mini|hochkant|Gedenktafel in der Stadtpfarrkirche St. Peter Max Zistl (* 15. Mai 1904 in Moosburg an der Isar; † 14. Januar 1983 in München) war ein deutscher Pfarrer, Geistlicher Rat und Prälat, der für seine Verdienste um den Aufbau der Peterskirche in München mehrfach ausgezeichnet wurde.

Leben und Wirken Zistl war das jüngste von zehn Kindern der Gerber Alois und Therese Zistl, die in Moosburg die Schleifmühle übernahmen. Sein Onkel Michael Zistel (1862–1926) war Dekan in Passau. Am 29. Juni 1930 wurde Max Zistl von Kardinal Faulhaber im Freisinger Dom zum Priester geweiht und hielt am 13. Juli in Moosburg im Kastulusmünster seine erste Messe. In den 1930er Jahren war er Kaplan in München, zunächst in St. Vinzenz, dann in St. Ursula. 1939 wurde er Prediger und Benefiziumsverwalter in St. Peter und am 27. März 1950 Stadtpfarrer.

Bekannt wurde Zistl für seinen Einsatz für den Erhalt und Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg bei Fliegerangriffen auf München 1944 und 1945 stark zerstörten Innenstadtpfarrkirche St. Peter.Peter B. Steiner: Zerstörung und Wiederaufbau der Kirchen Münchens. In: Münchener Theologische Zeitschrift 57 (2006), S. 291–304, hier: S. 296. Die Stadtpfarrer Max Stritter und Max Zistl widersetzten sich den Abrissplänen des bischöflichen Ordinariats. Zistl gründete 1950 den „Wiederaufbauverein Alter Peter“, mobilisierte zahlreiche Spender und erlangte einen staatlichen Bauzuschuss mit Hilfe von Kultusminister Josef Schwalber, sowie Mittel der Stadt München durch seinen langjährigen Bekannten Oberbürgermeister Thomas Wimmer. So konnte am 27. Juni 1954 mit der Weihe des Hochaltars der äußere Wiederaufbau abgeschlossen werden. Die Arbeiten an den Deckenfresken im Innenraum, lange unter Leitung von Erwin Schleich, dauerten bis ins Jahr 2000.Max Zistl – Der Retter von St. Peter. Moosburger Zeitung, 17. Januar 1983 In der Kirche St. Peter erinnert eine Gedenktafel mit lateinischer Widmung an Praelatus honorarius Max Zistl und sein Wirken.

Max Zistl starb am 14. Januar 1983 im Krankenhaus Neuwittelsbach an den Folgen eines Herzinfarkts. Die Grabstätte befindet sich auf dem Alten Teil des Waldfriedhof München (142a-I-117).

Ehrungen mini|Prälat-Zistl-Straße, Blickrichtung Nordosten

Für seine Verdienste erhielt Zistl 1962 den Bayerischen Verdienstorden, 1974 wurde ihm die Medaille München leuchtet in Gold und 1979 die Goldene Bürgermedaille der Landeshauptstadt München verliehen. Für die maßgebliche Initiierung des Aufbaus von St. Peter wurde zudem die Prälat-Zistl-Straße am Münchner Viktualienmarkt nach ihm benannt.Max Zistl auf der Website des Bayerischen Verdienstordens

Auf kirchlicher Ebene wurde ihm am 4. November 1960 der Ehrentitel eines geistlichen Rates verliehen, 1962 wurde er zum Päpstlichen Geheimkämmerer berufen und 1980 zum Ehrenprälat ernannt.

Trivia Max Zistl galt als Münchner Original und war auch in das weltliche Brauchtum eingebunden. 1979 segnete er ein neues Zelt auf dem Oktoberfest als „bayerischen Bierhimmel“ und wurde von den Händlern des Viktualienmarktes beim Prominentenwiegen in Lebensmitteln aufgewogen.

Literatur Michael Fellner: Katholische Kirche in Bayern 1945–1960. Religion, Gesellschaft und Modernisierung in der Erzdiözese München und Freising (= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte. Reihe B: Forschungen. Band 111). Ferdinand Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76466-9, .

Weblinks Max Zistl auf der Website des Bayerischen Verdienstordens Max Zistl auf der Website Alt-Moosburg.de (mit Bilddokumenten)

Einzelnachweise

Kategorie:Päpstlicher Geheimkämmerer Kategorie:Geistlicher Rat Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Person des Christentums (München) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1983 Kategorie:Mann