The Journey ist ein Musikalbum von Abdullah Ibrahim. Die im September 1977 im Downtown Sound Studio in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 1977 auf Chiaroscuro Records. CD-Versionen veröffentlichte Downtown Sounds bzw. Solid Records.

Hintergrund Der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim (der zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung noch unter dem Namen Dollar Brand bekannt war) tat sich für diese Session aus dem Jahr 1977 mit mehreren bekannten Vertretern des Avantgarde-Jazz zusammen, darunter dem Trompeter Don Cherry und dem Baritonsaxophonisten Hamiet Bluiett.

Wie „Mannenberg“ ist auch „Jabulani“ Teil von Ibrahims festem Repertoire geworden; es wurde u. a. auf seinem 2019 erschienenen Album „The Balance“ neu interpretiert.

Titelliste Dollar Brand/Abdullah Ibrahim: The Journey (Chiaroscuro Records CR 187) A1: Sister Rosie 4:33 A2: Jabulani (Joy) 17:38 B: Hajj (The Journey) 21:56

Alle Kompositionen stammen von Abdullah Ibrahim.

Rezeption Ken Dryden verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, durch die spezielle Besetzung sei nicht die gesamte Musik von jener hypnotischen, sehr rhythmischen Prägung, für die Ibrahim bekannt ist. Nach dem herausragenden, aber kurzen Eröffnungsstück „Sister Rosie“, bei dem sich der Bandleader ausschließlich auf das Sopransaxophon beschränke, würde sich der Klang dramatisch ändern. „Jabulani (Joy)“ beginne vielversprechend, gehe aber schnell in eine energiegeladene, aber langweilige atonale Gruppenimprovisation über. Avantgarde-Fans sollten sich dieses ungewöhnliche Werk in Abdullah Ibrahims umfangreicher Diskografie nicht entgehen lassen.

Abdullah Ibrahim (dessen Name zu dieser Zeit bereits neben dem Künstlernamen „Dollar Brand“ auftauchte) würde es Don Cherry zuschreiben, ihn in den 1970er-Jahren zu einer Rückkehr zu seinen Wurzeln in der afrikanischen Volksmusik geführt zu haben, meint Michael J. West in JazzTimes. Wenn man The Journey als Anhaltspunkt nehme, habe Cherry (der auf dem Album zu hören ist) ihn auch in Richtung Avantgarde gelenkt. Nach der Darbietung des äußerst feierlichen Stücks „Jabulani“ – verpackt in einem der elegantesten Arrangements Brands – würde sein Nonett in atonales, freies Improvisieren ausbrechen. Der Baritonsaxophonist Hamiet Bluiett, gefolgt von Cherry, lieferten ihre charakteristisch leidenschaftlichen, eindringlichen Beiträge. Ebenso die Altsaxophonisten Talib Kibwe und Carlos Ward sowie Ibrahim in einer überraschenden Wendung am Sopransaxophon, wobei alle Bläser am Höhepunkt des Stücks im Kontrapunkt zur Rhythmusgruppe auftreten. Die wahre Meisterleistung der Improvisation bei „Jabulani“ sei jedoch wahrscheinlich die des südafrikanischen Bassisten Johnny Akhir Dyani, der „mit der Vielseitigkeit einer Meryl Streep“ zwischen Akzenten und Rollen (sowie Tempi und Tonlagen) hin und her wechsle.

Ibrahims Freundschaft mit dem Jazz-Fusion-Trompeter Don Cherry in den 1970er-Jahren habe den Pianisten darin bestärkt, sich verstärkt der Avantgarde zuzuwenden, meint auch Ammar Kalia (The Guardian). Für sein 1977 erschienenes Album The Journey habe Ibrahim eines seiner bis dahin größten Ensembles zusammengestellt – ein neunköpfiges Orchester –, um drei Stücke mit beschwingten Melodien zu produzieren, die auf kraftvollen, freien Improvisationen basieren. Die siebzehnminütige Suite „Jabulani (Joy)“ sei ein Höhepunkt: Sie würde mit einer typisch fröhlichen Melodielinie Ibrahims beginnen, bevor eine Flut durchdringender freier Improvisationen einsetze. „Cherry und der Altsaxophonist Carlos Ward schwebten in himmelhohen Höhen, doch Ibrahims zarte Phrasen erden uns gerade noch“.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1977 Kategorie:Abdullah-Ibrahim-Album