mini|Gumergasse 14: der Turm am Plärrer Die Gumergasse (bisweilen auch: Gummergasse; italienisch Via Gumer) ist eine Straße im altstädtischen Kern der Stadt Bozen.
Der kurze Straßenzug liegt an der südöstlichen Hinterseite der Laubengasse. Er mündet am Westende auf den Kornplatz, am östlichen Ende auf den Rathausplatz.
Benannt ist die Straße nach der Bozner Kaufmannsfamilie Gumer von Engelsburg, die seit dem 17. Jahrhundert mehrere Bozner Bürgermeister stellte und mit dem Haus Lauben 9 ein mit der Südseite auf die Gumergasse gerichtetes Geschäftshaus besessen hat.
Die Gasse ist auf dem im 13. Jahrhundert zugeschütteten südlichen Stadtgraben entstanden. In vormoderner Zeit rechnete das Areal zum 4. Stadtviertel.
Mit dem sogenannten Turm am Plärrer (Gumergasse 14) hat sich ein mittelalterlicher Wohnturm erhalten, dessen steinsichtiges Mauerwerk mit Buckelquadern im unteren Gebäudeabschnitt gut sichtbar und auf das frühe 13. Jahrhundert zu datieren ist.Hannes Obermair, Helmut Stampfer: Urbane Wohnkultur im spätmittelalterlichen Bozen. In: Schloß Runkelstein – die Bilderburg. Hrsg. von der Stadt Bozen unter Mitwirkung des Südtiroler Kulturinstitutes, Bozen: Athesia 2000. ISBN 88-8266-069-9, S. 397–409, hier S. 398–399. Im Namen des Turms ist der alte Platzname Plärrer erhalten, der eine freie und unbebaute Fläche im Weichbild der Stadt bezeichnete.
Aufgrund der massiven Schäden, die der Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs anrichtete, wurden Teile des Areals in der Nachkriegszeit neu bebaut. 1962/63 entstand hier südseitig ein neuer Flügel des Bozner Rathauses.Norbert Mumelter: Bozner Geschichte am Straßenrand. Athesia, Bozen 1990. ISBN 88-7014-558-1, S. 39.
Die Gumergasse gehört zu Bozens Fußgängerzone, kann aber von Fahrrädern in beiden Richtungen und von Taxis und (zu gewissen Zeiten) Zulieferern und Anrainern in westlicher Richtung befahren werden.
Weblinks
Siehe auch Franz von Gumer
Einzelnachweise
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