Otto Sulzenbacher (* 18. August 1881 in Engelhartszell, Oberösterreich; † 31. Juli 1966 in Baden, Niederösterreich) war ein österreichischer Lehrer und Politiker.

Leben Otto Sulzenbacher studierte zunächst Germanistik und Anglistik an der Universität Innsbruck, wo er 1901 der AV Austria Innsbruck im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) beitrat. Dann wechselte er zu Universität München, wo er der KDStV Aenania München, ebenfalls im CV, beitrat. 1909 promovierte er zum Dr. phil. Er wurde Lehrer in Waidhofen an der Thaya, 1913 am Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Baden Biondekgasse, wo er von 1926 bis 1950 – mit Unterbrechung 1938–1945 – als Direktor diese Schule leitete.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Mitglied des Gemeinderats Leiter dessen Schul-, Fürsorge- und Personalreferats, sowie für mehrere Jahre des Finanzreferats. 1923 wurde er in den Landesschulrat für Niederösterreich entsandt. Ab 1934 amtierte er als 2. Stellvertretender Vorsitzender des Bundeskulturrats, eines durch die Maiverfassung eingerichteten vorberatenden Organs der Bundesgesetzgebung. 1936 wurde er Vizebürgermeister von Baden.

Nach dem „Anschluss Österreichs“ am 13. März 1938 wurde er seiner Ämter entlassen und bis zum 16. März inhaftiert. Am 29. März 1940 wurde er unter Kürzung der Bezüge um die Hälfte rückwirkend pensioniert. Das Bürgerrecht in Baden wurde ihm aberkannt, worauf er nach Mondsee übersiedelte. Nach dem misslungenen Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er erneut festgenommen und Monate lang in den Polizeigefängnissen von Linz und Wien sowie im Kreisgerichtsgefängnis Wiener Neustadt festgehalten, ohne jemals verhört zu werden. Trotz Alter und Herzleiden wurde er zu Schanzarbeiten am Südostwall herangezogen.

Nach dem Krieg wurde Sulzenbacher rehabilitiert und wieder als Direktor des Gymnasiums in Baden eingesetzt. Ende 1949 trat er in den dauernden Ruhestand. Nach seinem Tod 1966 wurde er auf dem Stadtpfarrfriedhof Baden beigesetzt.

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