rezension wird es als melodische Ballade beschrieben, in der unterschiedliche Popstile miteinander verbunden werden. Hervorgehoben werden insbesondere Ray Manzareks Keyboardspiel sowie Robby Kriegers zurückhaltendes jazzbeeinflusstes Gitarrenspiel.

Der Text schildert in lockeren, teils surrealen Bildern das Leben einer Frau in der „Love Street“. Mit ihrem Haus und Garten sowie mehrerer märchenhaft oder traumartig wirkender Details wie „robes“, „monkeys“ oder „diamond studded flunkies“ gibt es wiederkehrende Motive im Lied, dem Erzähler gegenüber erscheint die Frau als weise und geheimnisvolle Figur, die „weiß, was zu tun ist“ („knows what to do“). Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick auf einen Laden, „where the creatures meet“, dessen Besucher der Erzähler neugierig beobachtet. Die Schlusspassage („I guess I like it fine, so far“) vermittelt den Eindruck einer zufriedenen, gelassenen Betrachtung der beschriebenen Umgebung.

Die im Lied als „Love Street“ bezeichnete Umgebung entspricht dem Wohnviertel von Jim Morrison und Pamela Courson am Rothdell Trail, dessen Alltag und Atmosphäre Morrison in dem Lied verarbeitete.

Rezeption mini|Temporäre Umbenennung der Behmstraße, Ecke Malmöer in Berlin (2017) Obwohl Love Street lediglich als B-Seite der Single Hello, I Love You erschien, bevorzugte Jim Morrison das Lied gegenüber der A-Seite. In einem 1968 veröffentlichten Interview erklärte er, Hello, I Love You gehöre zwar nicht zu den besten Stücken der Band, er schäme sich jedoch nicht dafür. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass Radiosender die Single umdrehen und stattdessen Love Street spielen würden.

Narendra Kusnur nahm Love Street 2021 für Rolling Stone India in eine Auswahl von zehn unterschätzten Liedern Jim Morrisons beziehungsweise der Doors auf. Er hob hervor, dass sich das Stück vom üblichen Klang der Band entferne, und verwies auf seine Einordnung als Baroque Pop. Auch Morrisons für ihn untypischen Gesang und den gesprochenen Mittelteil des Liedes bewertete Kusnur positiv.

Der Doors-Schlagzeuger John Densmore würdigte insbesondere Ray Manzareks Solo in dem Lied. Dieses sei zwar nicht effektvoll oder demonstrativ gespielt, wirke auf ihn jedoch wegen seiner zugleich kraftvollen, präzisen und entspannten Phrasierung bei jedem Hören. Zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung wurde das Lied 2018 in Los Angeles mit einer Kulturinitiative gewürdigt. Der Abschnitt des Rothdell Trail, an dem Morrison das dem Lied zugrunde liegende Gedicht schrieb, erhielt symbolisch die Bezeichnung „Love Street“. Zudem wurden dort Hinweisschilder angebracht, die an die Verbindung des Ortes mit dem Lied erinnern.

Coverversionen Love Street wurde mehrfach von anderen Künstlern aufgenommen.

1969 nahm der amerikanische Musiker Mike Curb, Gründer von Curb Records, mit Mike Curb and The Waterfall sein instrumentales The Doors Songbook auf, das auch Love Street enthielt. Im Jahr 2000 gab es eine weitere instrumentale Einspielung des Liedes von Nigel Kennedy zusammen mit Jaz Coleman und dem The Prague Symphony Orchestra im Rahmen eines kompletten Konzertes mit Doors-Titeln.

2001 war Love Street als Coverversionen auf dem Album Eisheilig der gleichnamigen Band zu hören. 2002 folgte eine weitere Instrumentalversion durch den amerikanischen Pianisten und New-Age-Musiker George Winston auf dessen Album Night Divides The Day: The Music Of The Doors.

Belege ; abgerufen am 12. Juli 2026. ; abgerufen am 12. Juli 2026. ; abgerufen am 12. Juli 2026. https://www.discogs.com/de/release/30406097-The-Doors-Live-At-Konserthuset-Stockholm-September-20-1968

; abgerufen am 12. Juli 2026. ; abgerufen am 12. Juli 2026. ; abgerufen am 12. Juli 2026. ; abgerufen am 12. Juli 2026. Lindsay Planer: The Doors: Love Street auf allmusic.com, abgerufen am 12. Juli 2026.

Weblinks

Lindsay Planer: The Doors: Love Street auf allmusic.com

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