Orkester Omnitonal på Musikaliska Kvarteret ist ein Musikalbum von Per Texas Johansson. Die am 30. Oktober 2024 live im Musikaliska Kvarteret in Stockholm entstandenen Aufnahmen erschienen am 15. Mai 2026 auf Moserobie Music Production.
Hintergrund Das Orchester Omnitonal unter der Leitung von Per Texas Johansson wurde 2020 gegründet. Ausgangspunkt war der Wunsch, ein größeres Ensemble aus Musikern mit einem Hintergrund in Jazz, Improvisation und klassischer Musik zusammenzustellen, um Werke aufzuführen, in denen komponierte und improvisierte Musik auf komplexe Weise miteinander verwoben sind. 2023 erschien das erste Album der Formation. Auf dem zweiten Album Orkester Omnitonal på Musikaliska Kvarteret wird Musik präsentiert, die von Rasmus Borg, Per Texas Johansson, Josefin Runsteen und Andrea Tarrodi speziell für diesen Klangkörper komponiert wurde. Die Musik wurde an einem Abend im Stockholmer Veranstaltungsort „Musikaliska Kvarteret“ live aufgenommen.
Titelliste Per Texas Johansson: Orkester Omnitonal på Musikaliska Kvarteret (Moserobie Music Production – MMPLP144) A1: Hoax (Josefin Runsteen) 13:17 A2: Du kände dig aldrig hemma dit vi tog dig (Per Texas Johansson) 11:53 B1: Stop All the Clocks (Andrea Tarrodi) 7:22 B2: Morgon och Kväll (Rasmus Borg) 7:12 B3: Pater Noster (Rasmus Borg) 8:02 B4: Wolff (Rasmus Borg) 2:24
Rezeption mini|Per Texas Johansson (2019) Runsteens Stück „Hoax“ eröffnet das Album, eine verspielte und intensive Musik, die stellenweise an Igor Strawinsky erinnern würde, mit Fredrik Ljungkvist in einem brillanten Tenorsaxophon-Solo, meint Roger Bergner (Orkesterjournalen). Texas Johanssons Stück „Du kände dig aldrig hemma dit vi tog dig“ sei atonal, mit komplexen und dichten Klängen, die zeigten, welch ideenreicher Komponist er ist. Runsteen erhalte hier Raum für ein ausdrucksstarkes Violinspiel. Tarrodis „Stop All the Clocks“ würde dramatisch klingen, wie der Soundtrack zu einem spannenden Film, dessen Handlung man gerne bis zum Ende verfolgen möchte. Eine gelungene Inszenierung des Orchesters durch jemanden, der sein Handwerk versteht. Borg sei mit gleich drei Kompositionen auf der CD vertreten: „Morgon och Kväll“, „Pater Noster“ und „Wolff“. Seine repetitive und schwungvolle Musik klinge suggestiv und ansprechend; das abschließende Stück sei jedoch dramatischer. Die Inspiration durch die modernistische Kunstmusik des 20. Jahrhunderts würde sich wie ein roter Faden durch diese Stücke ziehen. Insgesamt lasse sich feststellen, dass dank der kreativen Fähigkeiten der einzelnen Komponisten in Zusammenarbeit mit einigen der landesweit führenden Instrumentalisten und Solisten keine konventionelle Bigband-Musik entstehe, welche leicht in Klischees verfalle. Das Orchester Omnitonal sei einzigartig in Schweden.
Das Eröffnungsstück, das dramatische „Hoax“ von Runsteen (ihre erste Komposition für eine Big Band), präsentiere das Orkester Omnitonal als eine Formation, die die Grenze zwischen zeitgenössischer Orchester-Musik für Blech- und Holzblasinstrumente und unruhigem, rhythmischem und gefühlvollem modernem Jazz-Big-Band-Sound verwische – verstärkt durch das beeindruckende Tenorsaxophon-Solo von Fredrik Ljungqvist, meint Eyal Hareuveni (Salt Peanuts). Johanssons „Du kände dig aldrig hemma dit vi tog dig“ (Du hast dich nie dort zu Hause gefühlt, wohin wir dich gebracht haben) mit Runsteen als Solistin sorge für einen Stimmungswechsel und wechsle zwischen einem kontemplativen und introspektiven, kammermusikalischen Klanggedicht und lyrischen Ausbrüchen hin und her. Tarrodis „Stop All the Clocks“ würde mit einem geduldigen und feinfühligen Verweben von Klangfarben und Schichten experimentieren, während die Spannung so lange aufgebaut werde, bis sie in einen emotionalen, berührenden Höhepunkt mündet. Die letzten drei Stücke stammten aus der Feder von Rasmus Borg, dem Pianisten des Orkester Omnitonal; „Morgon och Kväll“ (Morgen und Abend) sei eine luftige, strahlende und verspielte Komposition. „Pater Noster“ hat, wie zu erwarten, einen zurückhaltenden, chor- und hymnenartigen Charakter. Dieses beeindruckende Album ende mit dem kurzen, filmischen „Wolff“, das die reichhaltige klangliche Vision des Orkester Omnitonal untermauere.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Klassische Musik) Kategorie:Album 2026 Kategorie:Livealbum